Terrariengröße


Der Gesetzgeber schreibt klare Richtlinien vor wie Reptilien gehalten werden müssen. Demnach soll die Terrariengröße für ein Pärchen Leopardgeckos 4 x 3 x 2 (Länge x Tiefe x Höhe) multipliziert mit der Kopf-Rumpflänge (Gesamtlänge minus Schwanz) der Tiere betragen. Für jedes weitere Tier werden 15% der Grundfläche hinzuadiert. Dieses Maß ist absolut NICHT tiergerecht und man sollte es auf keinen Fall so kaufen! Abgesehen davon, dass man ein Pärchen nicht in einem Terrarium hält sondern mindestens 1 Männchen mit 2-3 Weibchen.

Artgerechte Haltung sieht immer anders aus als es der Gesetzgeber vorschreibt und wer sein Tier liebt, sollte unbedingt auf größere Terrarien zurückgreifen. Schon traurig, dass diese Gesetze auf uralten Regeln begründen, aus Zeiten die lange vergangen sind. Heute hält man anders, besser!
Folgende Terrarienmaße haben sich nach langjähriger Leopardgeckohaltung unter uns Haltern eingebürgert:

 

1 Tier: 80cm x 40cm x 50cm (BxHxT)

2 Tiere: 100cm x 50cm x 50cm (BxHxT)

3-4 Tiere: 120cm x 50(60)cm x 60cm (BxHxT) Ab hier auch mit Männchen

5-6 Tiere: 150cm x 60cm x 60cm (BxHxT)

7-8 Tiere: 180cm x 60cm x 80cm (BxHxT)

9-10 Tiere: 200cm x 60cm x 80cm (BxHxT)

Ab 11 Tieren: 250cm x 70cm x 80cm (BxHxT)

 

Ich bitte euch das Mindestmaß für 1 Tier niemals zu unterschreiten, den Tieren zu Liebe und als gut gemeinter Rat, denn...

Leopardgeckos machen süchtig und 90% aller Anfänger kaufen sich noch im selben Jahr weitere Tiere dazu. 50% aller Anfänger hegen bereits beim Kauf oder innerhalb der ersten 6 Monate der Haltung Zuchtgedanken. Dies alles sollte man beim Terrarienkauf einkalkulieren und das Terrarium gleich etwas größer kaufen. 150cm x 60cm x 60cm ist ein gutes Einsteiger-Maß und 2-4 Tiere sind ein guter Anfang.
So bleibt immer noch Platz für 1-2 Neuzugänge falls man schwach wird und man kann jederzeit auch ein Männchen dazusetzen.


Terrarien ab 200cm:
Ich habe die Erfahrung gemacht, je größer das Terrarium und die Besatzdichte, desto scheuer werden die Tiere.

Der natürliche Instinkt wird auf kleinerer Fläche unterdrückt und man duldet sich, da kaum Revierbildung möglich ist.
Ist das Terrarium größer, erwacht der Instinkt und es kommt zu Revierkämpfen. Unterlegene Tiere halten sich dann verstärkt in Wetboxen und Höhlen auf, um dem dominanten Tier nicht in die Quere zu kommen. Oft kommen die Schwächeren dann nicht oder erst spät zur Futtersstelle und ziehen sich bei ''Chefkontakt'' sofort zurück. Denkt aber jetzt bitte nicht es käme in kleineren Terrarien nicht zu Reibereien untereinander. Die sind hier auch vorhanden, nur finden sie selten so intensiv und auffällig statt. Da wird halt mal in den Schwanz gebissen und dann ist der Fall geklärt. In großen Terrarien wird der Unterlegene gejagt und aus dem Revier vertrieben. 


