Umweltvehältnisse im natürlichen Habitat


Leopardgeckos brauchen in menschlicher Obhut ähnliche Umgebungsbedingungen wie in ihrer Heimat (Irak, Pakistan und Nordindien).
Das Klima dort ist ähnlich dem Unseren, nur im Winter ist es wärmer und es herrschen anderen Regenzeiten bzw. die Luftfeuchte ist etwas anders.
Hier eine Übersicht der Klimawerte im Irak:

Temperatur:
Die maximale Temperatur liegen das ganze Jahr über fast wie bei uns. Nur im Winter herrschen dort angenehme 14°C am Tag und mindestens 4°C in der Nacht.
Das ist für die Tiere die optimale Winterruhetemperatur.

Von Juni bis September hat es dort Nachts über 20°C, was wir bei uns selten erreichen.

Luftfeuchte:
Die Luftfeuchtigkeit beträgt bei uns das Jahr über 70-90%. In den Wohnräumen 30-60%.
In Pakistan herrschen 50-60%
In Afghanistan 35-70%
In Nordindien 18-72%

Grafik: energie-experten.org
Grafik: energie-experten.org

Sonnenstunden:

Wir haben bei uns genau wie in der Heimat der Tiere durchschnittlich 8 Stunden Sonne pro Tag, mit Erhöhung auf 12 Stunden von Juni bis August.

UV:
Der UV Index liegt das ganze Jahr zwischen 4 und 11, also mäßig bis sehr hoch.
Bei uns liegt er bei 1, steigt von April bis August auf 4 bis 7 und fällt dann wieder auf 1.
Die Tiere sind dort also mehr UV ausgesetzt als wir es bei uns erreichen.



Zusammenfassung:
- Die Temperatur ist absolut vergleichbar außer im Winter

- Die Luftfeuchte in unserem Wohnräumen passt auch ideal

- Die Sonnenstunden sind auch identisch

- Der UV Wert ist dort höher.

 

Was müssen wir also tun?
Mit der verfügbaren Technik im Terrarium so arbeiten, dass diese Werte geschaffen werden.


Die korrekte Temperatur im Terrarium


Warum ist Wärme so wichtig?

Reptilien sind wechselwarm, d.h. nur bei den richtigen Temperaturen, arbeitet ihr Kreislauf korrekt. Verdauung, Bewegungsfähigkeit, Hungergefühl, problemlose Häutung, Gesundheit und sogar der Erfolg einer Wurmkur hängt von der Haltungstemperatur ab. Die Evolution hat Leopardgeckos perfekt an das Klima ihrer Heimat angepasst und wir sollten dieses Klima auch so im Terrarium umsetzen.

Natürlich darf das Terrarium nicht komplett auf 40 Grad aufgeheizt werden.
Wir müssen den Tieren unterschiedliche Temperaturzonen anbieten, damit sie sich nach Belieben aufwärmen oder abkühlen können.

Auch in freier Natur ist es nicht überall gleich heiß und die Tiere suchen Felsspalten oder Erdlöcher auf um sich abzukühlen. Die Maximaltemperatur ist 40° Grad und die Mindesttemperatur 18-22° Grad. Dies gilt es im Terrarium umzusetzen.
PS: In den Fachbüchern finden sich auch weitestgehend die korrekten Temperaturangaben.


Das korrekte Luftfeuchte im Terrarium


Warum brauchen wir Luftfeuchte im Terrarium?
Reptilien wachsen ein Leben lang, aber ihre oberste Hautschicht wächst nicht mit. Diese blockiert sozusagen das Wachstum und wird deshalb (hormonell gesteuert) abgestoßen. Eine Häutung verläuft jedoch nur fehlerfrei, wenn die Umgebungsbedingungen passen. Die Pelle geht also nur komplett ab, wenn u. a. die Luftfeuchtigkeit und Temperatur stimmen.

