Was zum Teufel sind eigentlich Cryptosporidien???


Cryptosporidien oder auch Kryptospordien, Kryptos, Reptilien AIDS oder C+ bezeichnet, sind Endoparasiten, welche im Verdauungstrakt der Wirte leben. Es gibt über 40 Unterarten dieser Parasiten, welche sich auf bestimmte Wirte spezialisiert haben z.B. Menschen, Reptilien, Hund, Katze oder sogar speziell auf Schlangen und Geckos. Sie verursachen Durchfall und Erbrechen, mehr oder weniger stark ausgeprägt. Der Befall eines Geckos mit einem auf Menschen spezialisierten Kryptostamm ist in der Regel heilbar oder kommt erst gar nicht zum Ausbruch.

Für Leopardgeckos sind C. serpentis (bei Schlangen) und C. saurophilum (bei Echsen) wichtig, denn diese sind unheilbar und hochansteckend für alle Reptilien. Andere C+ Arten können vollständig geheilt werden. Der Befall äußert sich gar nicht, bis die Tiere Stress ausgesetzt werden. Stressfaktoren sind Kauf, Börsen, Transport, Versand, Tierarzt, Umzug, Terrarienwechsel, Winterruhe, Trächtigkeit, Paarung, Revierkämpfe,...
Dadurch vermehren sich die Parasiten rasant im Magen/- Darmtrakt wodurch die Tiere ihr Futter erbrechen und Durchfall bekommen, wodurch sie schnell abmagern, dehydrieren und letztlich binnen weniger Wochen verenden. Sie sterben sozusagen den Hungertod und verdursten.

Cryptosporidien übertragen sich durch mit dem Erreger kontaminiertes Trinkwasser, Futterinsekten, Einrichtungsgegenstände und die Ausscheidungen infizierter Tiere, wenn gesunde daran lecken. Es erfordert immer ein infiziertes Tier oder einen kontaminierten Gegenstand um sich diese ''Pest'' in den Bestand zu holen. Es gibt auch die Annahme dass Kryptos, aufgrund ihrer geringen Größe, durch die Luft übertragen werden, wenn man diese z.B. durch das Säubern der Box aufwirbelt. Das bleibt jedoch ein Mythos, bis es bewiesen wird. Das Handling ohne Einweghandschuhe und deren Wechsel bevor man ein anderes Tier versorgt, ist hier schon der weitaus größere Verbreitungsherd. Kryptos sterben außerdem nicht sofort außerhalb des Wirtes ab, sondern sind je nach Umgebungstemperatur bis zu 2 Jahre aktiv und warten auf einen neuen Wirt. Sie vertragen langfristig Temperaturen von -20 bis hin zu + 65C° und sind resistent gegen viele gängige Desinfektionsmittel. Parafectans und Neopredisan sind hier sehr wirksam aber auch gesundheitsschädlich und stinken wirklich abartig nach Chemie.

Aktuell gibt es KEINE Heilungsmöglichkeit für Reptilien, da diese alle bekannten Medikamente gegen C+ nicht vertragen oder es nicht möglich ist, ihnen die erforderliche Menge an Medikamenten zu verabreichen.
Es gibt aber Medikamente (Humatin)  um die Sympthome zu bekämpfen, die Parasitenzahl zu vermindern und das Leben der Tiere zu verlängern. Infizierte Tiere können somit bei jedem Ausbruch behandelt, gerettet und relativ beschwerdefrei alt werden. Sie bleiben aber ihr Leben lang hoch ansteckend, was eine Abgabe in einen infizierten Bestand oder deren Einschläferung nach sich zieht, um den vorhandenen, gesunden Bestand nicht zu gefährden. Bitte verkauft keinesfalls solche Tiere als gesund oder ihre Terrarien und Dekoartikel. Hier bleibt nur verbrennen, einäschern.
Glasterrarien und manche Einrichgtungsgegenstände kann man relativ gut mit Hitze desinfizieren, indem man sie mehrere Stunden bei etwa 100C° in die Sauna stellt, abbackt oder abkocht. Alle porösen Dekoartikel, Holzterrarien usw. sollte man lieber gleich vernichten. Die Gefahr einer Weiterverbreitung ist einfach viel zu hoch und wir Reptilianer bezeichnen diese Krankheit nicht ohne Grund als Pest oder Reptilien AIDS.

