Natürlicher Lebensraum - Artverhalten


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Der natürliche Untergrund ist erdig-sandig, mehr fest als lose, lehmhaltig, mit Geröll und Gestein durchsetzt und bewachsen mit kleinen Büschen und kargem Gras. Unsere Lüneburger Heide ist wohl der passende Vergleich dazu. Losen Untergrund wie z.B. Wüstensand, finden sie unangenehm, weil sie darin einsinken und in Folge Gelenkprobleme bekommen. Trotzdem kommt dieser in der Natur vor und wird wenn nötig auch betreten.

Tagsüber hält sich der nachtaktive Bodenbewohner in feuchten und trockenen Erdhöhlen, Felsspalten und unter Steinen auf. Bei Anbruch der Dunkelheit verlässt er sein Versteck, wärmt sich auf warmen Steinen auf, tankt noch etwas UV Licht und begibt sich dann auf Nahrungssuche d.h. er läuft herum bis er etwas sieht, pirscht sich an und schnappt zu. Er jagt also nicht aktiv nach Beute.


Zu Anfang stelle man sich folgende Frage: Wie hat so ein Leopardgeckoterrarium auszusehen? Die Antwort ist einfach: Möglichst naturnah!

Nun wir Menschen, waren schon immer und sind uns selbst heute oft nicht bewusst, woher Leopardgeckos kommen und welche Bedürfnisse sie haben.

 

Auch wenn sie seit hunderten Generationen aus Nachzuchten stammen und beinahe alles verkraften, sind es dennoch wilde Tiere, die man korrekt halten sollte. Und das ist so einfach, wenn man weiß wie, denn die Natur gibt uns fast alles was wir benötigen. Ob Erde, Steine, Äste, Wurzeln, Rinde,... alles findet man in der Natur und dass was es nicht gibt, finden wir im Baumarkt oder Zoohandel. 

Naturnahe Haltung meines Eublepharis fuscus
Naturnahe Haltung meines Eublepharis fuscus

Leider haben sich über die Jahre viele Haltungstrends eingebürgert, die einen gut, die anderen weniger. z.B. Fliesenboden, Desinfektion von jeglicher Einrichtung, beinahe sterile Haltung auf Zewa, Kokoshumus, Pinienrinde, losen Calciumsandkügelchen, künstliche Höhlen, Pflanzen, Steine, Quetschspalten,...alles wird abgebacken, gekocht, pingelichst gereinigt und und und.... dabei braucht es das alles gar nicht.
Das abgebildete Terrarium habe ich für meinen Eublepharis fuscus gestaltet. Die Naturalien sind nicht desinfiziert oder abgebacken, sondern wanderten so ins Terrarium wie gefunden. Gekauft sind die Pflanzen (Sukkulenten, Hauswurzen, Kakteen) und die Wasserschale.

Die Wetbox ist eine ausrangierte Tupperware Brotbox, welche ich mit Epoxidharz und Waldboden angepasst und unter Steinen versteckt habe. Unter dem grabfähigem Bodengrund vom Waldrand verläuft ein Staubsaugerschlauch von der Wetbox bis vorne rechts zum lebenden Stein. So hat der Gecko genug Rückzugsmöglichkeit auch ohne Quetschspaltenrückwand. Auf diese habe ich bewusst verzichtet, da das Tier rechts an der Rinde klettern und sich dahinter quetschen kann. Das Terrarium ist übrigens ein 90x45x60cm Exo Terra und beleuchtet wird mit Arcadia UV Lampen.


Naturnaher Bodengrund


Ihr habt bestimmt schon tausendmal gelesen dass der Bodengrund fest sein muss, damit der Gecko ihn nicht frisst. Dem ist nicht so. Ein gesundes Tier frisst selten und wenn, dann nur wenig Bodengrund. Grabfähigkeit und Rundes Korn sind die einzig wichtigen Richtwerte.