 

Die Fachliteratur gibt hier eine dauerhafte Luftfeuchtigkeit von 40-60% vor, produziert durch tägliches Sprühen mit Wasser. Hier wird leider gewaltig übertrieben, denn dauerhaft schadet das dem Tier und betrachten wir die Tabelle oben, sind 40-60% in der Natur auch nicht durchgehend der Fall, sondern die Luftfeuchte richtet sich nach der Regen-/ Jahreszeit. (Bei uns übrigens auch)
Nun ist es jedoch so, dass die Tiere während der höchsten Luftfeuchte Winterruhe halten und dies gar nicht so mitbekommen.
Außerdem suchen sie sich bei beginnender Häutung instinktiv einen feuchten Platz, wo sie sich vor und nach der Häutung vermehrt aufhalten um ihre alte Haut aufzuweichen. In freier Natur sind das feuchte Erdhöhlen.

Was ihr tun müsst?
Die Raum Luftfeuchte reicht vollkommen aus so dass man eigentlich fast nie sprühen muss. Wir regeln die Luftfeuchte ganz einfach über die Wetbox (feuchte Höhle), die Wasserschale und über das Wohnraumklima. Das verdunstende Wasser aus Wetbox und Wasserschale sorgt bei korrekten Temperaturverhältnissen im Terrarium für die richtige Luftfeuchte.

Diese muss eigentlich nie überwacht werden, denn die Tiere zeigen es an wenn sie nicht passt. Ihr braucht dazu also KEIN Hygrometer und schon gar nicht dauerhaft im Terrarium installiert. Ihr müsst wirklich nichts weiter tun, als die Wetbox regelmäßig nachzufeuchten und die Wasserschale aufzufüllen. Übrigens, je mehr Wetboxen und je größer die Wasserschale, desto stabiler ist der Luftfeuchtewert ;-)

 

Wann trotzdem sprühen?
Eine Erhöhung der Luftfeuchte durch Sprühen, braucht es höchstens mal kurzfristig zur Unterstützung der Häutung oder wenn die Haut recht trocken wirkt. Ihr erkennt das an den weiß werdenden Spitzen der Tuberkelschuppen (siehe Bild). Der Gecko sieht dann aus wie eingestaubt und die Haut wirkt auch optisch trocken. Ich selbst halte nun 10 Jahre ohne tägliches Sprühen und meine Tiere haben keine Häutungsprobleme.

Ein Häutungsproblem liegt übrigens nicht immer an der Luftfeuchte, sondern daran kann auch ein Vitamin A Überdosis oder ein Mangel schuld sein.


Das korrekte Licht im Terrarium


Bildquelle: http://www.darksky.ch
Bildquelle: http://www.darksky.ch

Warum ist das richtige Licht so wichtig?

Hier muss ich etwas ausholen und bei uns Menschen anfangen.
Wir sehen Farben, weil die Sonne Wellen aussendet. Ihr werde jetzt an ein Radio oder die Mikrowelle denken und liegt damit sogar richtig. Es gibt kurze und lange Wellen und ein Gegenstand reflektiert, bricht oder absorbiert diese Wellen.

 

Beispiel: Ein Apfel z.B. reflektiert lange Wellen und absorbiert alles Andere, so sehen wir ihn in Folge rot.
Nur warum sehen wir ihn rot?
Antwort: In einem Auge befinden sich sogenannte Zapfen und diese Zapfen empfangen die Wellenreflektionen. 

Wir Menschen haben Zapfen für Blau, Grün und Rot und sehen deshalb alle Wellenreflektionen von 380 bis 700nm. Das ist wie bei einem Radio (das übrigens auch auf diesem System basiert). Die Sonne funkt sozusagen auf allen Frequenzen und die Zapfen bzw. die Empfänger in unserem Auge empfangen die Wellenlänge für Blau, Grün und Rot.
So können wir Blau, Grün und Rot farbig erkennen und unterscheiden, sowie 200 darauf basierende Mischfarben in 20 Sättigungs- und 500 Helligkeitsstufen erkennen. Sonnenlicht ist für uns weiß, denn es enthält alle für uns sichtbaren Lichtfarben zu gleichen Teilen (siehe erstes Bild oben).
Die Sonne wirkt aber auch rot, weil am Morgen und am Abend ihre Wellen durch die Atmosphäre gebrochen werden (Sonnenauf-/ Untergang).



Farbsehen von Reptilien


Wie sehen Reptilien die Licht Wellen?

