In Bearbeitung - Update - Ihr könnt die Infos trotzdem gerne nutzen.


Zucht


Buchtipp
Buchtipp

Wer eine Leopardgeckozucht aufbauen möchte sollte sich vorher intensiv mit diesem Thema auseinandersetzen.

Dazu gibt es reichlich Fachliteratur, Internetseiten und man kann jederzeit bei professionellen Züchtern alles nötige dafür erfahren.

 

Leopardgeckos sind nicht meldepflichtig da sie nicht unter das Artenschutzgesetz fallen. Daher ist es auch nicht nötig ein Zuchtbuch zu führen.

Um die Übersicht zu behalten sollte man dennoch die Daten seiner Schlüpflinge sorgfältig notieren. Bei wenigen Nachzuchten reicht ein einfacher Taschenkalender aus in dem man die Schlupfdaten vermerkt. 

Wer größer züchten möchte kann sich ein solches Zuchtbuch kaufen oder einfach eine Excel Tabelle erstellen und das ganze mit Fotos versehen.

 

Im Internet gibt es außerdem jede Menge Programme zum Download in denen man alle nötigen Daten eintragen und Statistiken erstellen kann.

Die meißten sind kostenpflichtig aber in den Terraristikforen werden abundzu auch kostenlose Programme angeboten.

 

Ein sehr bekanntes und erschwingliches Programm findet ihr HIER

 

Und hier ein Beispiel wie ich mithilfe von Microsoft Excel Buch führe:

Hier die Datei zum Download:

Download
Zuchtbuch im Excel 2003 Format
Schlupfdaten.xls
Microsoft Excel Tabelle 150.5 KB
Download
Zuchtbuch im Excel 2007 Format
Schlupfdaten.xlsx
Microsoft Excel Tabelle 69.5 KB

 

Zur Erklärung:

 

Spalte B: Tier ID

Spalte C: Ablagedatum

Spalte D: Schlupfdatum

Spalte E: Geschlecht des Tieres

Spalte F: Farbform des Tieres

Spalte G: Zählt nach Eingabe des Ablagedatums in Spalte C automatisch die Tage.

Gibt man in Spalte D das Schlupfdatum ein, errechnet das Programm automatisch die Inkubationszeit.

 

** Die errechnete Zahl in Spalte G schwankt um bis zu 2 Tage. Das Programm rechnet grundsätzlich mit 30 Tagen pro Monat und man hat ggf. bis zu 2 Monate mit je 31 Tagen während der Inkubationszeit.

 

Über der Liste findet ihr eine Tabelle zur Eintragung der Zuchttiere und rechts daneben eine Tabelle mit für die Berechnung des ungefähren Schlupfdatums.

 


Anschaffung von Zuchttieren


Für Halter anderer Reptilienarten ist es ein Leichtes Leopardgeckos zu halten. Sie stellen nicht besonders große Ansprüche und ein Wüstenterrarium ist um einiges leichter zu versorgen als ein Tropenterrarium.


In der Regel hat man als Reptilienkundiger auch schon Erfahrung mit der Terrariengestaltung und weiß woher man das Material beziehen kann.


Es empfiehlt sich aber trotzdem Fachbücher anzuschaffen und sich etwas mit den Haltungsbedingungen zu befassen.

 

Wenn Sie sich Leopardgeckos zulegen wollen, sollten Sie sich zuerst darüber im Klaren sein, ob Sie züchten möchten oder nicht.
Einem Anfänger in der Leopardgeckohaltung ist die Zucht nicht zu empfehlen, auch wenn diese recht einfach ist.

Die Aufwendungen als Züchter und vor Zuchtbeginn:
- der Aufbau einer Homepage und  Facebookseite zum Verkauf der Jungtiere
- die Schaltung von Anzeigen in Ebay usw.

- der Aufbau von Ruf unter den Haltern und Züchtern um die Nachzuchten loszuwerden
- der Besuch von Reptilienbörsen als Aussteller zum Verkauf von Nachzuchten
- der Erwerb von Haltungswissen zur schnellen Reaktion bei Problemen der Tiere und zur Beratung der Kunden
- der Erwerb von Genetik Wissen zur korrekten Bestimmung seiner Nachzuchten

Hier eine kleine Aufstellung anfallender Kosten:
- Zuchttiere 1.2 einer gut verkaufbaren Farbform: 250-800 Euro
- Terrarium für das Männchen zur Einzelhaltung: 100 Euro
- Brutapparat: 60-130 Euro
- 6-8 kleine Terrarien für die Jungtiere oder Racksystem: 300-500 Euro
- Legenot OP beim Weibchen: je 250 Euro
- Hemipenisvorfall OP beim Männchen: 100 Euro
- Zusatzkosten für Futter, Mineralienpräparate, Strom, Wasser, Reinigungsmittel, ...
- Zeitaufwand: alle 1-2 Tage füttern, Terrarien/ Boxen reinigen, Schälchen abspülen, Küchenpapier wechseln, ...

