In den Beleuchtungs Grundlagen habt ihr nun gelernt, dass Leopardgeckos:

  • Nur durch UVA Wellen korrektes Farbsehen haben.
  • UVB Wellen für den Calciumstoffwechsel benötigen und das extrem wichtig für ihre Gesundheit ist.
  • Leuchtmittel erfordern, welche alle für sie sichtbaren Wellenlängen abgeben.
  • Wärme benötigen wie sie in ihrer Heimat vorkommt.
  • verschiedene Temperaturbereiche benötigen.
  • 8-12 Stunden Beleuchtungszeit erfordern.
  • die im Raum herrschende Luftfeuchte genügt und man nicht täglich sprühen muss.

Nun gilt es das im Terrarium umzusetzen.
PS: Wenn ihr euch die Grundlagen der Beleuchtung nicht durchgelesen habt, dann macht es auch keinen Sinn hier weiterzulesen. Also einen Schritt zurück bitte und ihr werdet Leopardgeckos in Zukunft etwas besser verstehen. HIER geht's direkt dahin.


Umsetzung im Terrarium


Ihr werdet euch jetzt fragen wie zum Teufel schafft man es, die Energie und Wärme der Sonne ins Terrarium zu bekommen?

Antwort: Indem man die uns verfügbare Technik richtig wählt und korrekt einsetzt und das ist gar nicht mal so schwer :-)

Man benötigt immer einen* Lichtfaktor, einen* Wärmefaktor und einen Steuerfaktor im Terrarium. *= Von der Terrariengröße abhängig.


Rackbox: Wärmefaktor + Steuerfaktor damit nichts überhitzt. Der Lichtfaktor kann, aber muss nicht sein, wenn genug Tageslicht eindringt.
Umsetzung: Heizkabel / Matte + Lucky Reptile Thermo Control + (Leuchtstoffröhre) + Zeitschaltuhr

Aufzuchtterrarium 50x30x30cm: Wärmefaktor + Lichtfaktor + Steuerfaktor
Umsetzung: Heizkabel/ Matte/ Stein + Leuchtstoffröhre 30cm + Lucky Reptile Thermo Control + Zeitschaltuhr

Terrarium 80x40x40cm: Wärmefaktor + Steuerfaktor

Umsetzung: Wärmespot + Zeitschaltuhr. Ein zusätzlicher Lichtfaktor erzeugt zu viel Wärme -> Kein Temperaturgefälle

Terrarium 100/120x50x50cm: Wärmefaktor + Lichtfaktor + Steuerfaktor

Umsetzung: Wärmespot + Leuchtstoffröhre 60/90cm + Zeitschaltuhr

Terrarium ab 150cm Länge:
Umsetzung: 2x Wärmespot in unterschiedlicher Wattzahl + Leuchtstoffröhre 120cm + Zeitschaltuhr

Terrarium ab 250cm Länge:
Umsetzung: 2x Wärmespot in unterschiedlicher Wattzahl  (oder 1x Heizmatte + 1 Spot) + 2x Leuchtstoffröhre 120cm + Zeitschaltuhr


- Bei Terrarien ab 120cm könnt ihr Energiesparlampen bzw. Kompaktleuchtstoffröhren verwenden, da hier die Abwärme der Leuchtmittel nicht mehr die Temperaturzonen stört. Unter 120cm sind mit diesen Lampen keine Temperaturzonen möglich, da sie viel Wärme abgeben.

- In Terrarien ohne Heizkabel/ Matte/Paneel benötigt ihr KEINEN Controller, da dieser die Leuchtmittel  im Sommer zu oft reguliert und so deren Lebenszeit verringert. In freier Natur geht die Sonne ja auch nicht einfach so mitten am Tag aus...


Der Lichtfaktor - Welche Grundbeleuchtung?


In den Grundlagen habe ich geschrieben: Kauft eine Lampe mit 5000-6500 Kelvin und über 85 CRI/ Ra. Dann stimmen die Wellenlängen des sichtbaren Lichtes schonmal. Berücksichtigt dann noch den Abstand von Leuchtmittel Unterkante zum Sonnenplatz und packt einen UV Index von 2-6 dazu und schon habt ihr die richtigen Lampen.... Aber hier stehen wir vor  dem nächsten Problem....

Es gibt so viele Leuchtmittel Typen, welche davon eignen sich nun als Lichtfaktor und Wärmefaktor?


Die Grundbeleuchtung soll auch mit der zugehörigen Fassung kaum Wärme erzeugen, um das Terrarium nicht unnötig aufzuheizen.
Sonst bekommt man kein Temperaturgefälle zu Stande oder stört dies massiv. Dies gilt vor Allem für kleine Terrarien.

Folgende Leuchtmittel werden deshalb schon viele Jahre als Grundbeleuchtung in Terrarien eingesetzt:

- T5 und T8 Leuchtstoffröhren
- Kompaktleuchtstoffröhren (Energiesparlampen)

Bei Leuchtstoffröhren unterscheiden wir zwischen Dreibanden und Fünfbanden Leuchtstoffröhren. Die Dreibanden LSR kennen wir eigentlich schon immer als Leuchtstoffröhre. Die Weiterentwicklung davon sind Fünfbanden LSR, auch Vollspektrum Leuchtstoffröhre genannt. Diese haben ein für uns schlechter sichtbares Licht, aber eine wesentlich bessere Abdeckung aller sichtbaren Wellenlängen d. h. Gegenstände wirken darunter farbechter.
Alle hochwertigen Terraristik und auch Aquaristik Leuchtstoffröhren sind Vollspektrum LSR. Anmerkung: Reptilien sehen es nicht so dunkel wie wir!
Für den Betrieb einer Leuchtstoffröhre benötigt man nicht nur die passende Fassung, sondern auch ein Vorschaltgerät was meist inbegriffen ist.


Taugliche Leuchtstoffröhren aus dem Baumarkt sind:

Die Osram Lumilux De Luxe HO mit 965 Lichtfarbe, 98Ra und 6500K (Vollspektrum Leuchtstoffröhre).