Jedes Lebewesen hat andere Zapfen im Auge und manche sogar gar keine, wodurch kein Farbsehen bei dieser Art Lebewesen möglich ist.
Reptilien haben Zapfen für Blau, Grün, Rot und ACHTUNG! für UV! also 4 Zapfen und sogar noch einen eingebauten Verstärker in Form von sogenannten Öltröpfchen. Reptilien können also Strahlungsreflektionen unter 400nm farbig sehen und nehmen Farben noch detaillierter wahr als wir.
Bei einigen nachtaktiven Reptilien ist auch bekannt, dass sich der Zapfen für Rot zurückgebildet hat wodurch Rot fast oder gar nicht mehr gesehen wird.
Nur ist leider nicht jedes Reptil detailliert erforscht und wir können nicht genau sagen, welche Wellenlängen Leopardgeckos farblich wahrnehmen.
Die Wahl der Beleuchtung ist für Reptilien sehr wichtig denn sie können uns nicht sagen ob sie die Lampe richtig wahrnehmen oder falsch. Im Grunde kann man sie jahrelang falsch halten und sie leiden still vor sich hin. 
Sieht man genau hin und befasst sich mit diesem Thema, erkennt man es als geübter Halter an z.B. Unverträglichkeit der Gruppe, Paarungsunlust, Appetitlosigkeit, mangelnde Aktivität, Hypokalzämie (Rachitis), .....


Die UV Strahlung im Detail und ihr Einfluss auf Lebewesen


UV Strahlung beeinflusst uns alle, auch wenn wir Menschen sie nicht sehen können. Unser ganzer Kreislauf reagiert darauf und falls ihr euch schonmal gefragt habt, warum ihr beim Sonnenbad oder im Solarium braun werdet.... Hier habt ihr den Schuldigen ;-)

380 bis 315nm = UVA Strahlung

UVA dringt bei uns tief, bis in die Unterhaut ein und schädigt dort das Kollagen. Frühzeitige Alterung und hohes Hautkrebsrisiko (Melanom) sind die Folge. Reptilien haben sich hier angepasst und ihre Haut reflektiert UVA Wellen so, dass sie sich untereinander farblich erkennen. Wir Menschen sehen dies nur mit technischen Hilfsmitteln.

315 bis 280nm = UVB Strahlung

UVB Wellen dringen nicht so tief in die Haut ein aber haben eine stark bräunende Wirkung. Der Sonnenbrand ist hierfür charakteristisch aber UVB fördert auch Hautkrebs (Karzinome)
UVB ist für die Produktion von Vitamin D3 im Körper ungemein wichtig. Wir füttern dies in der Terraristik künstlich zu, aber bei UVB Beleuchtung müsste dies nicht sein.

Unter 280nm = UVC Strahlung

Mit UVC Strahlung ist extrem schädlich. Man nutzt diese z.B. zur Keimtötung im Klärwerk oder im Aquarium (UVC Filter)
Unter 200nm bezeichnet man das Licht als Ultraviolett. Ein Beispiel hier ist das Lichtbogenschweißen. Wer sich hier schonmal die Augen verblitzt hat, kann sich vorstellen wie schädlich UVC Strahlung ist.



Reptilien und ihr Nutzen von UV (Wellen unter 380nm)


UVA
Wie oben im Vergleichsfoto, bewirkt bei Reptilien das falsche Licht ohne UVA Wellen Appetitlosigkeit und was am Wichtigsten ist, Reptilien erkennen durch UVA- Wellenreflektionen Farben, die wir nicht sehen können. Die (für uns) hässliche graue Agame ist für Ihre eigene Art vielleicht bunt wie ein Paradiesvogel. So erkennen Reptilien auch das Geschlecht des Anderen und unterscheiden sich untereinander. 

So ungefähr: ''Ah, da hinten sitzt Frau Meier, ich winke ihr mal zu'' oder ''da vorne läuft eine hübsche Blondine, das lauf ich jetzt mal hin und rede sie an''
Wäre das Farbsehen durch falsche Beleuchtung ohne UVA Wellen gestört, würde der Leopardgecko Mann zwar Frau Meier da hinten sitzen sehen, aber nicht erkennen dass es sie anderer Leopardgecko und weiblich ist. Die Folge sind ständige Revierkämpfe und falsches oder fehlendes Paarungsverhalten.

Auf gut Deutsch: Hängt man Reptilien jetzt eine Lampe rein, die kein UV abstahlt, ist das als würden wir plötzlich kein rot mehr sehen. Ein Mensch mit Rot- Grün- Schwäche ist hier das beste Beispiel. 