Männchen mit Weibchen in großen Terrarien:
Ein Männchen kann sich bei Weibchengruppen positiv auf das Zusammenleben auswirken. Es trohnt wie ein König über seinem Harem und hält die Zicken im Zaum. Der Nachteil wiederum sind lauter trächtige Weibchen zu Beginn der Paarungszeit. Kastrieren ist auch keine Lösung, denn die Weibchen werden unbefruchtet schwanger und das ist mit mehr Komplikationen verbunden als eine normale Trächtigkeit.
Wie man es macht, ist es falsch.... Nicht so einfach als Anfänger oder?


Material


Glas - Das Optimum

Vollglasterrarien bis 150cm bekommt man recht einfach im Zoohandel, über Ebay oder den Terrarienbauer.

Diese sind für Leopardgeckos gut geeignet, da sie leicht zu reinigen und zu desinfizieren sind.
Ebenso sind diese von allen Seiten gut einsehbar und man kann sie so gut im 3D Optik gestalten (Raumteiler).

Ein 120cm Terrarium kostet etwa 140 Euro und obendrauf ca. 40 Euro an Versandkosten falls man es sich schicken lassen möchte. Die Technik befestigt man hier hängend oder klebt sie mit Aquariensilikon an die Decke.

Exo Terra Terrarium
Exo Terra Terrarien gibt es in folgenden Leopardgecko- geeigneten Größen:

PT2613    Large/Wide     90 x 45 x 45 cm  (BxTxH)   Preis: 165,00 Euro (Zooroyal.de)

PT2614    Large/Tall         90 x 45 x 60 cm  (BxTxH)   Preis: 199,00 Euro (Zooroyal.de)

PT2609  Large/X-Tall    90 x 45 x 90 cm  (BxTxH)   Preis: 230,00 Euro (Amazon.de/ Tropicshop)

 

Diese Glasterrarien sind perfekt für die Haltung eines einzelnen Leopardgeckos. Man sollte jedoch die mitgelieferte Rückwand ersetzen, da diese nicht für kletternde Reptilien mit Krallen geeignet ist. Für die Grundbeleuchtung kann man das zugehörige Compact Top oder das Linear Top verwenden und für den Wärmespot die Solar Raptor Clamp Lamp. Diese Wärmespot- Fassung ist speziell für diese Terrarien konzipiert und lässt sich oben am Rand einhängen oder auf die Gitterabdeckung stellen, was bei der 45cm hohen Terrarien sinnvoll ist. Falls jemand ein stylisches Glasterrarium sucht, nur ein Tier halten und etwas mehr Geld ausgeben will, dann ist dieses Terrarium eine sehr sinnvolle Anschaffung. Ich selbst besitze die 90x45x60cm Variante.


Holz (OSB) - Der günstige Allrounder

OSB Terrarium sind günstiger als ein Vollglasterrarium und die verbreitetste Variante. Holz dämmt gut und erfordert keine so wattstarke Beleuchtung wie Glas. Wem das Holz nicht gefällt, lackiert einfach drüber. Klebefolie tuts auch ;-)

Ein 120cm OSB Terrarium kostet bei Ebay zur Zeit etwa 60 Euro mit kostenlosem Versand.
Varianten:  Frontbelüftung oder Seitenbelüftung. Die Seitenbelüftung hat oft zu wenig Lüftungsfläche und man muss nachbessern. Die Frontbelüftung ist effektiver, schränkt jedoch die Einsicht ein, da kleinere Schiebetüren drin sind.


Aluminiumprofile - Das Designer Terrarium

Hier besteht das Grundgerüst aus Aluminiumprofilen, welche im Stecksystem verbunden werden.

Die Aluprofile kann man sich fertig zugeschnitten als Bausatz z.B. bei AL-SO_PLA Marinesystems bestellen.

Als Seitenwände kann man Holzwerkstoffe, Glas oder Ähnliches verwenden und in die Profile der einzelnen Gestellteile einbauen. Der Größe und Form sind kaum Grenzen gesetzt, daher wird diese Bauart gerne in Zoogeschäften von größeren Züchtern verwendet, wo man den verfügbaren Platz komplett ausnutzen möchte.

Preislich liegt ein solches Terrarium etwas über dem Vollglasterrarium.


