Was ist der Leopardgecko?


Ein Reptil der Gattung ''Gekkota'' (Geckoartige) aus der Unterfamilie ''Eublepharidae'' (Lidgeckos).

Leopardgeckos sind ca. 25-30cm lang und wie alle Reptilien wechselwarm, d. h. sie erzeugen keine eigene Körperwärme, sondern wärmen sich z. B. auf warmen Steinen um auf Betriebstemperatur zu kommen. 

Ohne vorheriges Aufwärmen, sind sie wenig aktiv und können schlecht jagen. Der Leopardgecko lebt rein carnivor bzw. insektivor und ernährt sich damit zu 100% von Insekten und Kleinsäugern. Seine Verdauung ist von der Temperatur abhängig. Ist es kalt, verbrauchen sie kaum Energie und speichern so Reserven für die Aktivzeit. Die Tiere sind nämlich dämmerungs- bzw. nachtaktiv, weshalb sie sich in den Abendstunden an warmen Steinen aufwärmen um nachts auf Beutezug zu gehen. Weiterhin sind sie Einzelgänger, nutzen aber gemeinsam Verstecke und haben untereinander eine Rangordnung. Zur Fortpflanzung legen die Weibchen nach erfolgter Verpaarung mehrmals pro Jahr je 2 Eier, welche wir natürlich gezielt ausbrüten. In der Natur übernimmt das der warme Bodengrund. Die Geschlechterbildung ist temperaturabhängig.

Der Leopardgecko ist ein beliebtes Terrarientier, weil er einfach zu halten ist und es gibt viele Farbzuchten, die ihn sehr interessant machen. Unter optimalen Bedingungen werden Leopardgeckos ca. 30 Jahre alt (im Schnitt 10-15 Jahre). Das älteste bekannte Tier ist aktuell* 40 Jahre alt (*2020) und in Besitz von Esther Laue. Man muss sich also bei Anschaffung auf eine lang andauernde Haltung einstellen. Heute kaufen und in 2 Jahren was Neues holen wie bei Hamster & Co. geht hier nicht. Alle Haustiere bedeuten Verantwortung und dessen sollte sich jeder vor der Anschaffung bewusst sein.


Woher kommt der Leopardgecko?


Mit freundlicher Unterstützung von http://notchtheworld.com
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Der wissenschaftliche Name des Leopardgeckos lautet Eublepharis macularius. Er gehört zur Familie der Lidgeckos (Eublepharinae) und lebt ursprünglich im südwestlichen Asien. Man findet ihn dort in folgenden Ländern: Irak/Iran, Turkmenistan, Afghanistan, Pakistan und Indien. Er bewohnt relativ trockene Gebiete, vor Allem felsige Steppen und Halbwüsten. 

Tagsüber hält sich der nachtaktive Bodenbewohner in Erdhöhlen (oft von Mäusen), Felsspalten und unter Steinen auf. Bei Anbruch der Dunkelheit verlässt er sein Versteck und begibt sich auf Nahrungssuche. Er frisst alles was sich bewegt und in sein Maul passt, vor allem Insekten, Spinnentiere und manchmal sogar kleine Mäusejunge und andere Wirbeltiere. Er ist kein aktiver Jäger, sondern streift eher ziellos umher, bis er Beute bzw. Bewegung erspäht. 

Im Winter halten die Tiere Winterruhe, um die kalten Temperaturen dort zu überleben.


Welche Arten gibt es?


Der Eublepharis macularius hat  4 Artverwandte, die in unterschiedlichen Regionen leben und sich so anders entwickelten (siehe Karte):

Ungefähre Verbreitung der Arten der Gattung Eublepharis  Quelle: ''Leopardgeckos'' von Karsten Grießhammer & Gunther Köhler
Ungefähre Verbreitung der Arten der Gattung Eublepharis Quelle: ''Leopardgeckos'' von Karsten Grießhammer & Gunther Köhler
  • Eublepharis angramainyu (West Asien, Südwest- Iran, Nord- Irak, Nord- Syrien)
  • Eublepharis hardwickii (Indien, Bangladesh)
  • Eublepharis turcmenicus (Zentral- Asien, Grnezgebiet Iran/ Turkmenistan)
  • Eublepharis cf. fuscus (Artzugehörigkeit umstritten cf.= ähnlich) (West- Indien)

Jede Art ist an die Gegebenheiten in seinem Lebensraum angepasst und erfordert etwas andere Haltungsbedingungen. Vergleichbar ist das in etwa mit den Eidechsenarten bei uns. Alle entstammen einer Familie, aber jede sieht etwas anders aus. Der Lebensraum prägt eines jeden Lebewesen eigene Evolution. Man passt sich einfach an um optimal zu leben.