Die T8 Version hat 954 Lichtfarbe.

Erhältliche Größen:

Watt - T5 Version 965 Lf 24W 39W 49W 54W
Leuchtmittellänge  54,9cm 84,9cm  144,9cm 114,9cm
Watt - T8 Version 954 Lf 15W 18W 36W 58W
Leuchtmittellänge  43,8cm 59,0cm  120,0cm 150,0cm

Die Osram Lumilux HO mit

865 Lichtfarbe, 85Ra und 6500K (Dreibanden Leuchtstoffröhre).

Ist als T5 und T8 Version erhältlich.

 

Erhältliche Größen:

Watt - T5 Version 24W 39W 49W 54W 80W
Leuchtmittellänge  54,9cm 84,9cm  144,9cm 114,9cm 144,9cm
Watt - T8 Version 15W 18W 30W 36W 58W
Leuchtmittellänge  43,8cm 59,0cm  89,5cm 120,0cm 150,0cm

Anmerkung: Beide Leuchtstoffröhren geben sogar etwas UVA Wellen ab.


UV Leuchtstoffröhren aus dem Terraristik Fachhandel

Warum UV Leuchtstoffröhren? Weil Leopardgeckos UV sehen können!
Es gibt Qualitativ verschiedene UV Leuchtstoffröhren auf dem Markt, wovon ich nur einen Hersteller (aufgrund eigener Erfahrung) empfehlen möchte.

Die Firma Arcadia produziert hochwertigste Leuchtmittel für Aquaristik und Terraristik. HIER geht's zur Herstellerseite und HIER zu einem Händler.

Alle Leuchtstoffröhren sind Vollspektrum Leuchtstoffröhren. Weniger sichtbares Licht für uns, aber eine deutlich bessere Farbwiedergabe für die Tiere.

Die Arcadia Natural Sunlight ist eine Tageslicht Leuchtstoffröhre mit 5600 K, 2,4% UVB und 10% UVA Anteil. Die schwächste UV Leuchtstoffröhre von Arcadia.

T5/ T8 Wattzahl Länge
T5 8 Watt 300mm
T8 14 Watt 360mm
T8 15 Watt 450mm
T8 18 Watt 600mm
T8  30 Watt  900mm
T8 36 Watt 1200mm

In T5 leider nur als 8 Watt Variante erhältlich.

Die Arcadia D3 Reptile Lamp ist eine UV Leuchtstoffröhre mit 6% UVB und 30% UVA Anteil. Die T5 Variante hat 7000K und die T8 Variante 6600K.

T5/ T8 Wattzahl Länge
T5 24 Watt 550mm
T5 39 Watt 850mm
T5 54 Watt 1150mm
T8 14 Watt 360mm
T8  15 Watt  450mm
T8 18 Watt 600mm
T8 25 Watt 750mm
T8 30 Watt 900mm
T8 36 Watt 1200mm
T8 38 Watt 1050mm

Die Arcadia D3+ Reptile Lamp ist eine UV Leuchtstoffröhre mit 12% UVB und 30% UVA Anteil. Die T5 Variante hat 7000K und die T8 Variante 6600K. 

T5/ T8 Wattzahl Länge
T5 24 Watt 550mm
T5 39 Watt 850mm
T5 54 Watt 1150mm
T8 14 Watt 360mm
T8  15 Watt  450mm
T8 18 Watt 600mm
T8 25 Watt 750mm
T8 30 Watt 900mm
T8 36 Watt 1200mm
T8 38 Watt 1050mm

Die Arcadia D3+ Dragon ist eine UV Leuchtstoffröhre mit 14% UVB und 30% UVA Anteil. Die T5 Variante hat 8000K und ist laut Hersteller ohne Blaustich.

T5/ T8 Wattzahl Länge
T5 24 Watt 550mm
T5 39 Watt 850mm
T5 54 Watt 1150mm

Leider nicht als T8 Variante erhältlich.



Hier seht ihr den UV Index der Arcadia UV Röhren gemessen mit Reflektor des Original UVB Kit's. Die grünen Felder umfassen den natürlichen UV Index im Heimatland der Leopardgeckos. Berücksichtigt eure Montagehöhe und wählt dazu passend (anhand der grünen Felder) die Stärke der Lampe aus. 
Die 2,4% Version (Natural Sunlight) könnt ihr grundsätzlich immer verwenden! Sie soll ja eher das natürliche Sonnenlicht simulieren und ist weniger auf UV ausgelegt. Sie ist allerdings für Montagehöhen über 50cm ungeeignet, da sie dafür zu wenig Leuchtkraft hat. Hier ist die Osram Lumilux besser.

Montagehöhe 2,4 % UVB Nat. Sunl. 6% UVB Forest 12% UVB Desert 14% UVB Dragon
30cm 1,8 4,5 8,5 10,5
38cm 1,44 3,6 6,5 7
50cm 1 2,5 3,8 4,6
60cm 0,48 1,2 2,4 3,2

Speziell für kleine Aufzuchterrarien mit 30-40cm Höhe hat Arcadia 2019 ein Leuchtmittel für schattenliebende Reptilien, sogar speziell für Leopardgeckos auf den Markt gebracht.

Die Arcadia ''ShadeDweller'' hat 6000K, 17% UVA und 7% UVB Anteil. Sie ist bis jetzt nur als 30cm T5 Variante mit 8 Watt erhältlich. UV Index 0,8 bis 1,0 bei 25cm Entfernung.

Erwartet bitte nicht zuviel Helligkeit von dieser Leuchte. Sie schafft das für Leopardgeckos perfekte Licht und den Wärmefaktor übernimmt hier sowieso eine Bodenheizung.
Immer im Hinterkopf behalten: Was das Reptil sieht, ist nicht das was wir sehen.

Die ''Shade Dweller'' bekommt ihr HIER als fertigen Kit samt Fassung zu kaufen.