Zuchtgruppe:

Für eine Zuchtgruppe hält man immer 1 Männchen mit 2-X Weibchen zusammen, also 1.2 oder 1.3.... Zuviele Weibchen sind allerdings auch nicht empfehlenswert, denn ein Weibchen, welches dauerhaft mit einem Männchen zusammenlebt, legt pro Jahr ca. 6-16 Eier.
Ist man gewillt diese Menge an Jungtieren zu inkubieren, ohne zu wissen, ob man sie alle losbekommt?
Entsorgt man die Eier nur, macht eine Verpaarung und der daraus entstehende Stress keinen Sinn.

 

Wenn man aus Platzgründen nur 2 Tiere halten kann oder nicht züchten will sollte man besser nur weibliche Tiere nehmen.

Bei einer Kombination von 1.1 würde das eine Weibchen durch die ewigen Begattungversuche des Männchens zuviel Stress erleiden.

 

Ebenso sollte man Männchen und Weibchen erst mit einem Alter von etwa 24 Monaten zusammensetzen da es sonst zu verfrühter Paarung und dadurch zu unnötigen Stresssituationen für die noch jungen Weibchen kommen kann.

(Legenot vorprogrammiert!)

 

Folgendes sollte man prüfen bevor man eine Zuchtgruppe anschafft:

 

- Habe ich genug Geld die anfallenden Kosten zu decken? (Inkubator; 

  Tierarzt, Aufzuchtterrarien usw).

- Habe ich Platz die Jungtiere unterzubringen?

- Habe ich Abnehmer für die Jungtiere?

- Bin ich in der Lage Eier wegzuwerfen wenn diese zuviele werden?

- Will ich den Weibchen den Zuchtstress zumuten?

- Kann ich nicht verkaufte Jungtiere ggf. selbst unterbringen?

- Kann ich kranke oder verkrüppelte Jungtiere ggf. selbst erlösen?

 

Anmerkung:

Jede Farbform seinen Marktwert den die vertrauensvollen Züchter auch einhalten. Bietet man seine Jungen nun zum Schleuderpreis an, nur weil man sie nicht losbekommt, zieht man damit den Zorn der anderen Züchter auf sich.

 

Zwar haben manche Farbformen einen hohen Marktwert, aber wenn man denkt, man könne mit den Jungen den großen Reibach machen, ist man auf dem Holzweg.

Die Zucht ist nur dann rentabel wenn man diese hauptberuflich ausführt.

Bei uns in Deutschland ist dies kaum möglich und es gibt weltweit nur wenige große Züchter so etwas geschafft haben. Als Hobbyzüchter kann man schon froh sein wenn man die Haltungskosten durch die Zucht wieder hereinbekommt.

 

 

Wenn ihr mehr zum Thema Haltung wissen wollt klickt HIER und ihr werdet zum Terrarienteil weitergeleitet.

 



Die Geschichte von Flocke...


Dies ist eine sehr lehrreiche Geschichte die sich im Mai 2013 bei mir zutrug.

Ich lege Sie jedem ans Herz der züchten möchte oder sich neue Tiere zulegt.

Viel Spaß beim Lesen....

 


Ende 2012 erwarb ich ein sehr junges Leopardgeckoweibchen als ''Pet Only''

Wie sollte es bei der Farbform ''Mack Super Snow'' auch anders sein, sie wuchs recht langsam und machte obendrein auch noch selbstständig Winterruhe....

-> Für Leopardgeckos in diesem Alter ist das zwar natürlich aber auch sehr gefährlich.
Im Februar 2013 setzte ich sie in ein 80cm Terrarium um wo sie zusammen mit zwei weiteren jungen Weibchen und einem 2012er Jungtier aus meiner Zucht aufwachsen sollten.

Alle 4 Tiere hatten gerade mal um die 15g als ich sie zusammen setzte. Meine eigene Nachzucht war ein MS Radar Männchen.
Da Leopardgeckos erst mit ca 30g und einem Alter von 6 Monaten geschlechtsreif werden, dachte ich mir, wird schon gut gehn.
Ich wollte die Tiere dann mit 25-30g trennen.

