Schritt 2 - Die Qual der Tier-/ und Züchterwahl


Diese Frage ist zumeist durch Schritt 1: Information bereits geklärt, weil man dabei in Facebook schon unweigerlich an Züchter gerät oder diese aktiv angeschrieben hat, weil man schon vor Information nach Tieren suchte.
Die meisten Anfänger sehen allerdings irgendwo ein Bild oder einen Leopardgecko im Zoohandel und möchten diesen dann.
Oft sind das Wildtypen, Mack Snows oder orangene Tiere, weil die günstig sind und am Besten verkäuflich.

 

Ist hier noch gar nichts passiert, stellt man sich zuerst die Frage ''Welche Farbform möchte ich?''
Die gängigen Farbformen kann man hier sehen: http://www.leopardgeckowiki.com/index.php?title=Category:Morphs

Auf meiner Seite hier findet ihr auch einige Farbformen aber nur die Farbformliste ist Up to Date und leider ohne Fotos.
Schaut euch auch bitte die vererbbaren Krankheiten an, nicht dass ihr euch eine Farbform mit Gendefekt aussucht.

Schuster bleib bei deinen Leisten....
Nicht alle Zuchtformen bekommt man auf dem deutschen Markt und einige Linienzuchten, sind absolut nichts für Anfänger.
Einen ''Black Night'' braucht man als Anfänger erst gar nicht zu kaufen, denn die ''Echten'' liegen bei rund 1000-3000 Euro pro Tier. Wer es sich leisten kann, klar gerne, aber Sinn macht es keinen ohne Haltungserfahrung, Zuchtgedanken und Hintergrundwissen zur Art und Genetik.

Black Nights werden z.B. schon viele angeboten, aber die einen züchten sie ohne Hirn und Verstand, Andere wenigstens in Linie und den Ur Züchter der Linie (Ferry Zuurmond und Roy Sluiter aus den Niederlanden) gibt es dann ja auch noch.

 

Einige Anfänger wollen dann gleich Geld ausgeben und züchten aber merkt euch, wenn man als Käufer schon soviel Geld für ein Tier ausgibt, dann will man doch etwas Gutes vom Ur Züchter oder zumindest etwas Vergleichbares. Man kauft dann nicht von einem Anfänger, selbst wenn dieser auch echte Black Nights vom Ur- Züchter hätte. Das ist nun mal so dass man Zuchttiere nicht von jemand Unbekannten kauft. 

 

Das ganze Drum herum erfordert Wissen, welches man sich erst aneignen muss und deshalb beginnt man besser mit normalen Tieren und kauft sich erst später teure Zuchttiere. Die meisten Farbzuchten kosten zwischen 30 und 200 Euro und neuere oder seltenere Zuchtformen 350 bis 700 Euro.

 

Habt ihr euch für eine Farbform entschieden, postet das Foto doch ganz einfach in einer Facebook Gruppe und fragt nach Züchtern dieser Linie.
In der Regel kommen dann schon die Nachrichten von Züchtern die solche haben oder ihr erhaltet zumindest Namen und könnt die Leute anschreiben.

Nicht jeder Züchter hat eine eigene Website oder Facebook Seite. Manche senden euch daher nur Bilder per PN, weil Facebook den Handel mit Tieren untersagt. Lasst euch gerne Fotos schicken und denkt daran -> Als Anfänger niemals Männchen und Weibchen zusammen halten!
Ein korrekter Züchter, kann und wird einen dann auch gerne beraten und beim Terrarienbau unterstützen. Ist dieser in der Nähe, sollte man immer einen Besuch erwägen um sich dessen Haltung anzusehen. Jemand der nichts zu verbergen hat, wird dies gerne auch von sich aus anbieten und zulassen.

Ein seriöser Züchter lässt seinen Bestand mindestens 1x jährlich auf Parasiten und andere Krankheitserreger testen. Negative Untersuchungsergebnisse bestätigen eine saubere Haltung und gute Fütterung der Tiere. 

 

Irgendwie findet ihr dann schon euren Wunsch Gecko und könnt diesen reservieren. In unserer Branche sind mindestens 30% Anzahlung vom Tierpreis Vorraussetzung, denn keiner reserviert ein Tier ohne Sicherheit dass es auch am Ende gekauft wird. 

Ist das geschehen, könnt ihr euch an Schritt 4 und 5 machen denn ewig wird hier auch nicht reserviert.