Durch folgende Vorsichtsmaßnahmen vermeidet man das böse Erwachen:

  • Keine Futterinsekten aus zweifelhaften Quellen kaufen (Großzüchter wie Bugs International, Kerf usw. werden kontrolliert!)
  • Keine Billig- Leos von Massenzüchtern, Messekäufe, Zoohandel und lasst die Finger von Mitleidskäufen. Diese armen abgemagerten Tiere zu kaufen fördert nur den Profit der Händler und 3 Tage später sitzt darin wieder ein armer Gecko, der auf den nächsten Heiligen wartet.
  • Lasst euch aktuelle und negative PCR/ ELISA Tests von den Zuchttieren zeigen (ein sauberer Züchter wird diese gerne vorzeigen)
  • Keine gebrauchten Terrarien und Dekoartikel erwerben
  • Quarantäneutensilien von neu gekauften Tieren regelmäßig abkochen, abbacken, desinfizieren
  • Quarantäne korrekt und in einem separaten Raum, getrennt vom Bestand durchführen
  • Einweghandschuhe bei jedem Kontakt mir Neuzugängen, Desinfektionsmittel (auch bei Börsenbesuchen), separate Pinzetten,...
So sieht ein infiziertes Tier aus
So sieht ein infiziertes Tier aus

Näheres hierzu könnt ihr HIER und HIER oder HIER nachlesen.

Und BITTE lest euch diesen Roman hier wirklich intensiv durch, denn damit ist nicht zu spaßen!
Diese ''Seuche'' muss unbedingt gestoppt werden und das geht nur, wenn solche Sachen wie sinnloses Züchten von Anfängern, Käufe aus dem Zoohandel, Mitleidskäufe und Massenvermehrer aufhören. Hört bitte auf das zu unterstützen und nehmt das nicht auf die leichte Schulter!

Wie kann man Cryptosporidien nachweisen?

Cryptosporidien sind nachweisbar durch die Sezierung eines toten Tieres, Kotproben, Magenspülproben und Erbrochenes.
Die sicherste Methode ist die Sezierung der Magen/ - Darmschleimhaut eines verendeten Tieres im Labor. Hat man den Verdacht die ''Seuche'' im Bestand zu haben, weil ein Tier Symptome zeigt, lasst es einschläfern und im Labor untersuchen. Das kostet zwischen 40 und 70 Euro und bringt 100%ige Sicherheit. Aber bitte lasst die Tiere vorher auf normale Parasiten testen, denn auch andere Parasiten verursachen Durchfall,..

Kotproben und Magenspülproben lässt man im Labor oder vom Tierarzt untersuchen. Es gibt 3 verschiedene Nachweisverfahren für Kryptosporidien den PCR (DNA) Test, den ELISA, welcher oft mit der Ziehl- Neelsen oder Karbolfuchsin Färbung kombiniert wird und den IFAT.

Der PCR ist der sicherste Nachweis von Beiden. Das ist ein DNA Test, der die DNA der Kryptosporidien im Kot feststellt. Es kann sogar der genaue Stamm festgestellt werden, damit man weiß, ob es heilbar oder unheilbar ist. Der PCR auf Kryptosporidien wird nur von wenigen Labors angeboten. Relevant wäre hier das Institut für Parasitologie in Wien und Laboklin in Bad Kissingen.
Preise: Wien: 38 Euro*, Sequenzierung Wien: 22 Euro*, Laboklin: 43,38 Euro*, Sequenzierung: ?? Euro*

Der ELISA ist ein Antigentest. Betroffene Tiere produzieren ein Antigen gegen den Erreger, der mit dem ELISA nachgewiesen wird. Das kann er jedoch nur, wenn genug Antigene vorhanden sind, was meist erst in einem späten Stadium der Infektion mit auftretenden Sympthomen der Fall ist.
Er wird oft kombiniert mit der Einfärbung der Probe mit einer Testflüssigkeit, welche sich an die Kryptosporidien und deren Eier anhaftet und diese unter dem Mikroskop sichtbar macht. Diese Färbungen haften leider auch an Kokizidien an, zu deren Art Kryptos gehören. So erhält man leicht ''Falsch -positive'' oder ''Falsch-negative'' Ergebnisse. Auch kann dadurch der Stamm nicht bestimmt werden, was automatisch einen PCR in Wien nach sich zieht. Kurzum: Macht man gleich einen PCR, spart man Geld, Zeit, Ärger und hat ein sichereres Ergebnis.
Exomed: 22,23 Euro*, Laboklin: ?? Euro*

Der IFAT soll ein weiteres Bestimmungsverfahren für die C+ Stämme sein welches von Laboklin und Exomed angeboten wird.
Ich habe allerdings kaum Infos darüber. Weder über die Sicherheit, noch über die Verfahrensweise.
Exomed: 30 Euro*, Laboklin: ?? Euro*

Voraussetzung für den Nachweis von Kryptosporidien ist natürlich das Vorhanden sein von Parasiten oder derer Eier in der Kotprobe, weshalb man immer über mehrere Tage Kot sammeln und diesen als Sammelprobe einsenden sollte. Ebenso ist ein einziger Test nicht ausreichend für den sicheren Ausschluss einer Infektion. Mehrere Tests über längere Zeit und deren jährliche Wiederholung sind hier unumgänglich.

Einsendeformulare und Versandinfos findet ihr ganz unten zum Download.

* Preise Stand 2016