Wie ungemein wichtig UVA für Reptilien ist, erkennt man wenn man von einer Beleuchtung ohne UV auf eine mit UV Anteil umswitcht.
Meine Leopardgeckos wurden regelrecht aktiver, fraßen besser, ließen sind auch am Tag blicken und die Gruppen harmonierten super zusammen.

Es ist übrigens nicht bekannt in wie fern Reptilien auch UVB Strahlung sehen können. Man weiß nur dass die UVA sehen, aber nicht bis zu welcher Frequenz. Deshalb sollte man immer Lampen mit UVA und UVB zur Verfügung stellen. UVB hat auch höchste Wichtigkeit für Reptilien.


UVB

ist bei Reptilien u.a. für die Produktion von Provitamin D3 in der Haut notwendig. Dieses Wohlfühlvitamin ist lebensnotwendig für die meisten Lebewesen und jeder kennt das Gefühl, wenn man sich im Winter regelrecht nach der Sonne sehnt und jeden Lichtstrahl aufsaugt...
Ohne Provitamin D3 wären wir nicht überlebensfähig, denn es sorgt für Wohlbefinden, steigert den Appetit und fördert die Verwertung von Calcium für gesunde Knochen. Ohne UVB keine Provitamin D3 Bildung und ohne D3 keine Calciumverwertung. Die Folge ist Hypocalzemie, welche schnell in Rachitis ausarten kann. (siehe Bild)
Bei Reptilien ist ein Calciummangel sehr akut, da sie in Folge Sand fressen um dies auszugleichen. 
Kommt es zur Rachitis, verformen und brechen die Knochen was man oft zuerst am Kiefer und den Beinen bemerkt.

Neueste Wissenschaften haben ergeben, dass Vitamin D3 ohne Vitamin K2 nicht wirken kann. K2 aktiviert Proteine und Hormone im Körper.
Osteocalzin spielt hiervon eine wichtige Rolle, denn es sorgt dafür, dass das aufgenommene Calcium auch wirklich in die Knochen eingebaut wird. Das Protein'' Matrix-GLA'' sorgt dafür, dass sich kein Calcium in Organen oder Gefäßen anlagert, in dem es Calcium bindet und abtransportiert.
Ohne Vitamin K2 bleiben diese Proteine inaktiv und das Calcium lagert sich als nutzlose und schädliche Schlacke im Körper ab. In Folge bilden sich  Verkalkungen und schädigen Gefäße, Organe und Gewebe. Natürlich entsteht dadurch obwohl wir D3 künstlich zufüttern ein Calciummangel.
Vitamin K2 produzieren wir selbst im Darm wenn der Verdauungstrakt nicht gestört ist. 


UVC
Die Ozonschicht der Erde filtert das UV Licht extrem, so dass kein UVC zu uns durchdringen kann. Auch UVB wird extrem reduziert sonst wurden wir ja alle verbrennen. UVA lässt sie schon etwas mehr durch.
Alles unter 300nm (UVC) wird massiv herausgefiltert, Gott sei Dank, sonst würden wir nicht existieren.


Infrarotbereich
Über 700nm beginnt der Infrarot Bereich. Für uns und Reptilien unsichtbar, macht man sich diese Wellenlänge z.B. in der Medizin in Form von Infrarot Heizstrahlern zu Nutze. Wir kennen das auch aus der Landwirtschaft zur Kükenaufzucht.

Ein Infrarot Strahler heizt nur die Umgebung auf, auf die seine Wellen treffen, nicht die Luft. Der angestrahlte Bereich gibt die Wärme dann an die Umgebung ab. Sie geben kein tageslichtähnliches Licht ab! 
In der Terraristik gibt es Infrarot-Basking-Spots und Keramikstrahler zur reinen Wärmeerzeugung.


Nach dem Infrarotbereich kommt übrigens der Mikrowellen-/ und danach der Radiowellenbereich.
Unterhalb des UV Bereichs liegt die Röntgen-/ und Gammastrahlung.
Von Allen habt ihr sicher schonmal was gehört ;-)


Unter folgendem Link findet ihr ausführliche Infos zum Thema UV und Reptilien.

http://www.licht-im-terrarium.de/vitamind/reptilien


Die richtigen Leuchtmittel finden...