Achtung! UV Lampen muss man nach ca. 6 Monaten tauschen, da die UV Abgabe irgendwann gleich Null geht. Bei Leos reicht 1x pro Jahr.


Taugliche Kompaktleuchtstofflampen (Energiesparlampen)

Kompaktleuchtstoffröhren sind für uns interessant, weil sie wenig Stromverbrauch bei relativ hoher Lichtausbeute haben. Trotzdem kommen sie nicht an Leuchtstoffröhren heran. Die Sockel haben ein eingebautes Vorschaltgerät wodurch sie mit einer normalen E14 oder E27 Keramikfassung betrieben werden können. Allerdings wird der Sockel sehr heiß und heizt damit die Umgebung auf.
Meine Empfehlung:
OSRAM Dulux (Mini) Twist, Sockel: E27, Farbe: Cool Daylight

15 Watt Variante, 865 Lichtfarbe, 6500K, 900lm, Ra >80.

23 Watt Variante, 865 Lichtfarbe 6500K, 1600lm, Ra >80

 

UV Energiesparlampen

UV Kompaktleuchtstofflampen sind absolut nicht zu empfehlen! (Auch wenn ich sie bereits selbst mit positiver Erfahrung verwendet habe). 

Bei fast allen UV Kompaktlampen kam es schon zu Produktionsfehlern, wodurch die Lampen zuviel UVB in sehr niedriger Wellenlänge abgaben.
Die Folge waren schwere Haut-/ und Augenverbrennungen bei Reptilien.
Die bekannteste UV Kompaktlampe für Reptilien ist die Exo Terra Reptile UVB (Früher ReptiGlo Compact), erhältlich in 100, 150 und 200er Version sowie 13 und 26 Watt. Wenn ihr sie unbedingt verwenden wollt, nehmt die 100er oder maximal die 150er Version bei 40-50cm Abstand zum Tier.


Anwendungsfehler bei UV Leuchten!!!


Anwendungsfehler und falscher Einsatz der Leuchtmittel, sind übrigens der Hauptgrund, warum manche wieder von UV weggehen. Einmal schlechte Erfahrungen gemacht, schon wird das UV verteufelt und die eigene Schuld wird nicht eingesehen. Sehr zum Leidwesen der Tiere.

Man sollte die verfügbare Technik einfach korrekt wählen und einsetzen. Eine ''Bright Sun'' auf 40cm Terrarienhöhe ist einfach nicht das Richtige für Leopardgeckos auch wenn es gut gemeint ist.
Natürlich gibt es auch Hersteller, die einfach Leuchtmittel auf den Markt werfen ohne die nötigen Tests ob diese auch für Reptilien passen. Da gibt es schon die ein oder anderen Zoohandels Giganten, die für alle Tiere Produkte produzieren, aber sich nicht auf eine Tierart spezialisiert haben. Kauft wenn möglich nur von Herstellern die nur für Reptilien produzieren z.B. Exo Terra, Lucky Reptile, Arcadia, Econ Lux (Solar Raptor),... 

 

Produktionsfehler kommen übrigens auch vor. So passierte es z.B. vor einigen Jahren dass eine Carge der Exo Terra Repti Glo (heute Reptile UVB) zuviel UV abstrahlte und die Tiere Verbrennungen erlitten. Reptilien UV Leuchten müssen übrigens ''eingebrannt werden'' d.h. ca. 2 Wochen Betrieb ohne Tierbesatz, da sie am Anfang extrem hohe UV Wellen abgeben. Da bietet es sich an, die Lampe gegen Ende der Winterruhe zu tauschen, kurz bevor die Tiere wieder ins Terrarium umziehen.


Tierische Sonderfälle - Albino Farbformen


Es gibt Leopardgeckos, die sehr empfindlich auf Licht reagieren. Das betrifft in erster Linie die Bell Albino's aber generell alle Albino's, ganz besonders die Eclipse Zuchtformen der Bell Albino Linie und den Mack Super Snow Bell Albino.

Der Grund ist das fehlende Melanin im Körper/ Auge, das ist der schwarze Farbstoff, der das ankommende Licht im Auge absorbiert und die Lichtempfindlichkeit senkt.

Ein zu helles Licht mit Schwerpunkt auf blauer Wellenlänge, zwingt diese Farbformen zu einem dauerhaften Rückzug bei Tag und erschwert die Fütterung, da sie viel blinzeln müssen und so die Futtertiere fast nicht erkennen können. 

Hier rate ich zu warmweißen Leuchtstoffröhren um die 4000-4500K und einer 840er Lichtfarbe. 
Alle oben empfohlenen Osram Leuchtstoffröhren und Kompaktlampen gibt es in 840er Lichtfarbe. Einfach etwas googeln ;-)


LED's


Ihr werdet euch jetzt fragen, warum empfehle ich euch keine LED's?
Hier spart man leider am falschen Ende. Als LED's aufgekommen sind, konnte man oft einen leichten Grünschimmer im Licht erkennen. Dies nehmen natürlich auch Leopardgeckos war. Daher waren frühere und sind heute auch noch billige LED's ungeeignet für Reptilien. Heute sind wir technisch etwas weiter und einige Hersteller haben schon spezielle Reptilien LED's entwickelt. In der Aquaristik geht man auch immer mehr zu LED's über, da die Technik hier schon weit fortgeschritten ist. Wie LED's auf Reptilien wirken, ist mangels Studien aber noch nicht bekannt. 
Hier sage ich immer ''Schuster bleib bei deinen Leisten''. Lieber beim Bewährten bleiben und das sind Leuchtstofflampen.
Es bleibt euch aber selbst überlassen LED's zu testen. Nehmt aber bitte keine Haushalts LED's sondern die wo für Reptilien entwickelt wurden (z.B. von Lucky Reptile oder Reptile Systems). Bedenkt, eure Tiere können nicht sprechen und ihr müsst schon wirklich Ahnung von Ihnen haben, um zu sehen ob die LED passt oder schadet.