Diese Artverwandten werden nachgezüchtet und verkauft, sind aber nicht die Art, die wir als Leopardgecko kennen! Es gibt sie außerdem nur in Natura, also (noch) nicht als Farbzucht. 

Eublepharis macularius
Eublepharis macularius
Eublepharis turcmenicus
Eublepharis turcmenicus
Eublepharis hardwickii
Eublepharis hardwickii
Eublepharis anagramainyu
Eublepharis anagramainyu
Eublepharis cf. fuscus
Eublepharis cf. fuscus

Eublepharis macularius selbst, gibt es eigentlich gar nicht. Diese Art besteht aus 3 Unterarten, die direkt artverwandt untereinander sind. Sie weisen nur geringfügige Unterschiede z.B. in der Beschuppung auf und werden somit wissenschaftlich der Art direkt zugeordnet.
Um es mit der heimischen Fauna zu vergleichen: Die Tierart ''Fuchs'' ist nur ein Name. Es gibt verschiedene Arten wie den Rotfuchs, den Polarfuchs, den Wüstenfuchs,....aber den Fuchs selbst, gibt es nicht, das Wort bezeichnet nur die Artengruppe.
Weitere 3 Arten des Eublepharis macularius werden heute nicht mehr als Unterart anerkannt, da sie keinen körperlichen Unterschied aufweisen, sondern nur eine andere Zeichnung besitzen. Es ist aber nicht auszuschließen, dass man diese später (mehr Forschung nötig) wieder anerkennt.

  • Eublepharis macularius afghanicus (Nordost- Afghanistan)
  • Eublepharis macularius fuscus (Westindien)
  • Eublepharis macularius macularius (Nordost- Pakistan)
  • Eublepharis macularius fasciolatus (nicht anerkannte Art)
  • Eublepharis macularius montanus (nicht anerkannte Art)
  • Eublepharis macularius smithi  (nicht anerkannte Art)

Eublepharis macularius macularius
Eublepharis macularius macularius
Eublepharis macularius afghanicus
Eublepharis macularius afghanicus

Fotos von E. m. fuscus und E. m. smithi habe ich leider nicht gefunden.

Eublepharis macularius montanus
Eublepharis macularius montanus
Eublepharis macularius fasciolatus
Eublepharis macularius fasciolatus

Alle heutigen Farbformen, stammen vom Eublepharis macularius macularius ab. Er war der Erste, der Urahn unserer Leopardgeckos.

Einige neuere Zuchtformen sind auch Kreuzungen zweier Unterarten, wie der ''Afghan Tangerine'' (E. m. macularius und E. m. afghanicus).

Natürlich bekommt man alle Artverwandten zu kaufen. Besonders die großen Züchter wie Steve Sykes, besitzen Wildfänge und züchten diese Linien. 

Die Farbzuchten heute
Von Eublepharis macularius macularius gibt es heute 9 Farbzuchten die sich dominant vererben, sprich die Gene bzw. das Aussehen wird sichtbar weitervererbt. Weiterhin gibt es 10 Farbzuchten, bei denen beide Eltern die Gene tragen müssen (rezessiv), um diese sichtbar an die Jungen zu vererben. Darüber hinaus existiert all dies als Mischung untereinander, was eine wahnsinns Farbvielfalt ergibt. Und dem noch nicht genug, gibt es von all dem noch unzählige Linienzuchten auf Farbe und Zeichnung ....schöner, besser, teurer.... Mehr über die Entstehung der Farbformen erfahrt ihr HIER


Verwechslungsgefahr


Westafrikanischer Fettschwanzgecko
Eine ähnliche Art die oft mit dem Leopardgecko verwechselt wird, ist der Westafrikanische Fettschwanzgecko (Hemitheconyx caudicinctus), auch Fat-Tailed-Gecko oder ''Fattie'' genannt.

Ihr merkt schon Afrika.... anderer Kontinent. Es handelt sich um eine gänzlich andere Art, die ihm optisch sehr gleicht aber dennoch ist es kein Eublepharis. Die Art eignet sich NICHT! zur Vergesellschaftung mit Leopardgeckos!
Genetisch gesehen, ist man hier mittlerweile soweit wie beim Leopardgecko und züchtet viele Farbformen. 

