Unbefruchtet - Befruchtet?


© by www.leoFee.de
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Ob die Eier befruchtet sind, erkennt man am Vorhandensein der rosafarbenen Keimscheibe, welche man bei durchleuchten mit einer Taschenlampe gut erkennen kann. Dazu einfach von unten eine kleine LED Schlüsselanhänger Taschenlampe direkt an das Ei halten und von oben hindurch blicken. Manchmal ist diese sehr gut erkennbar, manchmal fast gar nicht. Ist sie nicht vorhanden, ist das Ei unbefruchtet, jedoch erkennt man das als Laie oft nicht so ganz. Die Keimscheibe wächst nach einigen Stunden oben im Ei fest und aus ihr bildet sich dann der kleine Gecko. Deshalb sollte man die Eier immer mit der Keimscheibe nach oben in die Brutbox umlagern. 
In den Fachbüchern wird oft dazu geraten die Oberseite der Eier mit einem Stift zu markieren. Spart euch diesen Aufwand, denn er ist nicht nötig. 
Den Grund erfahrt ihr gleich :-) Nehmt die Eier also aus dem Ablagebehälter und legt sie genauso in das Brutsubstrat.


PS: Auch vermeintlich unbefruchtete Eier sollte man immer in den Inkubator legen. Ist das Ei nämlich nicht befruchtet, geht es innerhalb von wenigen Tagen kaputt, fällt ein und schimmelt. So erledigen sich Fragen wie ''befruchtet oder unbefruchtet?'' ganz von selbst.

Bevor ihr euch jetzt als Anfänger überrennt und wild mit der Taschenlampe herum leuchtet, packt die Eier doch einfach in den Inkubator und wartet ab was daraus wird ;-)

Mythos Eierdrehen...

In allen Fachbüchern heißt es zu diesem Thema:

''Dreht man die Eier nach der Ablage würde der Dottersack das Jungtier erdrücken''.

 


Hierzu gab es doch tatsächlich schon Studien von Züchtern mit dem Ergebnis, dass die Jungen auch durch mehrmaliges Drehen der Eier in den unterschiedlichen Inkubationsstadien gesund und munter schlüpfen. 

Wenn also jemandem von euch ein kleines Malheur passiert und rein zufällig so ein Inkubationsbehälter oder gar der ganze Inkubator zu Boden fällt, dann werft nicht gleich die Flinte ins Korn. Es gibt gute Chancen das die Jungen trotzdem unversehrt schlüpfen :)

 


Was ist eine Inkubation?


Buchtipp
Buchtipp

Unter Inkubation versteht man das künstliche Ausbrüten der Eier in einem Inkubator (Brutkasten). Einen Inkubator kann man im Handel kaufen oder selbst herstellen.

Die Inkubation ist zwar auch im Terrarium möglich, jedoch dauert dies sehr lange und die Jungtiere werden aufgrund der Temperaturen oft Männchen. Außerdem würden im Falle eines Schlupfes, wahrscheinlich die Elterntiere über das Junge herfallen und es fressen.


Selbstgebaute Inkubatoren


© by www.der-leopardgecko.de
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Die Selbstbauvariante besteht aus einem alten Aquarium, in das man ca. 10cm hoch Wasser füllt. Auf Abstandhalter (Steine etc.) legt man ein Lochblech und auf Dieses werden dann die Heimchendosen mit den Eiern gestellt. Im Wasser bringt man einen Aquarienheizstab an, der für die nötige Temperatur im Inkubator sorgt.

In der Plastikbox misst man nun mit einem Thermometer die Temperatur und regelt diese solange am Heizstab, bis man die gewünschte Temperatur erzielt.

Ein Hygrometer misst ständig die Luftfeuchte denn diese darf nicht unter 75% sinken. Aufgrund des entstehenden Kondenswassers, wird über den Brutbehältern schräg eine entfernbare Glasplatte angebracht. An dieser kann das Kondenswasser ablaufen ohne auf die Eier zu tropfen.

 

Meine Meinung: Bitte lasst den Eigenbau sein. Die ganzen Materialien kosten soviel wie ein gebrauchter Inkubator und der funktioniert tausendmal besser und genauer. Bei mir überhitze übrigens der Heizstab.