Montage von Leuchtstoffröhren und Kompaktleuchtstofflampen


Die Leuchtmittel zur Grundbeleuchtung habt ihr nun, aber nicht das Zubehör, damit diese überhaupt brennen.

Leuchtstoffröhren benötigen eine Fassung und ein Vorschaltgerät, dass denn Strom aus der Leitung drosselt und langsam steigert, so dass das Leuchtmittel nicht sofort die volle Ladung Strom abbekommt. Das Leuchtmittel wird sozusagen langsam auf Betriebstemperatur gebracht was in einem Bruchteil von Sekunden passiert. Ihr kennt das vielleicht aus dem Büro wenn eine Leuchtstoffröhre nicht sofort angeht sondern erst kurz flackert.

Das Flackern ist einem Konventionellem Vorschaltgerät (KVG) geschuldet, was jedoch nicht mehr Stand der Technik ist, weil der erzeugte Kaltstart das Leuchtmittel schädigen kann. Heutzutage werden sogenannte Elektronische Vorschaltgeräte (EVG) verwendet die dem Leuchtmittel einen flackerfreien Warmstart verpassen. Das erhöht die Lebensdauer gewaltig. Wenn ihr dazu mehr wissen wollt, klickt HIER.

Wichtig ist, dass das verbaute Vorschaltgerät der Lampenfassung die selbe Wattzahl besitzt, wie die Leuchtstoffröhre. Eine höhere Wattzahl als die Röhre funktioniert auch, verschleißt aber die Röhre schneller. Bei geringerer Wattzahl würde das Leuchtmittel gar nicht zünden.

 

Weiter oben bei den empfohlenen Leuchtstoffröhren findet ihr Tabellen mit Wattzahl und Länge des Leuchtmittels.
Nun sucht ihr euch davon eine Leuchtstoffröhre in passender Länge für euer Terrarium aus. Hier ein Richtwert:

Breite Terrarium: >60cm 100cm 120cm 150cm 180cm 200cm 250cm
Empfohlene Lampenlänge: 30-45cm  40-55cm 80-90cm  120cm 120-150cm 150cm 2x 120 oder 150cm

Und nun müsst ihr nichts weiter tun, als ins Internet zu gehen, eure Suchmaschine zu öffnen und nach ''T5 (oder T8) Unterbauleuchte (oder Lichtleiste) XX Watt'' zu googeln. Ich kann euch hier leider keine verlinken, da es das billigste Modell tut und gerade da werden ständig neue Angebote eingestellt. Amazon oder Ebay sind hier meine bevorzugten Handelsplattformen. Ich bestelle gerne beim Ebayhändler ''Lichtlieferant''. Dieser hat auch einen Onlineshop.
Die meisten Angebote dort haben eine Auswahlfunktion. Dort könnt ihr die Wattzahl/ Länge wählen, die Kelvinzahl der Röhre und Zubehör (Adapter, Kabel, Verlängerungen). Passt aber bitte auf dass ihr keine LED erwischt!
Die Lichtleisten sind oft auch koppelbar von Terrarium zu Terrarium wenn ihr eine ganze Wand beleuchten müsstet (Reihenschaltung).

Besondere Lichtleisten für Arcadia Röhren
Einige Leuchtstoffröhren passen in keine handelsübliche Lichtleiste! z. B. haben die billigen Lichtleisten 13 oder 14 Watt und die Arcadia Röhre 15.

Hier braucht ihr Speziallampen aus dem Aquaristik Bereich oder die original Fassungen des Herstellers.

Arcadia hat hier das ''Pro T5 UVB Kit'' im Sortiment, welches zusätzlich mit einem Reflektor ausgestattet ist. Ihr bekommt es gleich mit passender Röhre und der Preis ist gar nicht mal so übel. Ich nutze eine Aquarien Aufsatzleuchte für mein Exo Terra Terrarium. Diese hat 84 Euro gekostet. Dagegen ist der Kit schon günstig.
Zu kaufen gibt es ihn HIER. Außerdem bietet Arcadia ein Kit mit Vorschaltgerät an.


Kompaktleuchtstofflampen

Kompaktleuchtstofflampen haben das Vorschaltgerät bereits im Sockel der Lampe verbaut und ihr benötigt lediglich eine E27 Keramikfassung mit Kabel und Stecker zum Betrieb. Die Fassung wird gegenüber dem Wärmespot montiert.
Arcadia hat hier auch wieder ein Kit mit Reflektor im Sortiment, womit die Leuchte liegend montiert werden kann.


Wo montiert man die Grundbeleuchtung?
An der Innenseite des Deckels mittig oder im vorderen Drittel oder direkt versteckt hinter der Lichtleiste. 

In der Regel liegen dafür Clips oder Halter bei, die man mit Spax festschrauben kann.
In Glasterrarien geht das natürlich nicht, da klebt man die Halter oder gleich die ganze Lampe mit Aquariensilikon an die Decke. Natürlich sollte man das machen, bevor man mit dem Innenausbau beginnt und das Terrarium dafür auf den Kopf stellen, bis das Silikon durchgetrocknet ist.
Ein Reflektor acht hier übrigens richtig Sinn, denn damit kann man das Licht in Richtung Tier lenken und das Terrarium wird besser ausgeleuchtet.

Anmerkung: Die ganzen oben empfohlenen Leuchten haben alle Fertigstecker. Solltet ihr etwas eigenes basteln müssen, die Kabel verlängern wollen oder generell etwas am Kabel schrauben müssen, habe ich weiter unten bei den Wärmespots eine Anleitung eingestellt wie das geht.


Der Wärmefaktor


Dieses Diagramm kennt ihr bereits aus den Grundlagen. Hier nur in etwas abgespeckter Version, da es nun um die Temperaturen im Terrarium geht.

Wir wissen ja schon, dass die Temperaturen in Pakistan den unseren ähneln. Nur wird es im Winter nicht so kalt und es gibt eine Regenzeit während dem Winter. Von Ende Oktober bis März halten die Tiere Winterruhe, hier interessieren und die Temperaturen im Terrarium also nicht, da sie sich nicht im Terrarium befinden. Die Temperatur während der Ein-/ und Ausleitung der Winterruhe also März und November entspricht unserer Zimmertemperatur.