Weitere Bezugsquellen


Börsenkauf

Terraristikbörsen finden mehrmals im Jahr statt und es ist jedesmal das Gleiche. Man kämpft sich bei einer Affenhitze und stickiger Luft durch Unmengen Schaulustiger. Man fühlt sich wie eine Presswurst in der Sauna, denn viele Besucher leben nach dem Motto ''der erste Vogel fängt den Wurm'' jedoch kann man zu jeder Tageszeit hervorragende Tiere erwerben und gerade gegen Ende lassen sich noch Schnäppchen machen. Zur Einlasszeit ist der größte Andrang und man steht oft stundenlang in der Reihe und wartet auf Einlass. Diese lockert sich ca. 1 Stunde danach auf und hat sich gegen Mittag komplett aufgelöst. In den frühen Nachmittagsstunden hat der größte Pulk die Hallen schon wieder verlassen und genau dann, kann man am Besten einkaufen.

Vorsicht Diebe!
Bei Börsenbesuchen ist besondere Vorsicht geboten, denn nirgends wird soviel Schindluder getrieben und gestohlen wie auf solchen Veranstaltungen. Die Diebe schlitzen unbemerkt Hosenbeine und Taschen auf und klauen die gut gefüllten Geldbeutel und andere Wertsachen. Tragen Sie niemals Wertsachen bei sich, verzichten Sie auf Handys, Uhren, Handtaschen, Schmuck etc. und führen Sie Ausweispapiere nur in Kopie bei sich. Keine Geldbeutel und schon gar keine dick gefüllten!
Stecken Sie sich Geldscheine in Geldgürtel oder flach und unsichtbar in enge Hosentaschen oder in die Socken oder Schuhe. Wer offensichtlich nichts hat, wird auch nicht beklaut. Dicke Hosentaschen und Handtaschen sind da viel zu verlockend.

 

Vorsicht auch vor Ausstellern!

Viele der dort angebotenen Tiere sind krank und oft kommt es vor das der zuständige Amtstierarzt diese armen Geschöpfe aus dem Verkauf nimmt.

Insbesondere warne hier ich vor Züchtern, die dort ihre Massenzuchtware zum Schleuderpreis verkaufen wollen.

Leopardgeckos zu kaufen, die dort für 10 Euro angeboten werden....wer das tut, dem gehört der Marsch geblasen...

Solche Käufern die so etwas unterstützen, gehört es nicht anders, als dass das Tier stirbt. So leid einem die Lebewesen tun, aber dann haben sie ihren Leidensweg wenigstens hinter sich. Jeder Cent den man diesen Leuten in den Rachen wirft verstärkt das Leid von vielen unschuldigen Tieren.
Leider tappen gerade Neulinge oder deren Eltern diesen unseriösen Züchtern in die Falle und ärgern sich dann, wenn das Tier den Heimtransport nicht überlebt oder zu Hause an schwerer Krankheit eingeht. Das ist das Selbe wie mit dem Welpenhandel.

Bei Leopardgeckos bestimmen Genetik, Farbform, Gesundheit, Aufzucht und die Haltungsbedingungen den Preis.

Ein gesunder Gecko aus einwandfreier Haltung, kostet je nach Zuchtform zwischen 30 und 4000 Euro (wobei sich hier der Schwerpunkt zwischen 30 und 350 Euro bewegt). Ein Leopardgecko der mehr als 500 Euro kostet, ist mit Sicherheit eine seltene Zuchtform mit hervorragender Genetik.
Für 10 Euro Verkaufswert kann kein vernünftiger Züchter die Kosten der Aufzucht decken, geschweige denn die Zuchttiere artgerecht halten. Das sollte eigentlich jedem klar sein.

 

Ein paar kleine Tipps für Börsekäufe:

- Sucht euch Tiere zuvor bei Züchtern aus und holt sie lediglich auf Börsen ab.

- Erwägt ihr einen Spontankauf (es geht selten ohne) schaut bei den großen und bekannten Züchtern vorbei und meidet Tische, auf denen viel zu junge Tiere unter 12g angeboten werden.

