Vorwort


Die Farbformlehre ist ein leidiges Thema, welches bei Anfängern gerne Schweißausbrüche und sofortige Blindheit auslöst.

Dabei ist dieses Thema gut erklärt, doch recht einfach zu verstehen.
Ich hoffe ich kann euch dies hier so einfach wie möglich vermitteln und wenn ihr irgendwo Probleme oder Verbesserungsvorschläge habt, so schreibt mich einfach an. Es gibt für Alles eine Lösung :-) 


Beginnen wir mal beim Anfang...


Der Eublepharis macularius macularius ist der Urvater aller Leopardgecko Farbformen die wir heute kennen. 

Den E. macularius selbst, sowie seine Artverwandten (fuscus usw.) kann man hin und wieder als Wildfänge in Zooläden antreffen. Professionelle Züchter schätzen diese Tiere sehr, da es mit ihnen möglich ist, neue Farbformen zu züchten oder Bestehende zu verbessern. Die direkten Nachkommen von echten Wildfängen werden als F1 bezeichnet. F2 sind dann die nächste Generation.

Sieht man ein wildfarbenes Tier im Handel, heißt dies nicht gleich das es ein Wildfang ist. In den meisten Fällen sind dies Nachzuchten aus diversen Kreuzungen der unzähligen Farbformen, also nicht einmal reinerbige Wildtypen.

Wir bezeichnen somit alles, was nicht ein echter Wildfang ist, als Wildtyp oder wildfarben.

 


Zeichnungsvarianten


Da die Wurzel des Übels nun einen Namen hat, kommen wir zuerst zu den Zeichnungsvarianten, denn diese betreffen jeden einzelnen Leopardgecko, aus jeder Farbform die es heute gibt. Kein Gecko ohne Namenszusatz der Zeichnungsvariante, wobei diese oft schon im Namen enthalten ist.

 

Diese sind entweder:
- unabhängig von den Farbformen (z. B. Banded, Jungle, Stripe, ...)
ODER

- kommen bei bestimmten Farbformen häufig vor (z. B. Boldstripe bei Mack Snow, Carrottail bei Tangerine)

ODER
- sind für die Farbform unerlässlich, da die Farbform diese ZV aufweisen muss, um ihren Namen tragen zu dürfen (z. B. Raptor)

ODER
- Farbformen tragen einzig den Namen der Zeichnungsvariante und diese Zeichnung kommt auch nur bei dieser Farbform vor (z.B. Bell Albino)

 
Folgende Zeichnungsvarianten finden wir bei den Leopardgeckos:

Banded
Zeichnung in Querbändern von Seite zu Seite reichend angeordnet. Diese Bänder erstrecken sich bis zur Schwanzspitze.

Würde ein Band in der Zeichnung abweichen, wäre dies ein Abberant.

Der Banded ist der Klassiker unter den Farbformen.

Abberant
Zeichnung in Querbändern von Seite zu Seite reichend angeordnet. Diese Bänder erstrecken sich bis zur Schwanzspitze, jedoch ist EINES der Bänder unterbrochen. Also ein Banded mit unterbrochener Zeichnung bei nur einem einzigen Band.

Patternless

komplett zeichnungsloser Körper.

Charakteristisches Merkmal für z.B. Blizzards und Ember.

Murphy Patternless ist eine Farbform. Deren Jungtiere schlüpfen mit vielen Flecken die dann verschwinden.

Jungle
Zeichnung in größeren unförmigen Flecken auf dem ganzen Körper verteilt angeordnet.

Keine zusammenhängenden Muster erkennbar. Auch Stripe ähnliche Zeichnung kann zwischen den Punkten und Flecken auftreten.

Speckled/ Spotted
Der Speckled hat eine große Anzahl kleiner Punkte auf dem ganzen Körper. Charakteristisch für (Super) Snow Combos und wenn Eclipse oder Enigma mitgespielt hat. Der Spotted hat dagegen große Punkte und wird beim Enigma gerne Dalmation genannt.


Stripe
Längsstreifen mittig auf der Wirbelsäule. Reicht vom Hals bis zum Schwanzansatz.

Häufig bei Mack Snow- Eclipse-Albino- Combos (z.B. MS Raptor). Wird oft als Dorsal Stripe bezeichnet.

Reverse Stripe

Längsstreifen mittig auf der Wirbelsäule. Reicht vom Hals bis zur Schwanzsspitze.
Ohne Unterbrechnung am Schwanzansatz!
Häufig bei Mack Snow-Albino- Combos aber sehr selten in Summe.

Broken Reverse Stripe
Längsstreifen mittig auf der Wirbelsäule welcher ein oder mehrere Unterbrechungen aufweist. Der Schwanz kann, muss aber hier nicht Reverse Stripe sein.
Häufig bei Albino- Combos  aber sehr selten in Summe.

Boldstripe
2 Längsstreifen seitlich entlang der Wirbelsäule. Reicht vom Hals bis zum Schwanzansatz oder der Schwanzsspitze.
Häufig bei Mack Snow (-Albino- Combos) und Bell Albinos

Patternless Stripe
Zeichnungsloser Körper, einzelne kleine Flecken möglich.