Gekaufte Inkubatoren


Wer das Geschick und die Mittel zum Eigenbau nicht zur Verfügung hat oder öfter züchten will, der sollte sich einen Flächenbrüter zulegen. Diesen gibt es für ca. 120 Euro im Handel oder für ca. 60 Euro gebraucht bei 3 2 1 meins.

 

Anmerkung zu Billiggeräten:

Es gibt in Ebay Billig-Geräte die um die 40 Euro kosten. Diese funktionieren wie die Eigenbaumethode mit Aquarienheizstab, sind aber sehr knapp bemessen was den Platz angeht (oft kann man nicht einmal die Deckel der Dosen schräg aufsetzen). Außerdem ist es schwer damit die passende Luftfeuchte zu halten und die Temperaturen schwanken auch stark. Daher eignen sich diese Geräte hauptsächlich für das Brüten zwischen 28 und 30C° denn falls das Gerät einmal zu sehr schwankt, gehen die Eier nicht gleich kaputt. Für Anfänger, welche nur einmal Eier brüten wollen eignen sie sich doch recht gut. Es gibt auch viele die mit solchen Geräten gute Erfahrungen gemacht haben.

Allerdings haben diese Geräte einen niedrigen Wiederverkaufswert.

Einen gebrauchten Bruja oder Herb Nursery kann man in der Regel für den gleichen Betrag wieder verkaufen, für den man ihn erworben hat. Daher sind die Markengeräte zwar teurer in der Anschaffung aber in jeder Hinsicht besser.

 

Hier einige Kaufempfehlungen:


Bruja 400/Rd (digital)
Bruja 400/Rd (digital)

Bruja 400/Ra, 3000/Ra (analoge Einstellung)
Bruja 400/Rd, 3000/Rd (digitale Einstellung)


Hersteller: Bruja
Preis:
400/Ra ca. 98 Euro
400/Rd ca. 119 Euro
3000/Ra ca. 118 Euro
3000/Rd ca. 139 Euro
Größe:
400er Modell: 41 x 41 x 20,6cm (LxBxH)
3000er Modell: 54 x 41 x 20,6cm (LxBxH)

Bruja 3000/Rd (digital)
Bruja 3000/Rd (digital)

Fassungsvermögen:
400er Modell: 9 Heimchendosen
3000er Modell: 12 Heimchendosen
Regelbereich:

Analog Modelle: 25-35C° in 0,1C° Schritten
400/Rd 20-45C° in 0,1C° Schritten               
3000/Rd 20-40C° in 0,1C° Schritten
Stromverbrauch: 16Watt/Stunde

Vorteile:
+ Herausnehmbare Rinnen für leichtere Reinigung
+ große Wasserrinnen die nicht so schnell austrocknen
+ Temperaturschwankungen während des Betriebes gleich 0
+ Beim Digital ist die Temperatur laut Einstellung um 0,1-0,2C° niedriger/höher
+ stabile Bauweise
+ Feuerfestes Material

Nachteile:
- Löcher müssen bei Bedarf zugeklebt werden da die Luftfeuchte sonst zu gering ist
- Das Gerät kann nicht mit Inhalt transportiert werden, weil das Wasser in den
  Rinnen sonst überschwappt und durch die Löcher im Boden abfließt.
- Gitter im Innenraum ist recht grobmaschig und wird bei Berührung mit Wasser
  weiß (Alu)
- S.I.M Container passt nicht rein

Vorsicht! Es existieren billige Nachbauten aus China! Diese Geräte sind nicht feuerfest und erfüllen nicht die o.g. Daten.
Gerät daher nur über die originale Händlerseite erwerben!