Forex - Das Leichte Terrarium
Forex ist ein Hartschaummaterial, welches in Plattenform produziert, von Terrarienbauern zu fertigen Terrarien verbaut und dann verkauft wird. Das Material ist feuchtigkeitsbeständig und somit bestens für Terrarien geeignet.

Es ist sehr leicht, aber nicht sehr biegesteif. Das Stapeln ist nur mit eingebauten Trägerprofilen, welche die Böden versteifen möglich. Ein guter Terrarienwerkstoff aber auch teuer. Ein 120cm Terrarium kostet ca. 250 Euro.


Aquarien - Das No Go

Aquarien sind für die Haltung von Leopardgeckos NICHT geeignet, da ab einer gewissen Höhe die Luft darin nicht mehr zirkulieren kann. In der Natur kommt der Feind oft von oben und ein Leopardgecko würde somit jeden menschlichen Eingriff in das Terrarium als Fressfeind (Beutegreifer) betrachten. Scheue, flüchtende Tiere sind das Ergebnis. Ich weiß, für Aquarianer ist das sehr verlockend wenn das Aquarium undicht wird oder man umzieht und das Aquarium statisch nicht mehr stellen kann. Kleiner Rat: Aquarium verkaufen, Terrarium kaufen. Alles Andere bringt nichts. Ich hatte die Situation schon.


Plastikboxen - Racksystem

Plastikboxen werden oft von Großzüchtern verwendet, denn sie sind sehr leicht und brauchen wenig Platz.
Die Boxen werden wie Schubkästen in beheizte Regalsysteme geschoben und heißen Racks. Die Rackhaltung ist sehr umstritten, da sie ausgewachsenen Tieren nicht genügend Platz bietet. Für Jungtiere ist sie hingegen ideal zur Aufzucht und man benutzt diese Variante auch zur Quarantäne, da man die Boxen sehr leicht reinigen kann.
Kaufttipp: Samla von Ikea 39x28x14 cm/11 l für 1,99 Euro, 78x56x18 cm/55 l für 7,99 Euro, Rotho Clear Box 18 l

 


Gebrauchte Terrarien


Terrarien kann man natürlich auch für den kleinen Geldbeutel gebraucht bei Ebay usw. erwerben.

Doch Vorsicht!

Informieren Sie sich gut beim Verkäufer, was im Terrarium war und weshalb dieses abgegeben wird.

Schnell kann man bei solchen vermeintlichen ''Schnäppchen'' eine böse Überraschung erleben und stellt nach der ersten Kotuntersuchung plötzlich fest, das die Tiere durch parasitenverseuchte Terrarien oder Einrichtungsgegenstände krank geworden sind.

 

Gerade in der heutigen Zeit ist das Thema Kryptosporidien ein leidiges und zugleich wichtiges Thema!

Die Infektionen häufen sich und der Parasit wird durch wissentlich oder unwissentlich von Hobbyhaltern, Züchtern und Vermehrern auf Börsen, bei Onlinekäufen und in Zoogeschäften immer weiter verbreitet. Ein kleiner Gegenstand aus einem kryptosporidienverseuchten Terrarium und der ganze Bestand könnte bzw. wird mit Sicherheit infiziert werden. Kontaminierte Terrarien oder infizierte Tiere sind noch um ein Vieles gefährlicher. Deshalb sollte man einen Neukauf immer vorziehen und sich auch den Züchter seiner Tiere gut aussuchen.

Nichts ist schlimmer, als hunderte oder tausende von Euro an Anschaffungskosten zu investieren und mit einem Fehler alles zu vernichten.

 


Marke Eigenbau


Der handwerklich Begabte kann sich natürlich sein Terrarium nach eigenen Vorstellungen selbst bauen. Dies ist gar nicht so schwer wenn man nicht gerade zwei linke Hände besitzt.

HIER findet ihr Anleitungen, Tipps und Tricks zum Terrarienbau.


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