Um ehrlich zu sein haben viele passenden Bodengrund vor der Haustüre und wissen dies nicht. Die erste Anlaufstelle sind Baustellen, wo der Erdaushub oft nur herumliegt. An Waldrändern und Bruchkanten wird man auch fündig. Den Bodengrund muss man oft erst sieben um die größeren Steinchen zu entfernen und manchmal auch noch etwas Lehmpulver untermischen. Natürlich leben darin gerne Insekten wie Ameisen, welche aber wenig stören und von selbst verschwinden, wenn man die Erde in Eimern etwas stehen lässt.

Die Alternative aus dem Zoohandel: Terrarienerde

Die Firma Lucky Reptile bietet das grabfähige Substrat ''Desert Bedding'' an. Dabei handelt es sich um feine Erde gemischt mit Lehmpulver und Farbpigmenten. Auch größere Erdstückchen sind enthalten. Erhältlich in Beige und Outback Rot, kommt dieses Substrat dem der natürlichen Umgebung sehr nahe. Trotzdem sollte man noch Lehmpulver beimischen, ihn feucht verarbeiten und öfter besprühen, sonst staubt er und wird irgendwann locker.


Alternativer Bodengrund


Sand war früher immer erste Wahl für Leopardgeckoterrarien mangels Alternativen. Ihr müsst euch das so vorstellen: Da wurde ein Aquarium genommen, Sand von der Baustelle reingeschaufelt und so vegetierten die Tiere dahin bis an ihr Lebensende. Erst im Laufe der Zeit wurde man schlauer.
Geeignete Sandarten sind:

Spielsand, Herkunft: Baumarkt

Die billigste Variante des Bodengrunds ist Spielsand aus dem Baumarkt. Aber bitte achtet darauf, das auf der Verpackung ''Rundes Korn'' steht und verwechselt beim Kauf nicht Spielsand mit dem hellgrauen Quarzsand!

TerrariensandHerkunft: Ebay, Zoohandel, Onlineshops

Von weiß bis schwarz ist alles möglich, jedoch sind Farbsande oft gefärbt und können abfärben. Terrariensand kostet ca. 1,50 Euro je kg und es gibt ihn auch als Fertigmischung, versetzt mit Lehmpulver, wovon oft viel zu wenig drin ist.

Calziumsand, Herkunft: Zoohandel, Aquaristik Fachhändler

Er wird aus zerriebenen Muschelschalen gewonnen, ist voll verdaubar, aber sollten Geckos ihn in Massen aufnehmen, sorgt er genauso für Verstopfung wie normaler Sand. Die Körnung der meißten Calciumsandarten ist perlenartig und damit ungeeignet.

Kaufempfehlung:

Es gibt eine Art von Calziumsand, die sehr fein ist und zwar Repilite von der Firma Blue Iguana. Produziert für die Meerwasser Aquaristik, geeignet für die Terraristik und in vielen Farben erhältlich. Diese Sandart lässt sich sehr gut mit Lehmpulver vermischen und  somit extrem verhärten. Im losen Zustand verdreckt er schnell mit Kotresten, staubt und trocknet die Geckohaut aus.


Lehmpulver - der nötige Festiger


Sand aller Art, ob Spielsand oder Fertigmischung sollte auf jeden Fall nochmals mit Lehmpulver vermischt, angefeuchtet und dann im Terrarium festgedrückt werden. Nur so entsteht ein sicherer, nicht zu weicher Untergrund für die Tiere. Erhältlich ist Lehmpulver auf Messen, im Fachhandel (Baubedarf, Zoohandel) oder über das Internet (Ebay, Terraristikshops, ...) Oft wird es günstig als natürlicher Baustoff vertrieben oder als Tonpulver im Bastelbedarf. Die gängigen Farben sind rot, beige, gelb, weiß und schwarz, was den Sand auch etwas umfärbt. Das richtige Mischungsverhältnis ist:
10:1 = grabfähig, 8:1 = leicht grabfähig, 5:1 = hart wie Beton (Sand : Lehmpulver).
Beispiel: 25kg Sand, 5kg Lehmpulver für eine 5:1 Mischung


Bodengrund für spezielle Leopardgeckos (Sandfresser)


Sooo, das wäre es an dieser Stelle schon gewesen mit den Untergründen, wenn da nicht ein paar Spezialisten unter den Leopardgeckos wären...