Goniurosaurus - Chinesischer Leopardgecko
Die Gattung Goniurosaurus besitzt ca. 17 Unterarten aus unterschiedlichsten Gebieten in China, Japan und Vietnam.

Die Unterarten werden auf deutsch als Tigergecko, Bodengecko oder chinesischer Höhlengecko bezeichnet.

Auch diese Art eignet sich NICHT! zur Vergesellschaftung mit Leopardgeckos!

Man bekommt ''Gonis'' eigentlich fast nur auf Börsen und nicht im Zoohandel zu kaufen. Infoseiten gibt es nur wenige auf deutsch z.B. https://www.goniurosaurus.net. Hier braucht man Züchter zur genaueren Information.


Der Körperbau


Leopardgeckos sind optimal an ihren Lebensraum angepasst. Sie besitzen eine robuste Haut, die mit vielen kleinen Schuppen bedeckt und wasserabweisend ist.

Auf der Oberseite sind die Schuppen kleine, harte, noppenartige Hügel, die Reibung reduzieren. Die Zehen sind mit feinen Krallen versehen, damit die Tiere besser klettern können. Die Augen besitzen Lider und werden beim Fressen oder Schlafen geschlossen. Die schlitzförmige Pupille ist typisch für nachtaktive Tiere. Der Schwanz dient als Energiespeicher für nahrungsarme Zeiten (Winterruhe) kann bei Gefahr abgeworfen werden um den Fressfeind abzulenken und zu entkommen. Praktischer Weise wächst dieser nach, wenn auch nicht so schön wie zuvor.

Sinnesorgane am Kopf
Sinnesorgane am Kopf
Zähne und geschlossene Augen
Zähne und geschlossene Augen
Hinterbein mit Tuberkelschuppen
Hinterbein mit Tuberkelschuppen
Vorderbein mit Tuberkelschuppen
Vorderbein mit Tuberkelschuppen
Krallen am Hinterfuß
Krallen am Hinterfuß


Axillartaschen

Die Axillartaschen befinden sich hinter dem Ansatz der Vorderbeine. Ihr Nutzen ist bis heute ungeklärt.
Besonders bei gut genährten Weibchen kann es zu einer Schwellung hinter den Axillartaschen kommen. Dabei bildet sich eine mit Luft oder Wasser gefüllte Blase hinter jeder Tasche (eigentlich keine echte Schwellung).

Näheres hierzu siehe unter ''Krankheiten''


Haut & Häutung
Die äußere Schicht der Haut besteht nur aus abgestorbenen Zellen und kann somit nicht mitwachsen. Dies lösen Reptilien, indem sie sich häuten und dabei diese alte Hautschicht abstreifen. Ausgelöst wird das hormenell und durch die Haltungsbedingungen (Luftfeuchte, Temperatur,...)

Die Häutung beginnt mit einer Weißfärbung der Haut, die sich dann von der Nasenspitze beginnend löst und vom Gecko an rauhen Gegenständen abgestreift wird. Anschließend wird sie instinktiv gefressen, um keine Spuren zu hinterlassen. Leos suchen vor und nach der Häutung verstärkt feuchte Höhlen auf, da Feuchtigkeit die Häutung unterstützt. 
Ist die Häutung  abgeschlossen, erstrahlt das Tier in seiner vollen Farbenpracht. Hilfe bei Häutungsproblemen findet ihr HIER

 


Farbveränderung durch Haltungsparameter
Die Temperatur im Terrarium beeinflusst bei vielen Zuchtformen die Farbgebung der Haut. Bei wärmeren Temperaturen ist der Leopardgecko heller gefärbt als bei kühleren Temperaturen. Diese Farbveränderung geht jedoch langsam von statten. Hier 2 Beispiele:

Ein junger Mack Snow Tremper Eclipse bei Haltung in einer wärmeren Umgebung.

Das gleiche Tier etwas später, bei Haltung in einer kühleren Umgebung.

Ein W&Y als Jungtier.
Andere Züchter haben gesagt sie wäre keiner, sie war es aber.

Das selbe Tier 2 Jahre später nach einem Besitzerwechsel.
Sie sieht aus wie ein Enigma.


Besonders erwähnenswert wäre hier der Tremper Albino und seine Combozuchten. Vor Allem die Linienzucht ''Tangelo'' wird unter normaler Haltung zum ganz normalen Tangerine Tremper Albino mit brauner Zeichnung. Das gilt jedoch nicht für alle Tiere, manchmal, aber nur manchmal, bleiben sie hell.