Repti Breeder (Achtung Nachfolgermodell heißt Easy Breeder)


Hersteller: Hobby (Dohse)
Preis: ca. 139 Euro
Größe: 65 x 51 x 26cm (LxBxH)
Fassungsvermögen: 18 Heimchendosen
Regelbereich: 20-45C° per 0,1C°

Vorteile:

+ Integriertes Thermometer
+ Einstellbare Alarmfunktion bei Temperaturveränderungen
+ Herausnehmbare Rinnen für leichtere Reinigung

Nachteile:

- Sichtfenster sind schlecht verklebt und können sich lösen
- Temperaturschwankungen von 0,5-1C° während des Betriebes
- Temperatur muss höher eingestellt werden als angezeigt
- Löcher müssen bei Bedarf zugeklebt werden da sonst die Luftfeuchte zu gering ist
- Wände sind relativ dünn, dadurch instabil und schliesen nicht ganz
- Das Gerät kann nicht mit Inhalt transportiert werden weil das Wasser in den
  Rinnen sonst überschwappt und durch die Löcher im Boden abfließt.
- Wasserrinnen sind relativ klein und müssen oft nachgefüllt werden.

Achtung! Beim Nachfolgermodell Easy Breeder sind mir keine Nutzungsinformationen bekannt. 


Herp Nursery II

Hersteller:
Lucky Reptile
Preis:
ca. 119 Euro
Größe: 42 x 34 x 48cm (LxBxH)
Fassungsvermögen: 24 Heimchendosen
Regelbereich: 5-60C° in 1C° Schritten
Stromverbrauch: 10 Watt/Stunde

Vorteile:
+ Digitale Temperaturanzeige
+ Platzsparende Bauweise
+ Kein Styroporkasten der kaputt geht
+ Wegen Temperaturunterschieden im oberen und unteren Bereich kann auf
   zwei verschiedene Geschlechter oder andere Arten gleichzeitig inkubiert werden.
   (Schwankt um ca. 2C°)
+ Beleuchteter Innenraum
Nachteile:

- Temperaturabweichung von 1-4C° zur Anzeige
- Licht funktioniert nicht immer


Kunstglucke FB 50-E Reptilien


Hersteller: Jäger
Preis:
ca. 145 Euro
Größe: 40 x 13 cm (Durchmesser x H)
Fassungsvermögen: 8 Behälter (müssen extra dazu bestellt werden da Gerät rund ist)
Regelbereich: C° per C° Temperatur
Stromverbrauch: 14 Watt/Stunde


Vorteile:

+ Modul zur Nachtabsenkung als Sonderzubehör lieferbar
+ komplett transparenter Deckel

+ Auch als 12 Volt Version erhältlich zum Transport im Auto

Nachteile:

- Feuchtbrutset (Wasserrinne + Gitter) muss gesondert bestellt werden (ca. 30€)

 

Kunstglucke FB 50- D (digital)

 

Regelbereich: 22-40C° in 0,1C° Schritten

 

Preis: 189 Euro

Rest wie oben


Kunstglucke FB 80-E Reptilien (Profigerät)


Hersteller: Jäger
Preis:
ca. 298 Euro
Größe: 61 x 59 x 20cm (LxBxH)
Fassungsvermögen: 16 Heimchendosen
Regelbereich: C° per C° Temperatur
Stromverbrauch: 40 Watt/Stunde


Vorteile:

+ Modul zur Nachtabsenkung als Sonderzubehör lieferbar
+ komplett transparenter Deckel

 

Nachteile:

- Feuchtbrutset (Wasserrinne + Gitter) muss gesondert bestellt werden (ca. 30€)

  was man bei diesem Kaufpreis als beiliegend erwarten würde.

 

Kunstglucke FB 80- D (digital)

 

Regelbereich: 20-40C° in 0,1C° Schritten

Preis: 389 Euro

Rest wie oben


Reptilienbrutkasten (No Name Gerät)


Hersteller: No Name (Ebay)
Preis:
50 Euro
Größe: 44 x 32 x 21cm (LxBxH)
Fassungsvermögen: 6 Heimchendosen
Regelbereich: 24-34C° per 1C° (Aquarienheizer)
Stromverbrauch: 50 Watt/Stunde


Vorteile:

+ Analoges Thermometer und Hygrometer im Lieferumfang enthalten
+ Brutsubstrat, Heimchendosen, großer Wasserbehälter dabei

 

Nachteile:

- Die analogen Messgeräte müssen zwecks Genauigkeit gegen digitale

  getauscht werden. (Mehrkosten ca. 20 Euro) Da rentiert sich dann schon ein Markengerät


Inkubationsmethoden


Schritt 1 habt Ihr getan und euch hoffentlich den richtigen Inkubator ausgesucht. Nun kommen wir zum Brutbehälter, denn der macht wirklich sehr viel aus. Für dessen Wahl solltet Ihr euch zuerst entscheiden wie Ihr brüten wollt, nämlich ''offen'' oder ''geschlossen''?
Gemeint ist hier der Deckel des Brutbehälters.