Wir wissen dass Leopardgeckos in der freien Natur ihren Mineralienbedarf durch Futter und die geringfügige Aufnahme von Bodengrund decken.

Hat ein in Gefangenschaft lebendes Tier nun einen solchen Mangel, wird es sich völlig natürlich verhalten und Bodengrund fressen wenn keine Mineralienquelle zur Verfügung steht. Die Schale mit Calcium reicht da oft nicht, denn es gibt noch mehr wichtige Mineralien die so ein Reptil braucht.

Was macht der Leopardgecko also? -> Er frisst Bodengrund.  
In kleinen Mengen ist das auch nicht schlecht, sofern man rundkörnigen Sand verwendet hat. Ist dieser scharfkantig wie z.B. Quarzsand, schlitzen die Sandkörner den Verdauungstrakt auf und verletzten das Tier massiv, so dass es innerlich verblutet.
Bitte passt bei Verwendung von Sand ganz besonders gut auf. So manch einer erlebte schon das böse Erwachsen als er farbigen Terrariensand kaufte und ihm dieser beim Verteilen im Terrarium die Finger aufschlitzte... Auch Terrariensand ist nicht immer rundkörnig, selbst wenn ein Leopardgecko drauf abgebildet ist. Da sind schon sehr oft Leute drauf reingefallen. Auch färbt er gerne mal stark ab, besonders Schwarzer.

Das Sand fressen kann übrigens sogar psychosomatisch werden, d.h. dass das Tier sofort bei Sandkontakt anfängt diesen zu fressen. Solche Tiere sind nicht heilbar und man muss ihnen den sandigen Bodengrund komplett entziehen damit sie weiterleben können.
Manchmal steckt hinter dem Fressen von Bodengrund auch ein erblich bedingtes Problem. Es gibt Tiere die können schlecht Calcium verwerten und bei solchen hilft auch keine vermehrte Gabe von Mineralien um das Sand fressen zu unterbinden. Es hilft hier nur der Verzicht auf Sand jeglicher Art und auch auf Kokoshumus und andere lose Untergründe weil das alles gefressen wird.
Das abgebildete Tier hat sehr viel Sand gefressen, dadurch Verstopfung bekommen und ist schließlich qualvoll daran verendet. 


Fliesen

Eine beliebte Variante der Terrarieneinrichtung ist es, Fliesen zu verlegen. Diese sind hygienischer und müssen nicht getauscht werden. Außerdem können Leopardgeckos dort nicht graben und die Gefahr des Sandfressens ist auch gebannt. Als Unterbau bietet sich Styrodur/ Styropor an, worauf die Fliesen mit Aquariensilikon oder Flex-Fliesenkleber geklebt werden. Der Dämmstoff hält den Sonnenplatz Abends länger warm und reduziert die erforderliche Wattstärke des Wärmespots um etwa 20 Watt.  Das spart natürlich ordentlich Strom :-)

Gut geeignet sind Fliesenmatten aus Marmorbruch, die es in jedem Baumarkt zu kaufen gibt. Die Steine sollten nicht scharfkantig sein. Der Preis pro Matte (30x30cm) beträgt ca. 4,99 Euro und Sie sind in verschiedenen Farben erhältlich. Günstiger bekommt man die Fliesenmatten bei Ebay für etwa 2,99 Euro/ Stück. Verfugt werden die Fliesen mit handelsüblicher Fugenmasse (z.B. Knauf Fugenbunt) oder Flex Fliesenkleber. Auch Lehmpulver oder Sand kann man hier verwenden, beides wird jedoch mit der Zeit locker und fällt heraus. Fliesen sind leicht zu reinigen und als Buddelmöglichkeit dient immer noch die Wetbox. Will man zusätzliche Grabstellen anbieten, fliest man nur teilweise und kombiniert einfach mit Sand/ Lehm oder Terrarienerde. Fliesen sind gut, jedoch KEIN natürlicher Untergrund!