Wir wissen nun, dass die Sonne im Weltall alle Wellen zu gleichen Teilen ausstrahlt und durch die Lichtbrechung in der Atmosphäre und deren Reflektion an Gegenständen sehen wir diese Lichtwellen farbig. Im Terrarium oder im Wohnraum hat man allerdings keine direkte Sonneneinstrahlung außer das was vom Fenster hereinkommt. Hier übernehmen Lampen diese Aufgabe.

Leuchtmittel werden allerdings so gebaut, dass sie nicht alle Wellenlängen zu gleichen Teilen aussenden wie die Sonne. Das ist auch gar nicht nötig, denn die Hersteller bauen Leuchtmittel passend für jede Anforderung (z.B. Farblicht in der Disco). Sind wir farbigen Leuchtmitteln ausgesetzt, die z.B. nur auf  500nm Wellenlänge, also grün ''funken'', wirken die Gegenstände farblich ganz anders. Eine rote Kirsche wirkt unter grünem Licht schwarz und ist nicht mehr ansprechend für uns. Der Geschmacks-/ und sogar der Geruchssinn wird durch die Farbe beeinflusst. Was schön ist, wird durch anderes Licht hässlich. Gelbes Licht z.B. täuscht unserem Gehirn Krankheit vor und in einem zu weißen Licht im Büro fühlen wir uns nicht wohl.

 Ein Vergleich an einem Terrarium:

Hier brennt nur der Halogen Wärmespot. Die Gelb/ Rottöne überwiegen.
Irgendwie nicht schön oder?

Hier brennen Halogen Wärmespot und Grundbeleuchtung (LSR)
Wirkt doch gleich viel schöner und natürlicher (für uns) :-)


Das genaue Farbsehen von Leopardgeckos können wir nicht erahnen oder kennen, aber wir wissen, wo sie leben und welche Lichtbedingungen dort für unser Auge sichtbar herrschen. Also versuchen wir dies mit der Beleuchtung möglichst realistisch nachzubilden.

Wichtig wäre es nur, den Tieren mit der Beleuchtung auch UVA und UVB Wellen zur Verfügung zu stellen.
UVA wegen dem Farbsehen und UVB wegen der Produktion von Vitamin D3 im Körper.
Für das Terrarium gilt es eine Lampe zu finden, die alle Lichtwellen die ein Leopardgecko sieht, in gleicher Höhe abstrahlt wie es in der Natur durch die Sonne der Fall ist. Nur so können Leopardgeckos Farben korrekt wahrnehmen.

Die Leuchtmittelhersteller helfen uns hier, indem sie sogenannte Spektraldiagramme auf der Verpackung der Lampen anbringen. Das ist diese regenbogenfarbige Grafik, wo man immer nichts damit anfangen kann ;-) 
Die nebenstehende Grafik sagt aus, dass das Leuchtmittel:
- etwas UVB Wellen abgibt, weil bei 290nm bis 315nm Ausschlag vorhanden ist
- Viel UVA Wellen abgibt, weil von 315 bis 380nm ein höherer Ausschlag zu sehen ist
- bei 420nm haben wir einen sehr hohen Ausschlag für Blau dadurch ist das Licht hell und weiß/blau
- bei 540nm schlägt grün sehr hoch aus, dadurch grünstichiges Licht
- bei 610nm haben wir einen kleinen ignorierbaren Rot- Ausschlag

Zusammengefasst: Wir haben hier also eine sehr helle Lampe mit Schwerpunkt UVA Abgabe und einem leicht blau-/grünstichigem Licht.

 

Weitere Angaben auf den Verpackungen ist der CRI oder Ra Wert, der Kelvin Wert (K), Lumen und LUX. Diese finden wir hauptsächlich auf alltagstauglichen Leuchtmitteln für unsere Zwecke. Auf Terraristik Leuchtmitteln finden wir außerdem den UV Index (falls UV abgegeben wird).


Farbwiedergabeindex (CRI) bzw. allgemeiner Referenz Index (Ra)


Ein schlauer Mensch hat einmal festgelegt, dass Tageslicht einen Ra von 100 hat. Der CRI oder Ra Wert ist auf fast jedem Leuchtmittel angegeben. Je höher bzw. näher er sich an 100 befindet, desto klarer und echter werden die Farben der angestrahlten Umgebung von uns wahrgenommen.