Die Kleine erreichte dieses Gewicht im Mai 2013 und als ich sie umsetzen wollte, fiel mein Blick auf ihren Bauch....
Erst zweifelte ich noch weil die Kleine gut Fettpolster hatte, aber 1 Woche später hatte ich dann Gewissheit das sie tragend war....

Da ich mittlerweile schon einige (auch traurige) Fälle von Legenot hatte, wusste ich genau, wann ich mit ihr zum Tierarzt musste.

-> Die Eier werden nämlich erst dann gelegt, wenn die Schale ausrechend calzifiziert ist.

Die kleine Maus hatte grade mal das Rekordgewicht von 29g inkl. Eier!
-> Ein Weibchen sollte vor einer Verpaarung mindestens 45g auf die Waage bringen und 2 Jahre alt sein.

© www.altenstadt-tierarzt.de
© www.altenstadt-tierarzt.de

Am 13.05.2013 fuhr ich mit ihr zum Tierarzt, der Stress war ihr deutlich anzusehen -> (junge tragende Tiere sind da sehr empfindlich).

Nach dem Röntgenbild stellte sich heraus, dass sie 2 wunderschön ausgebildete Eier im Bauch hatte und sie keineswegs unter Calziummangel litt.
-> Zu junge trächtige Tiere leiten das Calzium aus den Knochen in die Eier und bekommen dann sehr leicht Rachitis
Das langsame Wachstum und die Winterruhe haben sich in ihrem Fall wohl positiv ausgewirkt.

Die Tierärztin wählte ersteinmal die schonenste Methode und spritzte ihr eine riesen Dosis Mineralienlösung und Glucose unter die Haut. Der Gecko sah danach aus als wäre er ein Luftballon.....

-> Wenn die Eier fertig ausgebildet sind sorgt dieser kleine Energieschub für ausreichend Kraft diese zu legen.
Falls die Ablage dadurch nicht erfolgt, bekäme das Tier ein Mittel zur Weheneinleitung gespritzt und dafür sollte ich am nächsten Tag noch einmal vorbeischaun.

-> Hätte das dann nichts gebracht, hätte das Tier einen ''Kaiserschnitt'' gebraucht.  

Als ich am Morgen danach ins Terrarium blickte, ahnte ich schon, dass ein weiterer Tierarztbesuch ansteht....obendrein musste ich ausgerechnet noch zur Arbeit....

 

Den Termin am späten Nachmittag musste ich dann allerdings absagen denn........
Aus der Wetbox guckte mich ein total geschaffter Leopardgecko und 2 Eier an


Ich bin echt heilfroh das die Kleine nicht operiert werden musste und dass selber geschafft hat denn bei so jungen Tieren geht eine Trächtigkeit in den seltensten Fällen gut aus!

 

Ein ganz besonderer Dank gilt an dieser Stelle dem Tierarztteam Rolle + Ruf, die mir schon in so vielen Fällen geholfen haben. Mit viiiieeeelllll Glück nahm die Geschichte ein gutes Ende.
Übrigens, die Eier waren riesig.
Hier ein Foto zum Vergleich. Das helle Ei (rechts) ist ca. 1 Woche alt und stammt von einem adulten 40g Weibchen.
Also ihr Leo-Liebhaber -> Aufpassen!!!!
Ihr seht, es kann jeden treffen, ob Anfänger oder Profi....

- Bitte trennt daher eure Jungen rechtzeitig damit euch nicht das selbe passiert wie mir.
- Falls ihr euch gerade Zuchtgruppen zulegt, setzt das Männchen keinesfalls zu Weibchen die unter 2 Jahre alt sind und unter 45g Gewicht haben.
- Falls ihr euch junge Tiere kauft, prüft unbedingt das Geschlecht und trennt sie falls nötig. PS: Nicht immer hat der Züchter oder Händler recht mit seiner Geschlechtsbestimmung und das obwohl Leopardgeckos superleicht zu bestimmen sind.


Genetik


Die Genetik spielt eine wichtige Rolle beim Züchten denn man kann nicht einfach ein X-beliebiges Weibchen mit einem X-beliebigen Männchen verpaaren.

Es würden zwar Jungtiere schlüpfen, jedoch kommt meißtens nicht dass raus was man sich farblich vorgestellt hat.

 

Jeder Hobbyzüchter sollte zumindest über ein Grundwissen in Genetik verfügen und seine Tiere nach diesem Schema auswählen.

Dieses Wissen kann man sich am besten durch Fachliteratur aneignen.

 

Bevor ich jetzt beginne ein ganzes Buch abzutippen linke ich euch lieber eine Homepage auf denen ihr alles Wissenswerte dazu findet.

