Was zum Nachdenken...


Geld sparen in der Reptilienhaltung...

Haustiere sind und bleiben ein Luxusgut, egal ob Hund, Katz oder Reptil.

Jedes Haustier verursacht Anschaffungskosten und laufende Kosten. Es braucht Futter, Wasser, Einrichtung, Medikamente, … aber mit diesem Kosten befasst man sich in der Regel schon vor der Anschaffung und muss immer und zu jeder Zeit mit Sonderausgaben rechnen. Es kann plötzlich eine OP anstehen und man muss für solche Fälle vorsorgen und sparen. (Es schadet generell nichts so 500 Euro für ein Reptil zurückzulegen um z.B. im Falle des Falles eine Legenot OP bezahlen zu können).

 

Reptilien sind im Vergleich zu Hunden oder Pferden sogar noch günstig in der Haltung denn je größer das Haustier, desto größer die Kosten. Mir als Hundehalter tun 10 Euro für 1kg Hundefutter nicht weh, weil es für meine 5kg Hündin 2 Wochen reicht, hat man aber eine Dogge, frisst die diese Portion locker an einem Tag und das Futter kostet je nach Hersteller und Qualität das Gleiche.

 

Die Kosten für uns als Reptilienhalter unterscheiden sich hauptsächlich in der Reptilienart und deren Pflegeaufwand. Braucht das Tier eine hochwertige UV- Beleuchtung z.B. Bright Sun,… sind die Haltungskosten natürlich teurer, als für uns als Leopardgeckohalter. 

Sparen kann man hier schlecht, da UV bedürftige Reptilien eben diese Haltungsbedingungen fordern. Bietet man ihnen dies nicht, nehmen sie körperlichen Schaden und gehen irgendwann ein.

 

Leopardgeckos sind da viel einfacher gestrickt. Die können auch ohne UV Beleuchtung leben und überstehen auch locker mal längere Futterpausen. Diese Tiere rangieren definitiv unter den Top 10 der günstigsten Reptilien weltweit.

 

Beispiel 120cm Terrarium für 2-3 Tiere:

Die größte Ersparnis ergibt sich schon bei der Anschaffung des Terrariums. Bodengrund, Deko, eigentlich fast die komplette Einrichtung kann man sich aus der Natur holen.

Man benötigt lediglich eine Wasserschale und einen Calciumbehälter und wenn man möchte eine Wetbox und paar Pflanzen. Leos brauchen keine aufwändig gebaute Rückwand mit Quetschspalten, die kann man aus Steinaufbauten natürlich gestalten. Ein Höhlensystem im Bodengrund kann man mit einem alten Staubsaugerschlauch bauen und die Wetbox ist leicht aus einer alten Tupperbox oder Eisbox gebastelt.

 

Die Beleuchtung muss man sich leider leisten, wobei der Arcadia UVB Kit jetzt nicht wirklich viel teurer ist als eine Kompaktlampe mit E27 Fassung oder eine Röhre samt Fassung ohne UV. Die Arcadia Röhren halten tatsächlich überdurchschnittlich lange, viel länger als eine Kompaktlampe.

Und wenn die UV Röhre eigentlich nach 2 Jahren getauscht werden sollte, weil das UV erschöpft ist und man gerade kein Geld hat, dann bleibt sie halt 3 Jahre drin. Leos kommen wie gesagt auch ohne UV gut klar, auch wenn UV (in artgerechter Dosis) positive Auswirkungen auf deren Gesundheit und Verhalten hat.

So, jetzt haben wir mal schnell eben 200-400 Euro an Einrichtungskosten gespart, nur weil wir keinen Sand, keine Deko, keine Rückwand und keine Wetbox kaufen müssen. Das sind etwa 3,5 Jahre an Stromkosten.

 

Wo kann man nicht sparen?

LED Grundbeleuchtung Arcadia LED Bar 87cm lang= 120 Euro Anschaffungspreis und 51 Watt Verbrauch)

Im Vergleich: Arcadia T5 UVB Kit 87cm lang= 70 Euro Anschaffungspreis und 39 Watt Verbrauch

Die LED ist also nicht nur teurer in der Anschaffung sondern braucht auch mehr Strom.

Am Spot kann man auch nicht wirklich sparen, da wir sowieso keinen UV Spot verwenden. Es gibt einige Spots z.B. von Trixie, die eine Stärke von 160 Watt bedürfen um ein 120cm Terrarium auf Temperatur zu bringen. Solche Stromfresser sollte man natürlich austauschen, denn ein 120cm Terrarium heizt man auch gut mit einem 35 Watt Lucky Reptile Halogen Sun Mini.

 

Was kostet nun so ein 120cm Terrarium eigentlich?