 

Sand-Fliesenkleber
Mischt man Sand oder Terrarienerde mit Fliesenkleber, kann man wundervoll harte Landschaften gestalten.
Trocknet das Gemisch aus, ergibt sich eine rissige Landschaft ohne gefährliche Sandkörner. Für den farbigen Touch, mischt man einfach noch Abtönfarbe, Farbpartikel oder farbiges Lehmpulver bei.


Wichtige, unerlässliche Einrichtungsgegenstände!


Wetbox / feuchte Höhle

Ein sehr wichtiger Teil der Einrichtung ist die Wetbox, in die sich die Tiere am Tag, während der Häutung oder sogar zur Eiablage zurückziehen können. Eine Wetbox kann man leicht selbst herstellen. Hierzu eignen sich Plastikboxen aller Art (Tupperware, alte Eisboxen etc.) die mind. eine Höhe von 8 cm aufweisen. In den Deckel der Box bohrt oder schneidet man ein Loch, durch welches sich der Gecko leicht hindurchzwängen kann.
3cm ist ein guter Lochdurchmesser und mit einer Lochsäge + Akkuschrauber geht das schneiden sehr einfach.

Besonders gut als Substrat ist Kokoshumus, welcher im Zoohandel in getrockneter und gepresster Form und in verschiedenen Größen erhältlich sind. Den ''Ziegel'' legt man in einen Eimer, füllt diesen ungefähr mit der doppelten Menge Wasser wie die Größe des Ziegels und lässt dies aufsaugen. Der Ziegel quillt dann auf und bröselt außen ab. Wenn er innen noch trocken ist, einfach Wasser nachfüllen. Danach kann man ihn mit der Hand zerbröseln und ihn in feuchtem Zustand im geschlossenen Eimer aufbewahren.

Die korrekte Feuchte besitzt das Substrat, wenn man eine Hand voll nimmt und dieses zusammendrückt. Tropft kein oder kaum Wasser heraus, ist es richtig. Danach einfach in die Box füllen, Deckel drauf und ab damit ins Terrarium oder die Quarantänebox. Das Substrat muss nach einigen Tagen etwas nachgefeuchtet werden weil die Luft im Terrarium Wasser zieht.

 

Sphagnum Moos ist als Substrat weniger gut geeignet. Falls die Geckos es versehentlich fressen, können sie lebensgefährliche Verstopfung bekommen.
 

Wem die Sichtbarkeit der Wetbox nicht gefällt, der kann diese mit Steinen, Ästen, Rinde oder Kork verdecken oder man bastelt aus Styropor und Fließenkleber eine Hülle im Felsdesign passend zur Rückwand. Im Handel sind natürlich auch fertige Wetboxen mit Deko- Oberfläche erhältlich.

Kaufempfehlung: Zoomed Repti Shelter oder Eurozoo Hiding Shelter
Klein für 1 Tier und mittel für 2-3 Tiere, (groß ist nur für größere Reptilien geeignet)
Diese kann man mit Lackspray  und Sand farblich verändern, falls einem die Optik nicht gefällt.
Meine Tiere nutzen diese sehr gerne zur Eiablage, weil sie schön eng sind. Allerdings trocknet die small Version schnell aus und muss oft nachbefeuchtet werden.


Trockene Höhle

Ebenso wie die Wetbox brauchen Leos trockene Rückzugsorte in verschiedenen Temperaturzonen.

Man kann Höhlen in der Rückwand einbauen oder Kokosnusshälften, Blumentöpfe und Steinplatten verwenden. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt und man kann nie genug Höhlen anbieten.


Wasserschale

Jedes Lebewesen braucht Wasser zum überleben. Leopardgeckos nehmen den Großteil ihres Flüssigkeitsbedarfs über das Futter und durch Ablecken des Morgentaues von Gegenständen auf. Trotzdem sollte man den Tieren eine Wasserquelle zur Verfügung stellen und diese täglich frisch befüllen. Kalkrückstände kann man mit heißem Essigwasser reinigen.