 

Genetik 1

 

Als kleine Hilfestellung gibt es mittlerweile einen Online- Genetikrechner.

Darin braucht ihr nur noch die Farbformen der Eltern eingeben, auf ''Morph Me!!'' klicken und die möglichen Farbformen der Nachzuchten werden unten angezeigt.

 

Genetikrechner

 


Enigmasyndrom


Enigmas (auf Deutsch ''Rätsel'') sind eine zufällige genetische Mutation die zum Ersten Mal 2006 bei dem Züchter Mark Bell aufgetreten ist. Das Gen vererbt sich Co- Dominant (zu 50%) an die Nachkommen weiter.

 

Alle Enigmas haben einen neurologischen Gen- Defekt in ihrem Erbgut welcher sich nicht, oder in unterschiedlich starker Form im Verhalten der Tiere wiederspiegelt.

 

Die ''Krankheit'' besitzt passender Weise gleich den richtigen Namen nämlich ''Rätselsyndrom'', denn keiner weiß so genau woher sie kommt, warum manche Tiere erkranken und andere wieder nicht und vorallem warum Tiere, die jahrelang symptomfrei leben plötzlich daran erkranken...

 

Unter Umständen können die Tiere ein Leben lang ohne sichtbare Verhaltensauffälligkeiten leben. Andere widerrum zeigen erst nach Jahren Anzeichen und wieder Andere haben es von Geburt an.

Die Vermutung liegt nahe, dass die Symptome duch Stress ausgelöst werden. Deshalb sollte man Enigmas so wenig Stress wie möglich aussetzen und der Einzelhaltung Vorrang geben.

 

Die Tiere zeigen unterschiedliche Stufen der Erkrankung:

 

Stadium 0: Symptomlos

Die Tiere zeigen keinerlei Anzeichen einer Erkrankung


Stadium 1: Kopfwackeln und unkontrollierte Schritte beim Laufen

Die Tiere zeigen nur leichte Anzeichen von Gleichgewichtsproblemen beim Laufen. Ebenso treten kurze Sternenguckerphasen auf wenn sie Stress ausgesetzt werden.

 

Stadium 2: Kreisende Bewegungen und Circle- Syndrom

Die Tiere drehen sich bei Stress im Kreis und jagen optisch ihren eigenen Schwanz. Außerdem blicken sie nach oben und wackeln dabei stark mit dem Kopf. Unter Fachleuten nennt sich dies Circle- Syndrom oder Sternengucker- Blick.

 

Stadium 3: Circle- Syndrom nimmt zu

Das ''Schwanzjagen'' nimmt zu und es braucht keine Stressreize mehr um die Symptome auszulösen. Die Tiere sind nun nicht mehr in der Lage selbst zu jagen und müssen per Pinzette gefüttert werden.

 

Stadium 4: Extreme Gleichgewichtsprobleme

Die Tiere sind nicht mehr in der Lage das Gleichgewicht zu halten und drehen sich nur noch im Kreis. Ebenso blicken sie nur noch nach oben.

 

Endstadium: Totaler Ausfall des Gleichgewichts

Durch das ständige ''Circling'' erleiden die Tiere Muskelkrämpfe und fallen irgendwann auf den Rücken. Sie können sich nicht mehr selbstständig versorgen und es bleibt nur noch die Euthanasie um dem Leiden ein Ende zu setzen. Erfolgt Diese nicht, verhungern die Tiere qualvoll in ihrer misslichen Situation.

 

Leider haben die Enigmas wie ein Lauffeuer auf der Welt verbreitet und die Symptome wurden zu spät erkannt um diese einzudämmen.

Auch Heute züchten noch viele Enigmas auch wenn diese Zuchtform nicht mehr ganz so begehrt ist wie vor einigen Jahren.

 

 

Wer trotzdem Enigmas züchten möchte sollte dabei einiges beachten:

 

- verpaare niemals Tiere die Symptome zeigen

- verpaare niemals Enigma mit Enigma

- verkaufe niemals Tiere die Symptome zeigen ohne den neuen Besitzer

  davon zu informieren

- setze den neuen Besitzer davon in Kenntnis, dass sich die Symptome

  verstärken können oder erst Jahre später auftreten können.

 

Einige Züchter haben sich zum Ziel gesetzt die Krankheit zu besiegen und verpaaren seit Jahren ausschließlich symptomlose Tiere miteinander. Diese Forschungen legen den Grundstein für weitere Zuchtprogramme mit Enigmas.

 

Hier ein kleines Video zum Enigmasyndrom:

© www.der-leopardgecko.de