Die EU schreibt uns sogar einen Ra bzw. CRI von 80 im Haus und 65 im Außenbereich vor... Die machen sich aber auch über jeden Sch.... Gedanken....
Den CRI oder RA Wert findet ihr vor Allem auf Leuchtstofflampen und LED's.

 

Wenn ihr also eine Röhre auswählt, achtet darauf dass es sich um eine Vollspektrum Leuchtstoffröhre oder zumindest um eine mit Ra über 85 handelt.
Vollspektrum Leuchtstoffröhren haben eine sehr ausgewogenes Farbspektrum aber eine für uns sichtbare geringere Lichtausbeute als Dreibanden Leuchtstoffröhren. Für Reptilien sieht die Welt darunter ganz anders aus.


Farbtemperatur (TCP) bzw. Kelvin


Quelle: https://www.isolicht.com
Quelle: https://www.isolicht.com

Die Farbtemperatur und auch der CRI/ RA Wert hat indirekt mit den Spektraldiagrammen oben zu tun. Je höher der Wert, desto heller das Licht, je geringer der Wert, desto gelblich- roter das Licht und somit die Wahrnehmung der Umgebung Den Kelvin Wert (K) findet ihr auf fast jedem Leuchtmittel aber für uns ganz besonders wichtig ist er auf Leuchtstoffröhren zur Grundbeleuchtung.

Erst ab 4500 Kelvin wird das volle, für uns sichtbare Farbspektrum wiedergegeben, also kommen Leuchtmittel unter 4500K für uns gar nicht für Reptilien in Frage.

8000K 5000-6500K 3500-5000K 3500K 3000K 2700K
 Skywhite Daylight/ Daywhite/ Tageslichtweiß Coolwhite/ Neutralweiß White Warmwhite/ Warmweiß Interna

Das natürliche Sonnenlicht hat eine Farbtemperatur von ca. 5777 Kelvin und diesen Wert sollten wir im Terrarium nachzubilden.


UV Index


Wir bedienen uns in der Leopardgeckohaltung oft zweier Leuchtmittel, dem Wärmespot und der Grundbeleuchtung. Die kurzen Wellen also UV, Blau und Grün noch etwas einbezogen, reichen von der Distanz her nicht so weit wie Gelb und Rot. Für uns besonders wichtig, ist die Reichweite der UV Wellen.

 

Deshalb empfehlen Leuchtmittel Hersteller auch einen Mindest-/sowie einen Maximalabstand zum Tier und erleichtern euch dies wieder mit einer aufgedruckten Grafik. (Zumindest ist das bei der Bright Sun und der Arcadia der Fall). Im Bild rechts seht ihr den UV Index des Arcadia D3 Basking Spot.
Hier werden 30-45cm Abstand zum Sonnenplatz empfohlen für einen UV Index von 1-6.

 

Weiter oben haben wir gelernt, dass wir hier bei uns einen UV Index von 1-7 haben und in der Heimat der Leos 1-11. Leuchtmittel mit mehr als 6-7 UV Index im Montageabstand zum Tier solltet ihr nicht verwenden, da der Index in der Natur über den Tag schwankt. Wolken, Morgen-/ und Abenddämmung beeinflussen den UV Wert stark. Im Terrarium ist keine solche Beeinflussung vorhanden und die Tiere werden dauerhaft dem selben UV Wert ausgesetzt. 

 

Aufgepasst: UV Lampe ist nicht gleich UV Lampe. Reptilien haben nur einen Nutzen von UVA Strahlung von 350-400Nm und UVB von 290-315Nm!

Die gängigen Reptilien UV Lampen betreffen dieses Spektrum, es gibt aber auch Ausnahmen.

 

ACHTUNG! Montiert man das Leuchtmittel zu nah am Tier, erleidet es Hautverbrennungen durch die intensive UVA und UVB Strahlung, es bekommt also Sonnenbrand und der kann massiv werden!

Bei ca. 60cm Entfernung vom Spot bis zum Sonnenplatz kommt beim Tier keine UV Welle mehr an und die Lampe ist zumindest im UVB Bereich unnütz. 

Anmerkung: 30cm ist eigentlich bei allen UV Leuchten der Mindestabstand.