Was übrig bleibt ist also von März/ April bis Oktober Temperaturen zu schaffen, die den natürlichen Temperaturen in ihrer Heimat entsprechen.


Temperaturzonen im Terrarium


Das Terrarium darf man natürlich nicht komplett auf diese Temperaturen aufheizen, sondern man muss den Tieren auch kühle Bereiche anbieten, wohin sie sich zurückziehen können. Wird es ihnen in der Natur zu heiß, ziehen sie sich in tiefere, kühlere Verstecke zurück und generell kommen sie erst in den Abendstunden heraus. Unsere domestizierten Leopardgeckos lassen sich unter den richtigen Bedingungen auch tagsüber blicken um sich zu sonnen.

 

Wir machen es uns einfach und richten uns mit dem Wärmefaktor nach der Maximaltemperatur im Sommerdurchschnitt und zwar 35-40C°.

Idealer Weise arbeiten wir aber mit verschiedenen Wärmefaktoren, so dass auch die schwächeren Temperaturen im Frühjahr geschaffen werden.
Das geht bei Heizkabeln, Matten und Steinen mit Thermostaten (Steuerungsfaktor) und bei Verwendung eines Wärmespots mit einem Schwächeren.

Hier die Temperaturzonen bis 140cm Terrarienlänge:

Bis 140cm Terrarienlänge genügt uns eine Wärmequelle.

Hier die Temperaturzonen ab 150cm Terrarienlänge:

Ab 150cm benötigen wir 2 Wärmequellen.



Arten von Wärmefaktoren


Arten von Wärmefaktoren und deren Einsatzzweck:
Halogen Lampen, Basking Spots (Neodymium), Halogen- Metalldampflampe (HQI) = Licht- und Wärmeerzeugung.
Infrarot oder Keramik Heizstrahler Nur Wärmeerzeugung und unnötiger Stromfresser.
Heizmatten, Heizkabel, Heatpaneel = Lokale Wärmeerzeugung für Quarantäne, Rackhaltung und als Nachtunterstützung, wenn es zu kalt im Zimmer ist.
Heizstein = Lokale Wärmeerzeugung auf kleinstem Raum, reiner Wärmeplatz für kleine Terrarien.

Eine Möglichkeit zur Schaffung von Wärmeinseln sind also Heizmatten/Kabel oder Steine. Sie können unter oder im Terrarium installiert werden. So kann man z. B. nur mit Grundbeleuchtung arbeiten, ganz ohne Spot. Die abgebildeten Terrarien sind 50x30x37cm groß. Für solch kleine Terrarien gibt es keine passenden Spots, da diese die Umgebung zu sehr aufheizen -> Kein Temperaturgefälle. Heizkabel oder Matten sind hierfür ideal. Heizsteine sind weniger gefragt, außer bei ganz kleinen Aufzuchtterrarien. 
Montiert werden Heizkabel mit Kabelschellen und Matten klebt man mit Aquariensilikon oder gar nicht.

ACHTUNG!!!

Bitte betreibt diese Wärmequellen niemals ohne Thermo Control (Temperatursteuergerät)! Sie haben zwar einen eingebauten Überhitzungsschutz bei 50°C, jedoch ist das schon zu viel für Leos und der Stromverbrauch ist auch riesig wenn sie dauerhaft laufen.


Welcher Wärmefaktor ist der Beste?

Das kommt auf den o. g. Einsatzzweck an.  
Der Klassiker für ein Terrarium ist ein HQI-, Basking- oder Halogen Spot. Hiermit wird nicht nur Licht und Wärme erzeugt, es strahlt auch von oben auf die Tiere herab. Wie die Sonne, erwärmt er die darunterliegende Umgebung und der Bewohner kann sich auf die warmen Steinen legen oder direkt bestrahlen lassen. Die Wattzahl des Wärmespots hat eine hohe Bedeutung für unser Hobby, denn je mehr Watt, desto mehr Wärme wird erzeugt.


Wieviel Watt brauche ich?
Bei Heizmatten, Kabeln oder Steinen erübrigt sich diese Frage denn die Wattzahl ist größen -/ längenabhängig. Kauft einfach so groß/ lang wie nötig.

Die nötige Wattzahl vom Wärmespot ist abhängig von der Art des Spots (HQI, Halogen, Basking), dem Hersteller und der Bauweise (mit Reflektor usw.) der Bauweise des Terrariums (Holz, Glas,...), dem Standort des Terrariums (Dachgeschoss, Keller) und der dort herrschenden Raumtemperatur, der Installationshöhe bzw Abstand zum Wärmeplatz, der Jahreszeit (Sommer weniger Watt, Winter mehr Watt), der Art der Rückwand und deren Isolierwert, der Einrichtung des Terrariums, der Größe des Terrariums, den erwünschten Stromkosten (Sparfuchs oder ob's egal ist),...

Welchen Wärmespot in welcher Stärke ihr verwenden müsst, kann euch also keiner genau sagen. Bitte versteht hier, dass man euch solche Fragen nur grob beantworten kann. Hier heißt es nämlich selbst ausprobieren und immer dort kaufen, wo man auch umtauschen kann. 
Als kleine, nur grobe Richtlinie: 30-40 Watt bis 120cm Terrarium. 60 Watt von 120 - 170cm Terrarium, darüber ab 75 Watt.

Oder: 30-30 Watt bis 50cm Terrarienhöhe, 60 Watt bis 70cm Höhe und darüber ab 75 Watt. 100cm hohe Terrarien brauchen 150 Watt aufwärts.


Mit oder ohne UV?
Beim Wärmespot ist UV nicht so wichtig, wenn wir dies bereits mit der Grundbeleuchtung decken. Verwendet Ihr die Osram Lumilux Röhren, wäre es ratsam einen Spot mit UVB Abgabe zu nutzen. Sind UV Röhren höher als 50-60cm montiert, bringen sie nichts mehr und der Spot muss ausgleichen.