Offene Inkubation
Bei offenem Deckel benötigt ihr 70-90% Luftfeuchte im Inkubator selbst, sonst vertrocknen euch die Eier.
Das regelt zumeist das Brutsubstrat in den Boxen und die gefüllte Wasserrinne am Boden des Inkubators. Trotzdem schimmeln hier oft die Eier und es ist wirklich viel Pflege notwendig. Außerdem entweichen hier die Jungtiere in den Inkubator und ohne Gittereinsatz ertrinken sie in der Wasserrinne.

 

Geschlossene Inkubation
Hier bleibt der Brutbehälter geschlossen und lüftet lediglich durch ein 2-3mm großes Loch im Deckel. Dieses bringt man mit einer Lochzange oder einem heißen Metall- Schaschlikspieß zu Stande. Das Loch sollte nicht über den Eiern sein, da hier Kondenswasser herabtropfen kann. 

Für diese Inkubationsmethode benötigt ihr im Inkubator kein Wasser. Die richtige Luftfeuchte bildet sich ganz von selbst im Behälter.


Inkubationsbehälter


Heimchendosen

Heimchendosen eignen sich hervorragend als Brutbehälter für Anfänger. Man hat sie meist sowieso vom Futtermittelkauf übrig oder kann sie günstig erwerben. Sie haben bereits vorgestanzte Luftlöcher und viele Inkubatoren sind in ihrer Größe darauf geeicht. In die etwas größeren weißen Versanddosen passen alle Gelege eines Weibchens falls man es etwas übersichtlicher haben möchte. Heimchendosen eignen sich aufgrund ihrer vielen Löcher aber weniger gut zur geschlossenen Inkubation. Ungelochte Heimchendosen lösen dieses Problem.


Verpackungsbecher

Wer kennt sie nicht vom Metzger... Verpackungsbecher gibt es im Großmarkt oder Einzelhandel beim Partyzubehör.
Die 200ml Version davon verwende ich selbst seit Jahren und zwar immer 1 Behälter pro Gelege. Die Deckel kann man gut beschriften und in einer Ecke lochen. Zur Hälfte mit Brutsubtrat gefüllt, haben die Jungen genug Platz zum Schlüpfen und wenn man die Eier in Dellen im Substrat legt, haben sie genug Platz ohne dass sie irgendwo anstoßen. Nach der Inkubation einfach vernichten oder ausspülen und wiederverwenden. Ich nutze sie übrigens mit Seramis als Brutsubtrat.


S.I.M. Container

Der S.I.M. Container wurde zur substratfreien Inkubation entwickelt. Er besteht aus einer Plastikbox, welche zu 1/3 mit Wasser gefüllt wird.
Auf Abstandhaltern liegt ein Gitter mit Erhebungen welche die Eier an ihrem Platz halten. Der Behälter besitzt keine Luftlöcher, laut Anleitung muss man lediglich ein kleines Loch in den Deckel stechen damit Sauerstoff an die Eier kommt. Das Wasser im Behälter verdunstet und sorgt im Behälter für die korrekte Luftfeuchte. Im Inkubator selbst braucht man somit kein Wasser einfüllen. Der S.I.M. passt aufgrund seiner Größe nicht in jeden Inkubator und ebenso reagiert er bei jedem Inkubator anders. Wenn die Luftfeuchte zu gering ist, füllt man einfach Perlite hinein und sorgt für mehr Verdunstungsfläche.


GEO

Da der S.I.M recht viele Eier fasst und bei zeitgleichem Schlupf von mehreren Jungen Probleme bei der Identifizierung auftraten, hat man den GEO entwickelt. Er fasst nur 8 Eier, die räumlich voneinander getrennt sind und kann aufgrund seiner geringen Größe sogar gestapelt werden. Er wird teilweise mit nassem Brutsubstrat gefüllt und darauf setzt man den Plastikeinsatz. Welche Eier wo liegen, schreibt man einfach mit Edding auf den Deckel. (Aber diesen nicht verdrehen :-P)


Inkubationssubstrat


Der richtige Inkubator und Behälter ist nun hoffentlich gewählt und wir kommen zum Substrat.