Futterschale

Diese ist eigentlich weniger wichtig und kann sogar weggelassen werden, wenn man richtig füttert.
Futterschalen eignen sich für Mehlwürmer, Zophobas und Schaben. Um ein Entkommen zu vermeiden, gibt es eine praktische Lösung im Handel. Eine Futterschale mit aufsetzbaren Ring. (siehe Foto)


Schale mit Calciumpulver

Zur Deckung des Calciumbedarfes bietet man den Geckos eine Schale Calciumpulver an. Sie sollte stets etwas gefüllt sein! Viele Leopardgeckos mögen den Beigeschmack von Sephia nicht und fressen es in Folge nicht.

Kauftipp: Trixie Calcium mikrofein = geruchslos, oder Calciumcarbonat oder Calciumcitrat aus der Apotheke


Thermometer, Hygrometer, Thermo Control

Ein Hygrometer zur Messung der Feuchtigkeit im Terrarium ist unnötig und kann weggelassen werden.
Die Luftfeuchte wird durch die Wetbox geregelt und falls sich eine Häutung ankündigt, sprüht man eben kurz zur Unterstützung.

Mit einem Thermometer kontrolliert man die Temperaturbereiche nach Bauabschluss. Danach kann es ebenfalls weggelassen werden und wird ggf. nur noch zur Kontrolle im eingesetzt. Aus diesen Gründen reicht ein analoges Thermometer vollkommen.

Auch ein digitales Steuergerät (Thermo Control) ist absolut unnötig, es sei denn man verwendet Heizmatten/ Kabel. Das ständige an/aus der Lampe tut weder Tier noch Technik auf Dauer gut. Mit dem richtigen Spot ist eine Temperaturkontrolle selten nötig und wenn es zu warm wird, nimmt man einfach einen wattschwächeren Spot oder schaltet diesen im Sommer aus.. Nach 1 Jahr hat man den Dreh raus und kann das Thermometer einmotten.



Verwendung von Naturdeko


Einrichtungsgegenstände kann man heutzutage überall herbekommen und muss diese oft nichtmal kaufen.

Man findet sie beim Spazieren gehen, auf Ausflügen, im Urlaub, bei der Arbeit, im Haushalt, auf Messen, im Baumarkt oder im Fachhandel.

Vor Verwendung kann man sie reinigen, muss dies aber nicht unbedingt. Ein gutes Beispiel für eine wirklich nötige Reinigung ist Vogelkot.
Dafür eignet sich der
 Druckstrahler, Dampfreiniger oder die altmodische Wurzelbürste. Abkochen oder bei 150C° 1 Stunde lang abbacken geht auch. Hitzeempfindliche oder große Gegenstände, kann man auch im Winter bei Minus 20C° längere Zeit draußen liegen lassen oder sie mehrmals gründlich mit Desinfektionsmittel (Neopredisan, Bacillol AF) behandeln. Eine Kombination von Reinigung, Desinfektion, Hitze-/ oder Kältebehandlung ist ratsam.


Deko


Steine

Steine bzw. Steinplatten eignen sich recht gut zur Gestaltung von Terrarienlandschaften. Sie entsprechen der natürlichen Umgebung der Tiere und durch einen geschickten Aufbau, kann man sich sogar die Kletterrückwand sparen. Je dunkler die Steine, desto mehr heizen sie sich durch den Spot auf. Dies kann sogar die Wattleistung reduzieren und Strom sparen. Durch ihre natürliche Wärmespeicherung bieten sie den Tieren am Abend ideale Wärmequellen und werden gerne als Sonnenplätze angenommen.
Am günstigsten ist es, selbst auf die Suche nach hübschen Steinplatten zu gehen. Diese liegen oftmals am Feldrand oder man bekommt sie in Steinbrüchen bei Steinmetzen oder im Baumarkt. Der Nachteil von echten Steinen ist das Gewicht, bei einem großen Terrarium kann dies leicht mehrere hundert Kilo betragen. Der Unterbau sollte dementsprechend gestützt werden und dies auch aushalten.


Wurzeln, Äste, Rinde und Korkröhren

Wurzeln, Rinde und Äste, findet man sehr leicht im Wald oder im heimischen Garten.