Charakteristisches Merkmal der Farbform Raptor und zwingend erforderlich um diesen Namen zu tragen.
R-A-P-T-O-R
R
ed-eye Albino Patternless Tremper ORange


Paradox
Fleck auf dem Körper der farblich heraussticht und nicht zur charakteristischen Zeichnung der Farbform gehört. Häufig bei der Farbform White & Yellow. Tritt bei Dieser während des Wachstums oder später auf und ist charakteristisch.

Auch bei anderen Farbformen möglich, zeigt sich hier jedoch bereits ab Schlupf und ist nicht charateristisch.

Baldy
Der Kopf ist komplett zeichnungslos. Keine Punkte oder Farbflecken vorhanden.

Diese Bezeichnung wird ausschließlich bei den Hypo Tangerine Linien verwendet, bei denen Kopfzeichnung vorhanden sein kann. SHTCTB - Super Hypo Tangerine Carrottail Baldy

(Extreme) Tangerine
Orangene Körperfarbe die eingezüchtet wurde und sich von der ursprünglichen Farbe der Farbform abweicht.
Diese Tiere haben oft auch Carrottail und Carotthead.
Im Bild ein Extreme Tangerine Tremper Albino.

Carrotthead/ Carrottail
Schwanzansatz ist zu mindestens 30% Rot/ Orange gefärbt. Kopf ist rot. Charakteristisch für SHTCT(B) - Super Hypo Tangerine Carrottail (Baldy), Electric, Tangerine Tornado, Torrid Tangerine und allen (Extreme) Tangerine Zuchtlinien sowie Tangerine Bell Albinos und Raptor.

Emerald/ Emerine
Emerine hört man viel öfter als Emerald, aber bedeutet beides das Selbe. 

Die Tiere haben grüne Flecken oder Bänder in der Zeichnung wie bei Lavender nur hier ohne Linienzucht.  

Emerine sieht man oft bei Tangerine Linien bei denen es sich als Boldstripe oder als Punkte im Banded zeigt.


Designer

Als Designer bezeichnet man in der Regel Tiere, die eine unregelmäßige Körper- und vor allem Kopfzeichnung besitzen. Auch besitzen sie meist einen rötlichen Längsstreifen an den Seiten.

High white Sides
Die Flanken sind ohne Zeichnung. Diese ist deutlich nach oben verschoben.

Charakteristisch für

White & Yellow, Eclipse und deren Combos.

Solche Tiere haben oft auch einen weißen Dorsal Stripe auf der Wirbelsäule.

Abyssinian
Der Abyssinian stammt von Ron Tremper bei der Zucht von Eclipse und Raptor. Solche Tiere haben rote Venen in den Augen.
Etwas besonderes und fast nicht zu erkennen.


Giant / Super Giant
Giants sind einfach nur größere Leopardgeckos.

Das ''Größer'' Gen ist gefestigt und vererbt sich Co-Dominat wie beim Snow. Die Gewichte der Tiere sind:
Giant ♂: 80-100g
Giant : 60-90g
Super Giant ♂: bis 156g
Super Giant bis 100g

High Yellow

Ein High Yellow ist ein Wildtyp PUNKT.
Dessen Besonderheit ist eine gelbe Grundfarbe die mehr oder weniger intensiv, aber deutlich erkennbar ist. Außerdem hat der High Yellow eine reduzierte schwarze Zeichnung und keine bzw. nur ganz wenig Zeichnung auf den Beinen.

Albino
Dieser Name bezeichnet keinen echten Albino!

Albinos sind Zuchtformen, denen der schwarze Farbstoff Melanin fehlt. Diese Tiere haben keine schwarze Zeichnung und ihre Augen sind nicht schwarz.

Es gibt:
Tremper Albino benannt nach Ron Tremper 1996.

Rainwater/ Las Vegas Albino benannt nach Tim Rainwater 1998 und Bell Albino nach Mark Bell 1999

Diese Linien bitte auf keinen Fall untereinander kreuzen!!! = Genmüll


Der Chocolat Albino ist ein kalt inkubierter (25-26°) Tremper Albino

Eclipse

Folgende Marker können Eclipse Tiere aufweisen:
- Snake Eyes oder ganz gefärbte Augen (Solid Eyes)

- Weiße Schwanzspitze
- Weiße ''Socken''

- Weiße Nasenspitze

- Spezielle Zeichnung mit Spotted und Speckled Punkten/ Flecken

- High White Sides

- schmaler heller Dorsal Stripe

Redstripe

Ein Redstripe entstammt aus Linienzucht mit einem Hypo Tangerine. Er besitzt dem Namen nach einen hellen Dorsal Stripe, welcher mit einer roten oder rotbraunen Linie eingefasst ist.

Bei hochwertigen Redstripes leuchtet diese Linie stark und solche tiere haben sehr viel Tangerine und Carrottail Anteil.