Als Substrat eignet sich alles, was keine schädlichen Stoffe enthält, die Feuchtigkeit hält, diese nicht dem Ei entzieht und welches keimfrei ist und nicht schimmelt. Nun ist guter Rat teuer denn wir suchen die eierlegende Wollmilchsau. Wollt ihr jetzt noch ein Substrat, was ihr (fast) nicht nachfeuchten müsst so dass ihr kaum noch Arbeit habt, dann werdet ihr hier fündig.

Die eierlegende Wollmilchsau ist.....

Seramis

 

Aus der Zimmergärtnerei zweckentfremdet ist Seramis so ziemlich das Beste was man unter den Brutsubstraten finden kann. Es saugt sich mit Wasser voll und gibt es gleichmäßig wieder ab. Alles was zuviel Wasser ist, läuft unten heraus und kann abgeschüttet werden. Das Substrat haftet nicht an den Eiern, nicht an den Jungtieren und nicht am Finger wenn man Dellen hineinmacht. Ist es zu trocken, fallen die Dellen wieder zu was auch hilft beim richtigen Nachfeuchten. 
Es schimmelt nicht, entzieht den Eiern keine Feuchtigkeit wenn man es etwas pflegt und muss in der Regel vielleicht 1-2x nachgefeuchtet werden. Meine Erfahrungen damit sind nur die Besten.
Nach dem Brüten kann man es übrigens für die Zimmerpflanzen weiterverwenden.


Vermiculit

Vermiculit gehört zu den Tonmineralien und ist ein gebräuchliches Brutsubstrat für Reptilieneier.

Die perfekte Mischung für eine Heimchendose ist 35g Vermiculit und 35g Wasser (1:1). Wenn man etwas Substrat zwischen den Fingern zerquetscht sollte kein Wasser heraustropfen. Presst man einen Haufen mit der Hand zusammen bleibt er aneinander kleben und bildet einen Klumpen. Vermiculit muss oftmals nachbefeuchtet werden, da es sonst austrocknet und dem Ei Feuchtigkeit entzieht. Außerdem schimmelt das Ei gerne bei falscher Pflege.


Perlit

Perlit ist ebenfalls ein Gestein, welches in der Natur recht häufig vorkommt. Man kennt es als diese kleinen weißen Kügelchen in Orchideenerde oder als Schütt-Dämmmaterial für den Hausbau. Perlite leiten und halten sehr gut Feuchtigkeit, dadurch sind sie super für die Inkubation geeignet. Man schüttet das Perlit einfach in passender Menge in einen Eimer und gibt Wasser dazu. Das Perlit nimmt soviel auf wie es kann und mehr nicht. Danach schöpft man das Perlit dann ab und verteilt es in die Brutbehälter. Am Ende gibt man nochmal ein bisschen Wasser hinzu als Reserve. Das sehr leichte Perlite haftet gerne an den frisch geschlüpften Jungtieren, wodurch ich schnell wieder davon abgelassen habe. 

 

Kauftipp: Die im Zoohandel erhältlichen Perlite sind recht teuer. Ein preisgünstiges Produkt ist ''Perligran'' von Knauf, eine Körnung von 0-3mm oder 2-6mm ist ideal.


Andere Substrate

Abundzu wird auch Kokoshumus als Substrat verwendet. Hierzu habe ich leider keine Erfahrungen und rate deshalb davon ab.
Lucky Reptile verkauft ein Subtrat namens ''Hatch Right''. Der Optik nach handelt es sich dabei um Perlite vermengt mit einem anderen Material.
Auch hierzu habe ich auch keine Erfahrungen allerdings gibt es viele positive Aussagen von anderen Züchtern.


Inkubationstemperatur


Die Temperatur spielt bei der Inkubation eine sehr wichtige Rolle.

Die geschlechtliche Entwicklung der Embryos wird allein durch die Inkubationstemperatur bestimmt!!!