Der Schwanz und seine Funktion

Der Schwanz dient als Energie- und Fettspeicher. Im Falle einer Nahrungsknappheit (z.B. in der Winterruhe) kann ein Leopardgecko so wochenlang ohne Futter leben. Der Umfang des Schwanzes gibt somit Aufschluss über den Futterzustand des Tieres. Ist dieser schlank, hat das Tier wenig Futter bekommen oder ist krank. Auch Weibchen haben nach der anstrengenden Eiabalagezeit oft einen schlanken Schwanz und müssen ihren Energiespeicher bis zur Winterruhe wieder auffüllen.

Der Extremfall

Ein viel zu schlanker Schwanz. Dieses Tier war schwer krank.
Es hatte Parasiten und ist daran gestorben. Der ganze Körper ist über lange Zeit so abgemagert.

Schlanker Schwanz

Dieses Tier könnte noch etwas mehr Futter vertragen.
Für längere Futterpausen ( z.B. Winterruhe) sind kaum Reserven vorhanden.

Optimaler Schwanz

So sollten Tiere vor der Verpaarung und Winterruhe aussehen. Der Schwanz hat etwa die 1,5 fache Dicke seines Ansatzes und ist somit ideal.

Viel zu dick

Dieses Tier ist viel zu dick und sollte dringend auf Diät gesetzt werden. Solche Übergewichte haben oft auch eine Schwellung der Axillartaschen zur Folge.



Schwanzabwurf - Regenerat

Leopardgeckos haben die Möglichkeit bei Gefahr ihren Schwanz abzuwerfen. Diese Fähigkeit wird als Autonomie bezeichnet. Der Schwanz zuckt nach dem Abwurf noch einige Minuten um den Räuber abzulenken, damit der Gecko flüchten kann. Er wächst dann binnen ca. 3 Monaten wieder nach, jedoch meist nur verkürzt und rübenförmig.

Wirft ein Leopardgecko seinen Schwanz ab, verliert er damit einen Großteil seines Energiespeichers und muss sehr viel Kraft aufwenden, um diesen schnellstmöglich nachzubilden. Am besten ist es das Tier in dieser Zeit einzeln zu halten und es besonders reichhaltig zu ernähren, bis der Schwanz nachgewachsen ist. Ebenso sollte man mit betroffenen Weibchen in dieser Zeit nicht züchten, da sie nicht die nötige Energie dafür haben und speichern können. Das Weibchen im Bild hat während der Trächtigkeit und in Einzelhaltung ohne erkennbaren Grund abgeworfen.



Geschlechtsunterschiede


Das Geschlecht eines Leopardgeckos kann man etwa ab 10g sicher erkennen. Geübte Züchter schaffen dies mit einer Lupe schon etwas früher.
Wenn junge Leopardgeckos mit 12g verkauft werden, kann man es schon deutlicher erkennen und eine Verwechslung ist i. d. R. ausgeschlossen. Trotzdem kommen immer wieder Fehler bei der Bestimmung vor und ich werde sehr sehr oft nach dem Geschlecht gefragt. Bitte versucht es zumindest bei ausgewachsenen Tieren selbst, es ist wirklich leicht. Hier habt ihr sehr deutliche Bilder, womit ihr das Geschlecht selbst bestimmen könnt:

Weibchen (0.1) 

Das Weibchen hat eine kleinere Gestalt als das Männchen, sowie einen schmäleren Kopf und Nacken. Der Schwanz ist in dessen Mitte rundlich geformt.
Auch die Weibchen besitzen Präanalporen die V-förmig über der Kloake erkennbar sind. Jedoch sind diese kaum sichtbar.

Weibchen von oben
Weibchen von oben
Präanalporen kaum sichtbar
Präanalporen kaum sichtbar
Paarungstaschen Weibchen
Paarungstaschen Weibchen
Weibchen Jungtier mit 15g
Weibchen Jungtier mit 15g


Männchen (1.0) 

Das Männchen besitzt größere, deutlich erkennbare Präanalporen. Diese sondern einen Duftstoff ab, mit dem es sein Revier markiert. Beim Männchen sind deutlich die Hemipenistaschen (er hat 2 Hemipenise), in Form von zwei nebeneinader liegenden Verdickungen unterhalb der Kloake zu erkennen.

Kurzum und weil es immer wieder falsch bestimmt wird: Das Männchen hat 2 deutlich sichtbare Eier. Das kann man eigentlich gar nicht verwechseln.