Bei 48,16Cent/kWh aktuellem Strompreis kostet so ein Terrarium gerade einmal 0,43 Euro pro Tag. Das ist genauso viel wie ein Brötchen ;-D

Hochgerechnet auf 12 Monate sind das 157 Euro pro Jahr, wenn die Beleuchtung 12 Stunden/ Tag brennt.

Wie kann man das jetzt noch reduzieren?

  • Natürlich die Winterruhe machen, weil das mal eben ¼ der Kosten reduziert auf 117 Euro
    Hinweis: Von diesem Betrag aus berechnet sich nun alles Weitere da die Winterruhe eigentlich Pflicht sein sollte.
  • Die Beleuchtungszeit den tatsächlichen Gegebenheiten in deren Heimat anpassen. Dort brennt das Licht schließlich auch nicht 12 Stunden jeden Tag und das 12 Monate lang. Die meiste Zeit hat es in Pakistan durchschnittlich 7-8 Sonnenstunden pro Tag, im Winter etwas weniger und im Sommer etwas mehr, ganz wie auch hier bei uns in Deutschland. Die Leos gehen euch also nicht ein wenn ihr jetzt die Beleuchtungsdauer auf 10 Stunden reduziert.
    Das sind nochmal 17% Ersparnis und macht knappe 20 Euro/ Jahr aus.

Nun sind wir schon bei 97 Euro Kosten pro Jahr statt 157 Euro und das alleine, durch Winterruhe und Anpassung der Beleuchtungszeit. = 60 Euro / Jahr gespart.

 

Auf die Spitze kann man das Ganze jetzt noch mit einem Dimmersystem treiben.

Ein Dimmer (z.B. von Plumladen) ist in der Lage den Spot morgens hochzuregeln und abends wieder runter. Sprich einen Sonnenauf- und untergang zu simulieren und erst wenn der Spot vollkommen läuft, schaltet man die Grundbeleuchtung zu. Das erspart etwa 2 Stunden Brenndauer der Grundbeleuchtung ein. Macht 10 Euro/ Jahr Ersparnis wobei der Dimmer jedoch 60 Euro kostet und somit 6 Jahre laufen müsste um die Anschaffung zu rechnen. Hat man mehrere Terrarien kommt das Geld schon etwas eher wieder rein.

 

Alles zusammengerechnet, kann man bei Leopardgeckos in einem 120cm Terrarium etwa 40% der jährlichen Stromkosten sowie etwa 60% der Anschaffungskosten durch eine naturnahe Haltung einsparen.

 

Am Futter sparen kann man durch eigene Zucht von argentinischen Waldschaben oder dem Kauf von Insekten im Internet statt im Geschäft. Natürlich rechnet sich Letzteres nur, wenn man mehrere Tiere hat, damit sich die Portokosten rechnen oder gar wegfallen.


Wie ist das bei uns Züchtern?

Diese Einsparmöglichkeiten zählen natürlich auch für uns Züchter, sofern wir im Terrarium halten. Prozentual bleibt sich die Ersparnis gleich, nur in Zahlen ist das bei uns schon etwas mehr dann. Was bei uns allerdings in den Kosten stärker zu Buche schlägt in die Jungtierhaltung. Da kann man nicht so einfach alles anpassen wie bei adulten Tieren.

Du brauchst gewisse Temperaturen einfach zwingend, damit die Jungen wachsen oder man bestimmte Zuchtziele erreicht.

 

Ein Züchter muss sich schon eher überlegen ob er in solchen Zeiten einfach seine Zuchttiere reduziert, eine Pause macht oder ganz aufhört. Natürlich kann man die seit Jahren stabil gebliebenen Tierpreise anheben um auf seine Kosten zu kommen aber alles in Allem bleibt die Zucht eine 0- Rechnung. Preiserhöhungen allgemein sind auch nicht so einfach, denn die Nachfrage sinkt merklich in den letzten Monaten und durch die osteuropäischen Züchter, welche Ihre Leopardgeckos für 10 Euro auf Börsen verramschen, hat man heute mehr Konkurrenz denn je, weil der Kunde (in der Regel ein Anfänger) immer mehr aufs Geld schaut.

So wird der Leopardgecko durch die erhöhten Haltungskosten (die zumindest für Nicht- Züchter gar keine sind) zum Ramsch Reptil. Gute Züchter hören deswegen auf und die Vielfalt an Zuchtformen sowie deren Qualität lässt spürbar nach. So ist es heute schon und so wird es leider weitergehen, wenn die Preiserhöhungen nicht bald ein Ende haben.

Schade eigentlich für dieses tolle Hobby….

PS: Die Kostenrechnungen oben sind natürlich grob überschlagen und für den Otto- Normal Halter gerechnet. Kosten wie ein Kühlschrank zur Winterruhe oder so sind hier jetzt nicht eingerechnet.