 

Zwischen 26 und 27C° schlüpfen zu 99,9% Weibchen.

Diese werden vorerst als (0)0.1 bezeichnet, was soviel heißt wie ''auf Weibchen inkubiert''.

Bei einer Temperatur von 31 bis 32C° schlüpfen fast nur Männchen. Diese bekommen die Bezeichnung (0)1.0 was dann logischerweise ''auf Männchen inkubiert'' heißt.

Ab 33C° schlüpfen wiederum weibliche Tiere aus den Eiern.

Diese als ''heiß gezeitigt'' bezeichnet und sie zeigen ein ähnliches Verhalten wie die Männchen und reagieren meißt agressiv auf Artgenossen.

 

Bei etwa 29C° erhält man ein gemischte Nachzuchten.

Eine Temperatur unter 25 und über 35C° führt zum Absterben der Eier.

 

Eine Inkubation bei 26C° nennt man ''kalt inkubiert''.

Bei diesen Tieren ist die Färbung dunkler als bei anderen.

Ein typisches Beispiel hierfür ist der Chocolat Albino.

 

Die Brutzeit kann je nach Temperatur zwischen 35 und 70 Tage dauern.

 

 Inkubationstemperatur   Geschlechtsbildung 
Zeitigungsdauer/Brutzeit
25C° - 27C°
weiblich
70 - 90 Tage
28C° - 30,5C°
weiblich/männlich
40 - 60 Tage
31C° - 32C° männlich 35 - 40 Tage
32,5C° - 33C° weiblich 30 - 35 Tage

 

Die Eier nehmen während der Inkubation an Umfang zu denn das Jungtier braucht Platz zum Wachsen.

Links im Bild, zwei Eier mit einem Alter von zwei Wochen.

Die Eier rechts daneben sind 60 Tage alt und die Jungen stehen kurz vorm Schlupf.


Inkubationsarten


Offene Inkubation

Bei dieser Methode lässt man den Deckel des Brutbehälnisses weg, damit die Luft besser zirkulieren kann. Allerdings muss man das Substrat dabei oft nachfeuchten und ein geschlüpftes Jungtier kann dadurch in den Inkubator entweichen.

 

Halb geschlossene Inkubation

Diese Methode wird öfter angewandt weil die Jungen nach dem Schlupf im Behälter verbleiben. Dafür nimmt man eine Miniwäscheklammer oder eine Aktenklammer und befestigt diese an einer Seite der Heimchendose. Danach setzt man den Deckel auf die Dose und drückt ihn auf der gegenüberliegenden Seite an. Dadurch sitzt der Deckel schräg auf dem Behälter und das Kondenswasser kann ablaufen ohne auf die Eier zu tropfen. Eine komplett geschlossene Inkubation ist aus diesem Grund auch nicht möglich, jedoch kann man durch kleinere Abstandshalter den Öffnungswinkel soweit reduzieren dass kein Junges entwischt.

 

Geschlossene Inkubation

Hier werden oft andere Brutbehälter verwendet. Durchsichtige Verpackungsbehälter mit 200ml Fassungsvermögen bieten sich dafür an. (Man kennt diese als Salatdosen beim Metzger). Die Dosen werden auch mit Brutsubstrat gefüllt und die Eier daraufgelegt oder eingebettet.
In den Deckel stanzt man ein etwa 3mm großes Loch zum Luftaustausch und verschließt die Behälter komplett. Durch die geringere Substratmenge, muss man während der Inkubation etwa 2x nachfeuchten.


Schimmel am Ei


An jedem Ei befindet sich Substrat welches die Mutter nach der Ablage um es herumpaniert. Dieses Substrat kann schimmeln und wirkt man dem nicht entgegen, wird das Ei vernichtet und es werden ggf. andere Eier damit angesteckt.

Dem kann man entgegenwirken wenn man das Subtrat mit Aktivkohle mischt.

Aktivkohle wird hauptsächlich in der Wasserreinigung, in Luftentfeuchtern und in der Aquaristik als Filtermedium gegen Schadstoffe eingesetzt. Man bekommt es eigentlich in jedem Zoogeschäft das Aquaristikzubehör anbietet.