Ansonsten tut es ein ganz normaler Halogenstrahler aus dem Baumarkt. Nur dank der EU wird es die bald nicht mehr geben und ihr werdet gezwungen sie im Zoohandel zu kaufen, wo sie teurer sind, obwohl sie genauso von Osram, Silvana und Co. produziert werden....  Danke EU....


Wärmespots Empfehlungen mit und ohne UV


Lucky Reptile Halogen Sun (mini)
Größen: 50, 75, 100W
Mini Version: 20, 35, 50W

Halogen Sun Mini
Lucky Reptile

Größen: 50, 75, 100W

Neodymium Wärme Spot- Lampe
Trixie
Größen: 35, 50, 75, 100, 150W

Intense Basking Spot (mit UVA)
Exo Terra

Größen: 25, 50, 75, 100, 150W



Top 1 - Bester UV Spot (HQI)
Lucky Reptile Bright Sun Desert

Größen: 35, 50, 70, 100W
Vorschaltgerät erforderlich!

Top 2 - UV Spot (HQI)

Econlux Solar Raptor

Größen: 35, 50, 70W
Vorschaltgerät erforderlich!

Top 3 - UV Spot

Arcadia D3 Basking Lamp 

Größen: 80, 100, 160W
Vorschaltgerät integriert

Top 4 - UV Spot
Exo Terra Solar Glo

Größen: 80, 125, 160W

Vorschaltgerät integriert


Wichtig bei Bright Sun und Solar Raptor!
Ich empfehle diese Lampen hier nur, weil sie das natürlichste Licht abstrahlen mit korrekten UV Werten. Leider sind diese Lampen sehr hell (siehe Bild) und keinesfalls für kleine Terrarien zu empfehlen. Die Tiere scheuen dieses helle Licht und lassen sich erst gar nicht blicken.
Wenn ihr euren Tieren hochwertiges UV Licht bieten wollt, verwendet die ''Flood'' Variante als Grundbeleuchtung bei mindestens 70cm Abstand zum Tier. Also nicht als Wärmespot!!!!


Wie installiert man den Wärmespot?


Der Wärmespot wird immer mit einer hitzebeständigen Fassung verwendet, da sich hier schnell über 100 Grad entwickeln können und dies stellt eine hohe Brandgefahr im Haushalt dar! Es gibt bereits fertige Fassungen mit Lampenschirm oder Reflektoren die man nur noch an der richtigen Stelle befestigen muss. Die Kabel sind oft schon so konzipiert, dass sie eine Verbindungsstelle besitzen, wo man sie durch ein Loch im Deckel oder an der Rückwand führen kann und dort verbindet. Einige Hersteller haben hier ein eigenes Patentsystem entwickelt das wasserdicht ist. Die Kabel sind hier aus Silikon oder hitzebeständigem Kunststoff und oft sind mehrere Befestigungsmöglichkeiten (Klammern, Aufhänger,..) dabei.
Folgende Fassungen sind zu empfehlen:

SolarRaptor® Reptile Clamp Lamp S / L 

S = PAR 20/30 Ø 14 cm, bis 70 W

L = PAR 38 Ø 14 cm, bis 160 W
Ohne Reflektor! Innen schwarz

Beiliegender Winkel wird an die Klammer geschraubt und die Lampe passt somit an ein Exo Terra Terrarium
Die Klammer kann auch direkt an den Deckel geklebt (Silikon) oder geschraubt werden.
Mit wasserdichtem Kabelverbinder.

Exo Terra
Light Dome

Light Dome Ø 14 cm, bis 75 Watt

Light Dome Ø 18 cm, bis 150 Watt

Mit Reflektor!
Aufhängung aus Draht mit dabei, um die Leuchte hängend  an der Decke des Terrariums zu montieren.
Passt stehend auf das Gitter aller Exo Terra Terrarien.

Trixie Reflektor-Klemmleuchte mit Schutzgitter

Ø 14 × 17 cm, bis 100 W

Ø 21 × 19 cm, bis 250 W

Ø 21 × 21 cm, bis 250 W
Mit Reflektor!

Auch nur als Reflektor ohne Fassung und Kabel erhältlich. Passt auf fast jede schraubbare Keramikfassung.

Lucky Reptile Thermo Socket
plus Reflector

Schwarz Mini 12 cm. Ø 11 cm
Weiß Klein 18 cm. Ø 14.5 cm

Schwarz Klein 18 cm. Ø 14.5 cm

Schwarz groß 25 cm. Ø 14.5 cm
Mini bis 60W, Rest bis 300W.
Mit und ohne Steckverbindung erhältlich (PRO Modell). Steckverbindung passt aber nur auf Lucky Reptile Vorschaltgeräte!



Achtung Verbrennungsgefahr!
Bitte installiert den Spot immer soweit von den Plattformen und Liegeplätzen weg wie es möglich ist. 30cm sollten es schon sein. Leopardgeckos haben keine Haftlamellen wie Taggeckos aber springen auch mal gerne von der Rückwand oder suchen sich ein zu warmes Plätzchen. Wenn sie ausgerechnet den Spot treffen, können sie sich leicht verbrennen. 
Eins dieser hässlichen Schutzgitter braucht ihr deshalb nicht verwenden (die werden übrigens auch sehr heiß).
Tipp: Einfach ein bisschen mitdenken bei der Installation ;-) 


Verwendung eines Wärmespots ohne Lampenschirm:

Natürlich könnt ihr den Spot auch ohne Lampenschirm verwenden. Dieser hat nur eine optische Funktion und soll das Licht reflektieren. Die meisten Spots haben aber sowieso einen eingebauten Reflektor. Die Wärme reflektieren sie dagegen ganz gut in Richtung Sonnenplatz. Unter Umständen spart man sich dadurch eine Wattstufe und damit Strom. Fertige Hängefassungen mit Kabel gibt es zu kaufen aber wollt ihr die Fassung direkt an die Decke schrauben, benötigt ihr etwas Elektro Fachwissen oder einen Helfer der sich damit auskennt.
Die Elektroinstallation sollte grundsätzlich immer von einem Fachmann durchgeführt werden!!! 
Macht ihr das selbst, dann lasst es bitte danach von einem Elektriker überprüfen. Wenn eure Wohnung durch eine Falschinstallation abbrennt, zahlt das keine Versicherung!!!
Ein Lampenschirm, montagefertig mit Fassung Kabel dran ist da schon sicherer, bevor ihr laienhaft selber rumschraubt.