- Schaut euch alle Tiere auf dem Tisch an und lasst euch weitere Tiere eurer Wunschfarbform zeigen. Oft sitzen in den Styroporboxen unter den Tischen noch viele Leos, die erst dann auf dem Tisch landen, wenn wieder Platz ist.
- Prüfe unbedingt die Boxen in denen die Tiere sitzen. Diese müssen ausreichend groß sein und folgende Angaben enthalten:

  • Wissenschaftlicher Name
  • Schutzstatus
  • Nachzucht oder Wildfang
  • Verbreitungsgebiet
  • Adultgröße
  • Geschlecht
  • Gewicht
  • Nahrung
  • Haltung
  • Verkäufername und Anschrift

Stimmt die Verpackung und ist mit dem Tier alles in Ordnung, stellen sie dem Anbieter ein paar Fragen zu Farbformen der anderen Geckos.

z.B. wenn auf einer Packung steht ''Mack Snow Albino'' fragen sie welche Albino Linie dies ist. Diesen Fall hatte ich selbst schonmal und der osteuropäische Züchter wusste auf meine Frage keine Antwort außer ''Albino''. Oft kennen unseriöse Anbieter die einfachsten Farbformen nicht.

 

Achtung im Sommer!

Die Tiere leiden sehr unter der Hitze und können daran eingehen.

Lagern Sie die Tiere auf keinem Fall im Auto um danach noch einkaufen zu gehen!

Wenn Sie Zubehör kaufen wollen, erledigen Sie dies davor und holen Sie die Tiere erst am Ende des Börsenbesuches beim Händler ab.

Danach gilt es die Tiere schnellstmöglich nach Hause zu schaffen um Ihnen weiteren Stress zu ersparen.

 

Eine wahre Begebenheit:

Terraristika Hamm 2010,

eine Dame hatte bei einem Züchter 2 Leopardgeckos ausgesucht und diese dann zuerst 30 Min. ohne Styroporbox im heißen Messegebäude herumgetragen. Wer dort noch nie war, im Gebäude herrschen ca 35-40... Anschließend hat Sie die Tiere in die pralle Sonne auf die Hutablage des Autos gestellt (Außentemperatur 30C°) um danach noch 1 Stunde auf der Messe herumzulaufen. Als sie zurückkam waren die armen Tiere natürlich tot. Wie wenn das nicht schon gereicht hätte, brachte Sie die Kleinen zum Züchter zurück und wollte dreisterweise ihr Geld zurück haben.

Als Begründung gab Sie an, die Geckos bereits krank erworben zu haben. Die Tierchen lagen zusammengekrümmt mit blutenden Nasen in ihrer Plastikbox und erst als man ihr mit dem Amtstierarzt drohte, gab Sie ihren Fehler zu.

 

Zoohandel:

Wie im Vorfeld bereits mehrfach geschrieben: Finger weg aufgrund mangelnder Fachkompetenz und großem Risiko ernsthaft kranker Tiere.


Hilfe zur Auswahl der Tiere


Leopardgeckos kauft man nach Optik.

Merkmale eines gesunden Tieres:

+ läuft herum und jagt selbstständig Futter

+ ein gut genährter, kräftiger Körper mit dickerem Schwanz (Energiespeicher)

+ keine Hautreste an den Gliedmaßen

+ frisst gut

+ gerader Körperbau ohne verkrümmte Knochen

+ klare Augen und feuchte rosane Maulinnenseite

Merkmale eines kranken Tieres:

- liegt träge in der Ecke und reagiert nicht auf Berührung

- dürrer Körper und Schwanz (schlechte Ernährung oder Kryptosporidienbefall)

- Hautreste an den Gliedmaßen

- frisst tage-/wochenlang nichts (Ausnahme Winterruhe)

- verkrümmte Knochen und Gelenke (Rachitis oder Knochenbrüche)

- trübe Augen oder offene wunde Stellen im Maul

- rote oder schwarze Punkte auf den Haut (Milben)

- Durchfall (eventuell Parasitenbefall oder Stress)

- entzündete, verdreckte Kloake oder Wunden auf der Haut

- trockene Haut mit abstehenden Hautschuppen oder Häutungsresten

 

Egal für welches Tier man sich letztendlich entscheidet, es ist in jedem Falle eine Quarantäne durchzuführen um eine Keimübertragung ins neue Terrarium oder schlimmer, in ganze Zuchtgruppen zu vermeiden.

Das Schlimmste was einem bei Nichteinhaltung der Quarantäne passieren kann ist eine Infektion mit Kryptosporidien. Dieser heimtückische Erreger kann bei Ausbruch tödlich für die Tiere sein. Ein wirksames Heilmittel wurde bisher noch nicht gefunden.

 


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