 

Doch Vorsicht! 

Aktivkohle entzieht dem Substrat und den Eiern Feuchtigkeit.

Je mehr man verwendet desto schneller trocknet der Brutbehälter aus.

 

Verschimmelte Eier kann man vorsichtig versuchen zu reinigen, aber ist es zuviel wirft man Diese lieber weg, da die anderen Eier sonst auch befallen werden könnten.

Aber Vorsicht, auch aus verschimmelten Eiern sind schon Junge geschlüpft...

Im Zweifel einfach liegen lassen bis sich nichts mehr rührt.


Schlupf


© by Oliver Borchers
© by Oliver Borchers

Kurz vor dem Schlupf beginnen die Eier zu ''Schwitzen'' und es treten hin und wieder kleine Flüssigkeitsperlen aus. Die Schale kann hierbei leicht einfallen. Um sich aus dem Ei zu pellen, besitzt der Schlüpfling 2 kleine Eizähne am Oberkiefer mit denen er durch ruckartige Kopfbewegungen ein Loch in die Eihülle reißt.

 

Durch Dieses steckt er nun seinen Kopf und verharrt einige Zeit in dieser Position. In dieser Ruhephase stellt er auf Lungenatmung um und nimmt den Dottersack in die Leibeshöhle auf. Von diesem ernährt er sich dann noch einige Tage bevor er beginnt Insekten zu fangen.

 

Der Schlüpfling hat eine Größe von 7- 9 cm und häutet sich kurz nach dem Schlüpfen das erste Mal. Bis er Dies alles abgeschlossen hat, sollte man ihn noch im Inkubator lassen.

Kann er selbstständig stehen und hat den Dottersack vollkommen in die Leibeshöhle aufgenommen, kann man ihn in das Aufzuchtterrarium umsetzen.

 

Hierzu gibt es natürlich wieder ein tolles Video für euch

© mit freundlicher Unterstützung von www.mt-reptilez.de

 


Schlupfprobleme


© by Mesut Yilmaz - Anjubis
© by Mesut Yilmaz - Anjubis

Manchmal kommt es vor dass ein frisch geschlüpftes Jungtier den Dottersack nicht richtig aufnimmt oder sich die Aufnahmestelle nicht ganz schließt. Hier gilt es Ruhe zu bewahren!

Lassen sie das Tier im Inkubator oder setzen sie es in eine beheizte Quarantänebox mit nassem Küchenpapier als Bodengrund um.

Der Dottersack wird irgendwann von ganz alleine abfallen und die Stelle heilt zu.

 

 

Abundzu schafft ein Schlüpfling es nicht sich aus dem Ei zu befreien.

Diese Tiere sind meißt zu schwach und man muss ihnen etwas helfen.

Leider überleben viele die ersten Tage nach dem Schlupf nicht. Das ist jedoch die natürliche Auslese und man muss sich Wohl oder Übel damit abfinden.

 


Aufzucht


© by Mateusz Hajdas
© by Mateusz Hajdas

Die Aufzucht der Jungtiere gestaltet sich einfacher als erwartet. Die Kleinen sind von Geburt an auf sich allein gestellt und leben nach dem Motto ''Fressen und nicht selbst gefressen werden''. Im Vergleich zu älteren Tieren sind diese Zwerge noch sehr schreckhaft und attakieren alles was nach Feind aussieht. Bei Gefahr verteidigen sie sich standhaft und können schrille Geräusche von sich geben, die den ein oder anderen Unwissenden schonmal vor Schreck zusammenzucken lassen.

 

Die jungen Tiere müssen von Geburt an von ihren Eltern getrennt aufgezogen werden.

Ältere Leopardgeckos würden selbst ihre eigenen Jungtiere als Futter ansehen und ihnen nachstellen.