Der Schwanz ist mittig nicht so stark verbreitert wie beim Weibchen sondern läuft eher schlank nach hinten. Der Kopf und der Hals ist breiter, wodurch das Männchen in Züchterkreisen scherzhaft ''Peniskopf'' genannt wird. Deutlich öfter noch, wird es als ''Bock'' bezeichnet, was manche nicht gerne hören.

Beim männlichen Jungtier, sind die Hemipenistaschen als Erstes erkennbar, die Präanalporen bilden sich erst richtig, wenn das Tier geschlechtsreif wird.

Männchen von oben
Männchen von oben
Hemipenistaschen und sichtbare Präanalporen
Hemipenistaschen und sichtbare Präanalporen
Ausgestülpter Hemipenis beim Männchen
Ausgestülpter Hemipenis beim Männchen
Männchen Jungtier mit 15g
Männchen Jungtier mit 15g

Kurzbezeichnungen der Geschlechter

1.0 = Männchen

0.1 = Weibchen

(0).1.0 = auf Männchen inkubiert/ ausgebrütet (Geschlecht noch nicht erkennbar)

(0).0.1 = auf Weibchen inkubiert/ ausgebrütet (Geschlecht noch nicht erkennbar)

0.0.1 = Geschlecht unbekannt

 

Zwei Beispiele:

3.7.2 bedeutet: 3 Männchen, 7 Weibchen und 2 Tiere mit unbekannten Geschlecht.

(0).5.3 bedeutet: 5 Tiere auf Männchen und 3 auf Weibchen inkubiert. Geschlechter noch nicht zu erkennen.

 

Adult bedeutet ausgewachsenes Tier, das sind sie mit ca. 1-2 Jahren je nach Haltung, Ernährung usw.
Subadult bedeutet noch nicht ausgewachsenes Tier, aber kein Jungtier mehr (ab ca. 20g).

Juvenil bedeutet Jungtier.


Verständigung/ Lautäußerung/ Abwehrverhalten


Leopardgeckos verständigen sich für den Menschen nicht hörbar. Nur in unangenehmen Situationen, geben sie für uns hörbare Geräusche von sich. Besonders junge Leopardgeckos sind in der Lage, hohe Kreischtöne auszustoßen, um sich bei Gefahr zu verteidigen. Wer diese Töne das Erste Mal hört, wird vielleicht etwas erschrecken, da man einem kleinen Tier wie diesem keine derartigen Töne zutraut. Je älter der Leopardgecko wird, desto seltener werden die Töne. Sie verändern sich außerdem und ähneln mehr einem kurzen ''mir passt das nicht'' Quaken oder Knarren.


Wenn sich Leopardgeckos bedroht fühlen, strecken sie ihre Beine durch, schwingen ihren Schwanz und biegen ihren Rücken zum Katzenbuckel, um möglichst groß zu wirken. Besonders Jungtiere schreien dazu wie im Video. Zeigt dieses Abwehrverhalten nicht den gewünschten Erfolg, springen die Tiere auf die Gefahr zu und beißen den Angreifer mehr oder weniger. Jungtiere sind hier besonders unerschrocken und gehen schnell in die Vollen. Hält die Bedrohung an, wird nicht selten der Schwanz abgeworfen um den Feind zu verwirren. Hat man seine Tiere etwas länger, weiß man, wie sie sich verhalten und wann man zu weit geht. Die Tiere gewöhnen sich auch an einen und lernen Bedrohung einzuschätzen. Der Schwanzabwurf ist dann das allerletzte Mittel und die Ausnahme.

Adulte Leopardgeckos haben sehr kräftige, scharfe Kieferkanten, mit denen sie im schlimmsten Fall schmerzhafte und blutende Wunden verursachen können. Bringt man z.B. 2 adulte Männchen versehentlich zusammen und will das raufende Pack dann trennen, kann das für Mensch und Tier schnell böse enden. Selten sind Tiere von sich aus aggressiv aber das kommt gelegentlich vor. Ein Biss muss nicht unbedingt böse gemeint sein. So ein zappelnder Finger sieht einem Insekt manchmal sehr ähnlich :-)

Leopardgeckos merken eigentlich recht schnell wenn sie Futter verwechseln und lassen dann los. Meistens muss der Schwanz der Artgenossen dran glauben wenn gerade gefüttert wird. Das gebissene Tier wirft deshalb nicht gleich den Schwanz ab, aber zeigt immer Abwehrreaktionen wie schwanzwedeln.