Vorsicht!!! Nicht jede Baumart ist für ein Terrarium geeignet, manche sind sogar giftig (z.B. Eibe) und es ist davon abzuraten bei Unwissenheit einfach irgendwelche Bäume oder Sträucher in sein Terrarium zu stellen.

Für Leopardgeckos sind vor Allem Hölzer mit möglichst rauer Rinde geeignet, da sie auf dieser den besten Halt finden.
Geeignete Hölzer sind z.B.: Kiefer (sehr rauhe Rinde + Äste), alle Obstbäume, Tannenzapfen, Eiche,...

Man sollte sie jedoch vor Verwendung trocknen, damit keine Pflanzensäfte mehr austreten.

Korkröhren oder Rindenstücke gibt es im Zoohandel, in Onlineshops oder massenhaft auf Reptilienbörsen zu kaufen.


Künstliche Deko - Steine, Äste, Felsen, ...

Seit einiger Zeit gibt es auf dem Markt sehr echt wirkende Nachbildungen von Steinen und Wurzeln.

Diese haben den Vorteil, dass sie sehr leicht und hohl sind. Dadurch bieten sie tolle Höhlen/Schlupfwinkel.
Außerdem sind in den unterschiedlichsten Größen, Farben und Formen erhältlich. Der Preis liegt in etwa gleich mit dem Kauf eines echten Gegenstands der selben Größe. (Steine sind etwas teuerer)


Pflanzen im Terrarium, Wüstenterrarium, Steppenterrarium, Lebende Steine, Sukkulenten
https://www.pflanzmich.de/produkt/104221/sukkulenten-mix.html

Echte Pflanzen
Geeignet sind Sukkulenten, Hauswurzen, Lebende Steine und Tillandsien (nur die silberfarbigen). 
Auch Kakteen sind gut, jedoch ist von allzu stachligen Vertretern abzuraten, da die Geckos sich daran verletzen können. Einige echte Pflanzen ändern im Terrarienmondlicht ihre Farbe zu rot und bieten so einen tollen Anblick. Es sollten beim Kauf immer die Pflegehinweise beachtet werden. Düngen ist unmöglich im Terrarium, Trockenheit muss vertragen werden, helles Licht ebenso und Tillandsien vertragen nur Regenwasser. Letztere bekommt man so gut wie nie durch. Sie sind dann eher trockene grasähnliche Deko bis sie zerfallen.
Die Nachteile echter Pflanzen sind: Ungeziefer wird eingeschleppt, Futterinsekten knabbern sie an und sie müssen gegossen werden.


Künstliche Pflanzen

Im Handel gibt es eine große Anzahl künstlicher Pflanzen zu kaufen. Diese sind wesentlich hygienischer und pflegeleichter.
Es gibt auch künstliche Kakteennachbildungen deren Stacheln aus weichem Plastik bestehen. Auch Sukkulenten werden heutzutage fast echt aussehend nachgebildet. Die Onlineauswahl ist hier groß und die Preisdifferenz erschreckend. Leider hat man keinen guten Überblick über die Terrarientauglichkeit sowie die Haltbarkeit und Unbedenklichkeit der Farbe. Kerf hat hier als Zoohändler eine gute Auswahl und die großen Marken der Terraristik haben alle ihre Produkte. 
Noch habe ich keine untaugliche Pflanze gefunden, weder im Billigbaumarkt, noch online. Das einzige Problem ist, dass Insekten keinen Halt vor Kunstpflanzen machen. Grün= fressbar, besonders bei Heuschrecken und der Gecko frisst dann mit dem Insekt Kunststoff.


So, nun wären die wichtigsten und bekanntesten Einrichtungsgegenstände aufgelistet. Der Rest liegt bei euch, geht raus in die Natur, sammelt was euch vor die Füße kommt und lasst eurer Kreativität freien Lauf. Leos lieben Chaos, Verstecke und wenig freie Lauffläche. Er ist schließlich kein Wüstentier was man mit Sand und 2 Höhlen in ein Terrarium packt. Naturnah heißt Chaos, also Hopp Hopp, raus mit euch ;-)


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