 

Sobald der Nabel verschlossen ist könnte man die Jungen aus dem Inkubator nehmen und in einen Aufzuchtbehälter umsetzen. Es hat sich jedoch auch bewährt, die Jungen noch 2-3 Tage in einer Heimchenbox mit feuchtem Zewa im Inkubator zu belassen. Da sie in den ersten Tagen noch nichts fressen, stellt das für die Kleinen auch kein Problem dar. Ab dem 3-7ten Tag wirft man einfach 2-3 kleine Heimchen in die Aufzuchtbehälter und schaut was sich tut. Sind die am nächsten Tag verschwunden, kann man mit dem täglichen Füttern beginnen. Einfach regelmäßig in den Abendstunden so 3-6 kleine Heimchen oder kleine Heuschrecken in die Boxen werfen oder mini Schaben in einer Schale reinstellen. Wenn die Babys so ca. 8g erreicht haben, gehen auch kleine Grillen, kleine Schaben oder Mehlwürmer. Ab 15g dann mittlere Heimchen und so nach und nach steigern.
Ich lasse bis ca. 10g selbst jagen und gewöhne dann erst an die Pinzette.

Die Mindestgröße für die Aufzuchtbox beträgt 40x30x20cm. Bitte nicht zu groß wählen, da die Kleinen sonst nicht fressen und eingehen. Für die ersten Tage nach dem Schlupf haben sich große Bra Plast Dosen bewährt. Wenn das Junge ca. 15g erreicht hat, kann man es in ein größeres Behältnis oder ein Aufzuchtterrarium umsetzen.

 

Der Behälter sollte leicht zu reinigen/desinfizieren sein genauso wie eine Quarantänebox ausgestattet werden.

Also Bodengrund bietet sich hierfür wieder Küchenpapier an, welches Anfangs täglich gewechselt wird. Als Versteckmöglichkeit kann man Steine, Rinde, Kokosnussschalen usw. verwenden. Ebenso sollte eine Schale mit Calciumpulver und täglich frisches Wasser vorhanden sein.

Auch die Wetbox ist hier ein unerlässliches Utensil das sich junge Geckos sehr oft häuten. Beheizt wird das Aufzuchtbecken mit einer Heizmatte die ca 1/3 der Box mit Wärme versorgt. Als Beleuchtung bietet sich hier eine Leuchtstoffröhre an, da man meistens mehrere Tiere gleichzeitig groß zieht und mit einer Lampe alle Boxen gut ausleuchten kann. Als Wärmeplatzbeleuchtung kann man wieder eine Halogen-Schreibtischlampe verwenden.

Jungtiere neigen aufgrund ihrer geringen Größe schneller zur Überhitzung als erwachsene Geckos.

Die Temperatur sollte daher tagsüber zwischen 25 und 30C° betragen und Nachts auf Zimmertemperatur absinken.

An den Wärmeplätzen ist eine Temperatur von 35-40C° empfehlenswert.

 

Hält man mehrere Jungtiere in einer Box/ Terrarium muss man diese immer wieder nach Größe sortieren da es sonst zu Streitereien kommt und die Kleineren im Wachstum zurückbleiben.

 


Fütterung der Jungtiere


© by www.leo-gecko.de
© by www.leo-gecko.de

Die Fütterung der Jungtiere ist sehr unproblematisch da sich die Kleinen auf alles stürzen was sich bewegt. Leobabys beginnen etwa ab dem dritten bis 7ten Tag mit der selbstständigen Nahrungsaufnahme. Vorher zähren sie noch vom Rest des Dottersackes.

Gerade in den ersten Monaten sollte man die Jungtiere ausgewogen ernähren und sie mit ausreichend Vitaminen und Mineralien versorgen. Als Futter bietet sich hier alles an was kleiner als die Kopfbreite der Geckos ist. Ob Heimchen, Grillen, Schaben, Wachsmottenlarven oder Heuschrecken, alles was ins Maul passt wird gefressen. 

 

Mehlwürmer oder Buffalos sind aufgrund ihres Fettgehaltes nicht so optimal und sollten nur abundzu gefüttert werden.

Die Futtertiere werden ca 2x pro Woche mit einem Mineralstoffpräparat (z. B. Korvimin ZVT+Reptil) bestreut.

 


Um das Wachstum eines Leopardgeckos etwas zu verdeutlichen seht ihr hier eine kleine Bilderreihe mit unterschiedlichen Altersstufen eines Leopardgeckos. Es handelt sich bei jedem Foto um das selbe Tier.

© Mit freundlicher Unterstützung von www.leo-gecko.de

 


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