Verhalten Leo zu Leo ♀♂


Weibchen  - ♀ Weibchen
Weibchen sind normalerweise sehr tolerant gegenüber Artgenossen. Sie nutzen gemeinsam Verstecke und Sonnenplätze. Heiß gezeitigte Weibchen (bei 33C° inkubiert) sind aggressiv und sehr dominant gegenüber ihren Artgenossen.

Männchen ♂ - ♀ Weibchen

Männliche Leopardgeckos vertragen sich recht gut mit ihren weiblichen Artgenossen, setzen Diese aber während der Paarungszeit sehr unter Druck, weshalb sie getrennt von ihnen gehalten werden sollten. Einer stressbedingten Legenot wird so vorgebeugt.

Männchen ♂ -  Männchen

Wenn sich 2 geschlechtsreife Männchen begegnen, beginnen diese sofort sich gegenseitig zu attackieren und führen oft erbitterte Kämpfe, die bis hin zum Tod führen können. 2 männliche Tiere in einem Terrarium = NO GO!!!


 

Jungtier - Jungtier
Jungtiere können bis zum sicheren Erkennen des Geschlechtes (15g) zusammen, in kleinen Gruppen, mit gleich großen Tieren großgezogen werden (max 3g Unterschied). Danach sollten sie getrennt werden, da Männchen bereits mit 4 Monaten und etwa 20g geschlechtsreif werden.
Junge Männchen sind ebenfalls zu trennen, da sie ab Eintritt der Geschlechtsreife aggressiv zueinander werden.

 

Jungtiere - Erwachsene
Jungtiere sollten keinesfalls zu adulten Tieren gesetzt werden. Sie werden als Futter angesehen oder unterdrückt, so dass sie verhungern.
Vor einer Vergesellschaftung müssen betreffende Tiere in etwa gleich groß und gleich schwer sein -> Jungtier zu Jungtier, max. 3g Unterschied, Adult zu adult, max. 5g Unterschied ist der mögliche Spielraum.

 

Junge Erwachsene - Alte Erwachsene

Junge Erwachsene kann man in der Regel zu älteren Tieren setzen. Bei Weibchen zu Männchen bitte darauf achten, dass das Weibchen mind 50g hat und 2 Jahre alt ist!

Ältere, erfahrene Tiere sind oft dominant und unterdrücken das neue, unerfahrene Tier. Dieses zieht sich dann oft in die Wetbox zurück, bleibt dort die meiste Zeit und kommt auch selten zum Fressen heraus.



Rangordnungskämpfe
Die Rangordnung auf neuem Terrain oder wenn ein neues Tier ins Terrarium einzieht sind oft schnell geklärt. Kleine Schnapper, meist in den Schwanz sind so ziemlich das einzige was passieren kann und dann kennt jedes Tier seine Rangordnung. Aber es kann auch schlimmer kommen....

Hier seht ihr das Verhalten zweier Weibchen die gerade in ein neues Revier gesetzt wurden. Das orangene Tier ist seit Jahren unverträglich, saß einzeln und ich habe nochmals versucht sie nun zu vergesellschaften. Das ganze endete in einem bösen Kampf der Gott sei Dank keine Folgen hatte. 


Ihr seht in dem Video sehr schon die Körpersprache der Tiere und sie können sehr gut zwischen Fressfeind und nicht lebensbedrohlichem Angreifer entscheiden. Der Schwanz fliegt bei so etwas nicht gleich und die Haut der Leos ist sehr robust und bekommt nicht so schnell Schrammen.

Solltet ihr jemand so einen Fall haben, geht nicht aktiv dazwischen, sondern nutzt eher eine kleine Pause wenn sie sich loslassen zur Trennung. Sonst könnten eure Finger aussehen wie im Foto oben oder schlimmer. Wo ihr allerdings sofort dazwischen gehen solltet, ist wenn sie sich an den Beinen packen. Das unterlegene Tier macht wie im Video zu sehen die ''Krokodilsrolle'' um sich dem Feind zu entwinden. Da ist schnell mal ein Bein gebrochen oder gar abgedreht. Hier kann die Wasser Sprühflasche helfen ;-)
Wichtig ist es die Tiere erst beruhigen zu lassen bevor ihr den Aggressor entfernt. Die sind noch einige Minuten in ihrem Abwehrverhalten und würden im Affekt zuschnappen oder gar den Schwanz abwerfen wenn ihr sie gleich herausnehmt.