 Für die Installation benötigt Ihr:
- 1 Zuleitung, Länge wie gewünscht, idealerweise silikonummantelt, 2- oder 3 adrig und 0,5 bis 0,75mm²
- 1 Keramikfassung E27 (oder GU10 wenn Ihr diese Leuchtmittel nutzen wollt)
- 1 Eurostecker (abgewinkelt, gerade, schmal,... wie Ihr wollt)
- Werkzeug (Fasenprüfer, Zangen, Abisolierwerkzeug, Cuttermesser, Aderendhülsen, Crimpzange,...)
- kleine Kabelschellen (zur Befestigung des Kabels an der Terrariendecke)


Wem die Zuleitungsquerschnitte nichts sagen -> Kabel so stark wie das einer Verlängerungsssteckdose oder gleich die nehmen und abzwicken. Aber bitte eine doppelt Isolierte (erkennt man am weißen Kern unter dem Mantel).
PS: Es gibt auch fertige Zuleitungen mit Stecker, fertig abisoliert mit Endhülsen. Ihr müsst das nicht selbst machen.
Im Bild seht ihr ein 0,75mm² Verlängerungssteckdosenkabel von Hagebaumarkt, doppelt isoliert, 5m lang.
Natürlich ist ein Silikon ummanteltes Kabel die beste Option und ab 80 Watt auch sehr zu empfehlen.


Keramikfassung geht jede. Im Bild oben, seht ihr eine 99 Cent Fassung aus dem Baumarkt. Gerne verwendet werden auch Markenfassungen von Trixie, Exo Terra, Lucky Reptile und wie sie alle heißen. Die sind dann schon etwas hochwertiger und haben sichtbare Schraublöcher, wo man bei der Montage besser ran kommt. Außerdem gibt es sie abgewinkelt und mit Gelenken.
Bitte unbedingt aufpassen beim Festschrauben. Keramik bricht leicht. Nehmt für die letzten Millimeter einen Schraubendreher!
Anmerkung: Die 99 Cent Billigfassung kostet im Baumarkt 8.99 Euro. Online bestellen lohnt sich hier gewaltig.


Bei der Montage wird einfach die Zuleitung durch ein Loch im Terrarium (z.B. Rückwand oben) geführt, das Kabel an die noch lose Fassung geklemmt (braun und blau in je 1 der Löcher) und wenn der Erdungsplatz vorhanden ist, einfach mit anklemmen (bei 2- adrigen Kabeln gibt es keine Erdung). Ist kein Erdungsplatz vorhanden, zwickt das gelbe Kabel einfach ganz unten ab und fahrt mit der geschlossenen Hand etwas am Kabel entlang Richtung Fassung. Das schiebt die Isolierung über das abgezwickte Kabelende und verdeckt es.


An das andere Ende vom Kabel kommt ein Euro Stecker. Wo ihr blau und braun/schwarz anklemmt, ob links oder rechts, ist egal. Nur die Erdung sollte an der dafür vorgesehenen Stelle sitzen.
Braun oder Schwarz versorgt den Verbraucher mit Strom (Phase oder ''L'')
Blau führt den Strom zurück ins Netz (Neutralleiter oder ''N'')
Gelb/Grün ist der Schutzleiter, auch Erde, Erdung oder ''PE'' genannt. Er führt Spannung von leitenden Metallteilen weg und leitet sie ins Erdreich ab. Ihr kennt das sicher vom Staubsaugerschlauch wenn dieser aufgeladen ist und es so knistert. Hier kann es zu Staubexplosionen kommen wenn dieser nicht ''geerdet'' ist.


Letzte Schritte
Ist Fassung und Stecker am Kabel montiert, schraubt man die Fassung mit passenden Schrauben an den vorgesehenen Platz. Verwendet bitte die Rutschkupplung beim Akkuschrauber und für den letzten Dreh einen Schraubendreher. Keramikfassungen brechen extrem leicht, gerade die Billigen. Hängt das Kabel irgendwo herab, könnt ihr dies sauber mit Kabelschellen befestigen. Nun ist die Fassung betriebsfertig. 
Wichtig!!! Verwendet zum Eindrehen der Spots bitte immer einen Lappen oder diese dünnen weißen Baumwollhandschuhe. Haut sondert Fett ab und ihr hinterlasst damit Fingerabdrücke auf den Leuchtmitteln. Dies kann besonders bei HQI und Basking Spots zu Fehlfunktionen und zur Explosion führen!


Steuerungsfaktor


Die Technik ist drin, das Terrarium ist eingerichtet? Gut, kommen wir nun zur Steuerung.

Zeitschaltuhr
Die einfachste Version ist die analoge Zeitschaltuhr. Wer schon einmal so eine verwendet hat, wird wissen dass sie ungenau sind, sich selbst mit der Zeit verstellen und dass sie auf nervigste Art und Weise rattern....
Gott sei Dank hat jemand digitale Zeitschaltuhren erfunden :-) Kauft euch so eine, programmiert sie nach Anleitung und vergesst die Batterie nicht! Diese betreibt die Zeitschaltuhr bei Stromausfall weiter, so dass sich die Programme nicht löschen.