Lumen und Lux


Der Lichtstrom (Lichtleistung) eines Leuchtmittels wird in Lumen angegeben und gibt Aufschluss über die Helligkeit einer Lampe, indem gemessen wird, wie viel Licht eine Lichtquelle nach allen Seiten ausstrahlt. Je höher also der Lumen Wert, desto mehr Licht gibt die Lampe ab.

 

Die Beleuchtungsstärke wird in Lux angegeben und misst das Licht, was der beleuchteten Fläche ankommt. Dabei ist es egal, wie viel Lumen die Lampe ausstrahlt. Je mehr Lux, desto heller die Fläche.

Für uns sind diese Werte nicht relevant aber ich will sie trotzdem kurz erwähnt haben.


Welche Werte braucht nun das Leuchtmittel dass es passt?


Kauft eine Lampe mit 5000-6500 Kelvin und über 85 CRI/ Ra. Dann stimmen die Wellenlängen des sichtbaren Lichtes schonmal.

Berücksichtigt dann noch den Abstand von Leuchtmittel Unterkante zum Sonnenplatz und packt einen UV Index von 2-6 dazu und schon habt ihr die richtigen Lampen ;-)
Empfehlungen findet ihr auf der nächsten Seite unter Umsetzung im Terrarium.


Beleuchtungsdauer


Auch hier wieder ein Thema wo die Fachliteratur gewaltig übertreibt, denn die Empfehlung liegt bei 10-12 Stunden.
Seht euch die Grafik ganz oben auf der Seite an. Die 10 Stunden überschreiten wir nur von Mai bis September. In den anderen Monaten liegt sie bei 6-9 Stunden, was vor Allem der Regenzeit geschuldet ist.
In der Praxis und weil es uns nie anders gelehrt wurde, stellen wir die Zeitschaltuhr auf 10 oder 12 Stunden ein und lassen es das ganze Jahr so brennen. 

Hier sollten wir umdenken und uns viel mehr an der Natur orientieren. Programmiert die Zeitschaltuhr doch einfach jeden Monat neu nach der Grafik.
So wird automatisch der Winterruhe Modus eingeleitet, ohne dass ihr euch groß damit befassen müsst. Ihr könnt euch mit dem Ein-/ und Ausschalten ruhig nach unseren Sonnenauf-/ untergangszeiten richten.
Beispiel: Im Winter geht das Licht um 8 Uhr morgens an und um 15 Uhr wieder aus.

Die Technikfreaks unter euch, sind sicher auch in der Lage, mit Dimmern und Steuergeräten einen Tagesablauf zu simulieren. Mit Sonnenauf-/ Untergang sowie Lichtpausen, falls eine Wolke die Sonne verdeckt. Selbstverständlich gibt es im Handel auch Dimmer mit Zeitschaltuhr zu kaufen.
Kaufempfehlung: Der Amazon Händler ''Plumladen'' verkauft Automatikdimmer, die zwar etwas schlecht bewertet sind, aber speziell von Terrarianern empfohlen werden.

Restwärme am Sonnenplatz:
Geht das Licht aus bzw. oft schon einige Zeit davor, werden Leoardgeckos aktiv und lassen sich blicken weil es Futter geben könnte.
Sie suchen instinktiv die warmen Stellen im Terrarium auf und legen sich dort hin um sich aufzuwärmen. Das ist reiner Instinkt, denn in der Natur machen sie es auch so. Es wird Wärme getankt um für die nächtliche Jagd fit und beweglich zu sein.
Diese warmen Stellen dürfen gerne noch 2-4 Stunden warm sein, so wie in der freien Natur auch. Hier hilft eine Bodenheizung oder eine Styroporplatte unter dem Terrarium/ Sonnenplatz. Wer Fliesen im Terrarium möchte, verlegt diese einfach auf 3-5cm dickes Styropor und schon hält sich die Wärme dort über Stunden. Steinplatten am Sonnenplatz speichern auch lange Wärme, wo die Tiere dann tanken können.

Das wars zum Vorwort und nun gehts weiter zur Umsetzung im Terrarium.
Auf der nächsten Seite erfahrt ihr welche Lampen ihr nutzen könnt, wie man diese richtig installiert und alles was ihr sonst noch dazu braucht.


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