Pastel
Zeichnungsmerkmal, geschaffen von Ron Tremper im Jahre 2008.

Die Zeichnung geht über das Nackenband hinweg und ist oft in einem intensiveren Farbton umrandet als deren Füllung. Ron Tremper beschreibt es wie das entfernen eines Schleiers vor der Linse. Pastel Tiere haben teils Eclipse Marker (weiße Beine) und Lavender in den Flecken. Die Farbe strahlt regelrecht im Vergleich zu ''normalen'' Tieren gleicher Farbform. Pastel ist eine Linienzucht deren Vererbung nicht ganz klar ist.
Nur weil ein Tier aus dieser Linie Pastel Merkmale hat, muss es noch lange kein Pastel sein!

Bandit
High Yellow Wildtyp mit wenig, jedoch kräftig schwarz umrandeter Zeichnung. Der kleine schwarze Querbalken auf der Nase ist charakteristisch und erforderlich für die Farbform Bandit. Auch als Boldstripe Bandit möglich.

Linienzucht!

Halloween Mask
Ein Halloween Mask entstammt einer Linienzucht welche extrem kräftige, gut abgegrenzte Zeichnung auf dem Kopf hat. Es kann in jeder Farbform Linie auftreten, welche Zeichnung auf dem Kopf besitzt.

Lavender
Lavender ist wie Pastel eine Linienzucht. Es zeigt sich durch lavendelfarbige Zeichnungseinschlüsse welche sich im Alter oft verlieren. Das macht es Züchtern schwer, dies zu verstärken, da man die Qualität eines Lavenders im Alter nicht mehr erkennt. 

Anmerkung:
Oft haben Boldstripe Bandits, Bandits und diverse Snow Combos diese violette Färbung in den Flecken. Dies ist jedoch nur Lavender, wenn wenn das Tier aus der Lavender Linie stammt. 

 

Der Name''Lavender'' darf nur verwendet werden wenn die Linienzucht eingehalten wurde.

Ghost
Ghost ist ein dominates Gen aus der Hypo Linie und bereits sehr alt. Jungtiere zeigen im Wachstum reduzierte, verblassende Zeichnung, mit leichten lavenderfarbigen oder rauchgrünen Akzenten.

Der gut sichtbare Rand der Zeichnung verschwimmt und wird unscharf. 

Mit Ghosts wird oft betrogen aber einen echten Ghost wird man bei Weiterzucht erkennen (dominant).


Die Ur- Ghosts stammen von Ray Hine und Alex Hue.


Hier ist es wieder wie bei Lavender und Pastel. Der Name Ghost nur, wenn aus echter Ghost Linie!



Besondere Zeichnungsvarianten zu oben


Diese Sonderformen der oben genannten Zeichnungsvarianten sind aufgrund ihrer Seltenheit teilweise sehr teuer.

Boldstripe ohne Verbindung der Streifen am Schwanzansatz.
Selten und gefragt, vor Allem wenn es sich dabei um einen Reverse Boldstripe handelt.

Boldstripe geschlossen am Schwanzansatz.
Einseitig geschlossen kommt häufig vor, Beiseitig ist selten und teurer. Optisch der perfekte Boldstripe.

100% Carrottail
CT hat fast jeder Tangerine, 100% CT jedoch erfordert Auslesezucht über Generationen oder kommt manchmal einfach vor.

Selten und teuer.

Chocolat Tremper

Chocolat entsteht wenn man einen Tremper Albino ''kalt'' bei 25- 26 Grad inkubiert. Die Zeichnung wird in diesem Falle Schokoladenbraun und bleibt dies in der Regel auch.

Black Night
Der Black Night ist ein sehr dunkler Wildtyp aus Linienzucht. Solche Tiere kosten ca. 1000 Euro pro Tier und Züchter sind selten.




Anmerkung:
All diese Farbformen mögen verwirrend sein, aber für die Meisten unter euch, werden nur solche wie Stripe, Jungle, Banded, Albino usw. zählen. 
Mit dem unteren Teil dieser Seite, werdet Ihr als Anfänger vermutlich nie zu tun haben.


Ab Hier Wartungsarbeiten

Hier findet ihr Zeichnungvarianten, welche für sich eine eigene Farbform sind, bzw. auch bei anderen Farbformen mitspielen wenn man welche einkreuzt.
Diese erfordern keine Linienzucht denn sie vererben sich von selbst weiter.
Die Vererbungsweise nennt sich "Rezessiv". Trägt ein Elterntier solch ein Gen, gibt es dieses sichtbar (Phänotyp) oder unsichtbar (Genotyp) weiter.
Beispiel:
Kreuzt man einen Albino mit einem Albino, ist das Ergebnis ein Albino. (Phänotyp)
Kreuzt man einen Albino mit einer anderen Farbform, ist das Ergebnis kein Albino, sondern ein anderes Tier, welches das Albino Gen trägt und vererben kann, wenn man es später wieder mit betreffender Farbform verpaart. (Genotyp)