Bei den meisten Zeitschaltuhren kann man mit einer einzigen Taste von Sommer-/ zu Winterzeit wechseln und sie sind auch schnell umprogrammiert wenn man die Beleuchtungdauer von Monat zu Monat anders haben möchte.
Beleuchtungsdauer: 8-12 Stunden pro Tag, idealer Weise orientiert am Tag-/ Nachtwechsel draußen in der Natur.
Richtet ihr euch nach der Grafik in den Grundlagen, wird automatisch der Winterruhe Modus eingeleitet, ohne dass ihr euch groß damit befassen müsst.

Restwärme am Sonnenplatz
Geht das Licht aus bzw. oft schon einige Zeit davor, werden Leoardgeckos aktiv und lassen sich blicken weil es Futter geben könnte.
Sie suchen instinktiv die warmen Stellen im Terrarium auf und legen sich dort hin um sich aufzuwärmen. Das ist reiner Instinkt, denn in der Natur machen sie es auch so. Es wird Wärme getankt um für die nächtliche Jagd fit und beweglich zu sein.
Diese warmen Stellen dürfen gerne noch 2-4 Stunden warm sein, so wie in der freien Natur auch. Hier hilft eine Bodenheizung oder eine Styroporplatte unter dem Terrarium/ Sonnenplatz. Wer Fliesen im Terrarium möchte, verlegt diese einfach auf dick Styropor und schon hält sich die Wärme dort.
Steinplatten am Sonnenplatz speichern auch lange Wärme wo die Tiere dann tanken können.


Thermo Control

Das Thermo Control (TC) ist der Fachbegriff für ein Wärme Steuergerät. TC heißt eigentlich das Gerät von Lucky Reptile aber es hat sich halt bei uns Terraristikfans als Überbegriff für derartige Steuergeräte eingebürgert. 

Ein TC besteht aus einem Temperaturfühler mit ca. 2m Kabellänge, 1 Einstelleinheit, 1 Steckdose mit 2 verschieden steuerbaren Steckplätzen und einem Stromstecker mit Trafo.
Den Fühler bringt man an gewünschter Stelle im Rack oder im Terrarium an und stellt das Gerät laut Anleitung ein. Man kann die Temperatur von - bis einstellen und einen Toleranzbereich mit Alarm. Dadurch meldet sich das Gerät lauthals, wenn die eingestellte Temperatur um die eingestellte Toleranz Gradzahl über- oder unterschritten wird. Natürlich kann man den Alarm auch deaktivieren. 

Beispiel: Gerät soll eine Temperatur von 31 Grad C° halten. Wenn es unter 29C° fällt, soll es einschalten und wenn es 33C° erreicht auschalten, bis es wieder unter 29C° fällt. So hält man z.B. im Rack konstante Temperaturen und spart Strom.

Im Terrarium sind diese Geräte überflüssig, da das ständige an und aus im Sommer die Lebensdauer der Lampen senkt.
Achtung! Verlasst euch auch bitte nicht auf die Temperaturangaben und messt dagegen. Ich muss z.B. 4 Grad höher einstellen damit die Wärme passt.

Die TC Geräte haben auch eine Zeitschaltuhr integriert. Diese startet wenn man den Stecker in die Steckdose steckt für die eingestellten Stunden.

12 Stunden sind voreingestellt. Ich habe das heraus programmiert und nutze eine Zeitschaltuhr, auch wenn man das laut Hersteller nicht tun soll. 

Mir war das mit den 12 Stunden und die fehlende Möglichkeit einer leichten Änderung der Zeiten zu dumm.

 


Steuergeräte
sind eine tolle Möglichkeit für ausgebuffte Terrarianer den Tagesablauf zu simulieren. Oft werden diese mit LED Technik kombiniert, da hier in einem Lichtfaktor alle Farben simuliert werden können ohne Wärmeerzeugung. Mit dimmbaren Spots geht das natürlich auch. Zwar nicht mehrfarbig aber ein Sonnenaufgang im gelb/ rot Bereich ist z.B. mit der Lucky Reptile Halogen Sun möglich.

Hier ein kleines Video von Hoppe Terrarienbau für euch:



Dimmer
verwendet man um den Wärmespot zu regeln dass dieser z.B. im Sommer bei 35 Grad aufwärts zurückdreht und nicht mehr so sehr powert.
Natürlich wird damit auch die Lichtleistung reduziert, was bei alleiniger Nutzung eines Wärmespots ohne Grundbeleuchtung quatsch ist. In freier Natur zieht vielleicht mal eine Wolke an der Sonne vorbei aber die Sonne ist da und nicht stundenlang in Sonnenuntergangsstimmung.

Ein Dimmer ist die einfachste Form zur Simulation des Sonnenauf-/ untergangs aber ihr braucht dafür trotzdem ein Thermo Control das mehrere Stufen der Wärme zulässt und so von z.B. 20 auf 25, auf 28 auf 30 auf 32 auf 35 Grad hochreguliert. Es gibt natürlich Dimmer die das können. Einfach etwas googeln ;-)
Kaufempfehlung: Der Amazon Händler ''Plumladen'' verkauft Automatikdimmer, die zwar etwas schlecht bewertet sind, aber speziell von Terrarianern empfohlen werden.


Mondlicht und Farblampen


Wir sind hier in der Terraristik und nicht im Rotlichtmilieu oder in der Disco!
Rosafarbene, blaue, grüne oder was weiß ich noch farbige Leuchtmittel sind ein NO GO!
Leopardgeckos brauchen alle visuellen Wellenlängen inkl. UVA und UVB, was man mit solchen Discolampen nie erreicht. 
Hier interessiert nicht was euch gefällt, sondern was das Tier braucht und was ihm gut tut.
Das Selbe gilt für Mondlicht! Davon habt nur ihr einen Nutzen, die Leos sehen gut bei Nacht selbst wenn es stockfinster ist.
Im Bild ein viel zu kleines Terrarium mit rosa Minispot. Der Besitzer meinte die Lampe gefällt dem Tier, weil es nur darunter lag...
Auf die Idee das das Tier nur deshalb darunter lag, weil es die einzige Wärmequelle war, kam er nicht und war leider unbelehrbar.


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